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Schweiz verurteilt Atomwaffentest in Nordkorea

Ein Koreaner liest in einer Zeitung über den Atomwaffentest, Keystone

Auch die Schweiz verurteilt den Atomwaffentest in Nordkorea. Das Aussenministerium schliesst sich damit den Verurteilungen der internationalen Gemeinschaft an.

Dieser Inhalt wurde am 09. Oktober 2006 - 18:30 publiziert

Der Kernwaffenversuch stehe im Gegensatz zu den internationalen Bemühen gegen Atomwaffen und stelle eine Bedrohung für die Sicherheit in der Region dar.

Ungeachtet aller internationalen Warnungen hat Nordkorea am Montag einen Atomwaffentest durchgeführt und damit weltweit Empörung ausgelöst.

Sollte der Sicherheitsrat verbindliche Sanktionen gegen Pjöngjang beschliessen, werde die Schweiz diese mittragen, teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mit.

Das Aussenministerium ruft in Erinnerung, dass sich die Schweiz aktiv für die Nichtverbreitung und vollständige Beseitigung der Kernwaffen einsetze.

Nordkorea sei von der Schweiz wiederholt aufgefordert worden, dem Atomsperrvertrag wieder beizutreten, heisst es weiter. Die Nuklear-Problematik auf der koreanischen Halbinsel sollte nach Ansicht der Schweiz auf friedlichem Weg im Rahmen der Sechsergespräche gelöst werden.

Greenpeace-Protest

Die Umweltorganisation Greenpeace hat am Montagnachmittag vor der nordkoreanischen Botschaft in Bern gegen den Atombombentest Nordkoreas protestiert. Einem Botschaftsmitarbeiter wurde ein Brief mit Forderungen überreicht.

Greenpeace drückt darin ihre Besorgnis über den Atombombentest aus. Nordkorea wird aufgefordert, die Gespräche mit den anderen nordostasiatischen Staaten wieder aufzunehmen und auf weitere Atomtests zu verzichten.

Durch den Atomtest habe Nordkorea die Schwäche des Atomwaffen-Sperrvertrags blossgelegt. Der Test beweise, wie gefährlich eng der Zusammenhang zwischen nuklearer Forschung, ziviler Atomkraftnutzung und Atomwaffen sei.

UNO verurteilt den Test

Vor der Botschaft spannten ein halbes Dutzend Aktivisten ein Banner mit der Aufschrift "Non à la bombe". Die Aktion dauerte laut Angaben eines Greenpeace-Sprechers eine knappe Stunde und verlief friedlich.

Der UNO-Sicherheitsrat hat Nordkoreas Atomwaffentest am Montag in einer Dringlichkeitssitzung auf das Schärfste verurteilt. Das höchste UNO-Entscheidungsgremium rief Pjöngjang eindringlich auf, keine weiteren Tests durchzuführen.

Seit 1995 in Korea

Wird die Krise auch die Programme der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) tangieren? "Sehr wahrscheinlich nicht", schätzt Jean-Philippe Jeannerat, Medien-Sprecher des Schweizer Aussenministeriume (EDA)gegenüber der Tageszeitung Le Temps.

Die Sanktinonen sollen die Regierung schwächen und nicht die leidende Bevölkerung. Die Entscheidung für einen Schweizer Rückzug beschränkt sich auf die Regierung.

Die Schweiz engagiert sich laut Le Temps seit 1995 in Nordkorea. Seit 1997 beträgt die jährliche Unterstützung rund 5 Mio. Franken. Sie wird vor allem bei der Nahrungsmittelhilfe eingesetzt.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Der Atomwaffen-Sperrvertrag wurde im Juli 1968 unterzeichnet und ist im März 1970 in Kraft getreten.

In der Schweiz trat der Vertrag 1977 in Kraft.

Er wurde von 189 Staaten unterzeichnet. Nicht unterzeichnet haben ihn Indien, Pakistan und Israel. Nordkorea ist 2003 aus dem Vertrag ausgetreten.

Der Atomwaffen-Sperrvertrag wurde zwischen den fünf Atommächten USA, Russland, Frankreich, Grossbritannien und Volksrepublik China einerseits und den Staaten ohne Atomwaffen andererseits unterzeichnet.

Die Unterzeichnerstaaten haben sich auf den Verzicht von Atomwaffen und nukleare Rüstung verpflichtet.

Sie verpflichten sich jedoch, den Austausch von Ausrüstungen, Material und wissenschaftlichen und technologischen Informationen zur friedlichen Nutzung der Kernenergie zu erleichtern.

Die Atommächte sind Mitglieder im UNO-Sicherheitsrat.

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