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Schweizer als UNO-Experte für Steuerfragen

Steuerflucht ist eines der Hauptthemen der internationalen Steuerpolitik, sagt Robert Waldburger. Keystone

Robert Waldburger, zweithöchster Schweizer Steuerbeamter, ist neues Mitglied des UNO-Expertenkomitees für internationale Steuerfragen.

Dieser Inhalt wurde am 22. Juli 2005 - 17:20 publiziert

Der Professor für Steuerrecht war Schweizer Chefunterhändler in der Runde mit der EU über Zinsbesteuerung und das Bankgeheimnis.

Das 25-köpfige Komitee ist ein Ausschuss des Wirtschafts-und Sozialrats der UNO (ECOSOC). Ins Komitee aufgenommen wurde Waldburger von UNO-Generalsekretär Kofi Annan. Das Schweizer Finanzministerium (EFD) hat die Ernennung am Freitag bestätigt. Waldburgers Amtszeit, die bereits am 1. Juli begann, dauert vier Jahre.

Das UNO-Expertenkomitee kommt jährlich für fünf Tage zusammen. Es ist für Fragen des internationalen Steuerrechts zuständig, dies insbesondere im Zusammenhang mit der Globalisierung. Die erste Sitzung in der neuen Zusammensetzung ist auf den 4. Dezember angesagt.

Beteiligt am Abkommen über Zinsbesteuerung

Waldburger ist seit 1998 Vizedirektor der Schweizer Steuerverwaltung in Bern (ESTV). Er leitet dort die Abteilung für internationales Steuerrecht und Doppelbesteuerung und ist Delegierter für internationale Steuerverträge.

So war er Schweizer Chefunterhändler bei der Ausarbeitung des Staatsvertrags für Zinsbesteuerung und das Bankgeheimnis mit der Europäischen Union (EU). Neben diesen in Teilzeit ausgeübten Funktionen ist er Professor für Steuerrecht an der Universität St. Gallen.

Doppelstrategie

"Ich werde einerseits versuchen, meine akademischen Erfahrungen einzubringen, andererseits die Interessen der Schweiz vertreten", sagte Waldburger gegenüber swissinfo.

Über inhaltliche Stossrichtungen wollte er noch keine konkreten Angaben machen. "Wir werden über internationale Steuerfragen diskutieren, und dies aus allen Blickwinkeln", blieb er allgemein.

Er erwähnte aber "die Probleme der industrialisierten Staaten und der Entwicklungsländer". Da gelte es, "faire Lösungen" zu finden. "Steuerflucht spielt dabei ein wichtige Rolle, ist aber nicht das Hauptthema der Gruppe", so Waldburger.

Harte Verhandlungen erwartet

Die neuernannten Experten des UNO-Gremiums decken ein weites Feld ab, das von der Steuerpolitik bis zur Steuerverwaltung reicht. Im Gremium sind auch Repräsentanten kleinerer Länder vertreten, so von Barbados oder Katar.

Es werde ein "hartes Stück Arbeit", da einen Konsens zu finden, glaubt der Schweizer. Die Hauptherausforderung sei aber, "internationale Steuerlösungen für eine Welt finden, die sich schnell verändert".

swissinfo, Thomas Stephens
(Übertragung aus dem Englischen: Renat Künzi

In Kürze

Robert Waldburger, Vizedirektor der Eidg. Steuerverwaltung, ist neues Mitglied des UNO-Expertenkomitees für internationale Zusammenarbeit in Steuerfragen.

Er wurde von UNO-Generalsekretät Kofi Annan ernannt.

Das 25-köpfige Komitee ist ein ad-hoc-Ausschuss des Wirtschafts-und Sozialrats der UNO (ECOSOC).

Die erste Zusammenkunft des Gremiums findet am 4. Dezember statt.

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