Navigation

Schweiz will UNO-Umweltprogramm stärken

Zugang zu Trinkwasser hilft, die Armut zu senken. Keystone Archive

Vom 21. bis zum 25. Februar findet in der kenianischen Hauptstadt Nairobi das Globale Umweltministerforum (GMEF) der UNO statt.

Dieser Inhalt wurde am 18. Februar 2005 - 13:58 publiziert

Der Schweizer Vertreter, BUWAL-Chef Philippe Roch, will sich für ein stärkeres UNO-Umweltprogramm und den Schutz der globalen Süsswasser-Reserven einsetzen.

Eine gesunde Umwelt wird im Zentrum der einwöchigen Veranstaltung in der kenianischen Hauptstadt Nairobi stehen. Sie ist Voraussetzung dafür, dass die Millenniums-Ziele der UNO wie Bekämpfung der Armut, Zugang zu Trinkwasser oder Schutz der Wildtiere bis 2015 eingehalten werden können.

Verantwortlich für die Durchsetzung dieser Ziele ist das UNO-Umweltprogramm (UNEP), in dessen Verwaltungsrat (Governing Council) auch die Schweiz sitzt. In Nairobi wird nun über das Budget für die nächsten beiden Jahre abgestimmt und damit über die zukünftigen Programme entschieden.

Besseres Wasser – weniger Armut

"Es gibt auch politische Fragen, die wir behandeln werden", sagt Philippe Roch, Delegationsleiter und Direktor des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), gegenüber swissinfo.

Für ihn die wichtigste Frage im Zusammenhang mit den Millenniums-Zielen: "Wie kann die Umwelt zur Bekämpfung der Armut beitragen?"

Für die Schweizer Delegation ist klar, dass dafür die Stärkung der internationalen Wasserpolitik nötig ist. Die weltweite Verschmutzung und Verknappung von Süsswasser sei eine der wichtigsten umweltpolitischen Herausforderungen dieses Jahrhunderts, so Roch.

Sauberes Trinkwasser sei unter anderem auch der Schlüssel zur Armutsbekämpfung. Ein nachhaltig garantierter Zugang zu sauberem Trinkwasser sei jedoch nur möglich mit intakten Ökosystemen wie Wälder, Feuchtgebiete und Böden.

"Besonders die Schweiz wird im UNEP-Verwaltungsrat insistieren, dass UNEP die Rolle übernimmt, immer wieder über die Wichtigkeit dieser Ökosysteme für das Wasser und die Armutsbekämpfung zu informieren."

Dabei sollen aber auch die Menschen unterstützt werden, die diese Ökosysteme nachhaltig pflegen.

Mehr Macht für das UNEP

Ein verstärktes Umweltregime sei daher nötig, so Roch. Die Schweiz will das UNEP als massgebende Institution der internationalen Umweltpolitik stärken.

Bereits 1999 hatte sich die Schweiz – ebenfalls in Nairobi – für die Stärkung der Umweltbehörde eingesetzt. "Das wird auch ein wichtiger Punkt dieses Governing Councils sein. Wir haben mitgearbeitet, ich war besonders engagiert in dieser Frage", betont Roch.

"Es geht beispielsweise um eine Stärkung des UNEP-Budgets, der Finanzen durch eine freiwillige Skala der Beiträge." Diese Liste sollte Länder dazu ermutigen, ihren Beitrag zu erhöhen und damit dem Programm mehr Mittel zu bringen.

Ein Land, eine Stimme

In diesem Zusammenhang fordert die Schweiz, dass der UNEP-Verwaltungsrat neu allen Staaten offen stehen soll. Bisher können nur Mitglieder aus 58 Staaten abwechselnd Einsitz nehmen. "Alle Länder sollten politisch intervenieren dürfen", so Roch.

Für die Umsetzung der hohen Ziele stehen dem UNEP die verschiedenen Umwelt-Konventionen zur Verfügung. "UNEP war am Ursprung von fast allen Konventionen, hat sich jetzt ein wenig zersplittert." Eine stärkere UNEP sollte in Zukunft bei der Unterstützung der Konventionen eine führende Rolle spielen, wünscht sich Roch.

"Um das zu können, muss das UNEP politisch geführt werden. Und das machen die Mitgliedsländer wie die Schweiz."

swissinfo, Christian Raaflaub

Fakten

Die Veranstaltung in Nairobi dauert vom 21. bis 25. Februar.
Über 100 Umweltminister werden erwartet.
Die Schweiz wird durch BUWAL-Direktor Philippe Roch vertreten.

End of insertion

In Kürze

Ein wichtiges Millenniums-Ziel der UNO ist, die Anzahl der Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser zu halbieren, um so die Armut zu bekämpfen.

Einzig Südasien mit Indien, Bangladesch, Bhutan und Nepal ist zur Zeit auf gutem Weg zu diesem Ziel.

Hatten 1990 in dieser Weltregion erst 64% der Bevölkerung Zugang zu genügend und gesundem Wasser, sind es heute bereits 80%.

End of insertion
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Diskutieren Sie mit!

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?