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Schweiz verliert EM-Startspiel, 3 Punkte und Alex Frei

Zwei Hühnen, ein Ball: Der Schweizer Philippe Senderos (links) und Jan Koller im Luftduell. Reuters

0:1-Niederlage gegen Tschechien: Der Schweiz ist der Start zur Fussball-Europameisterschaft missglückt. Doppeltes Pech: Topskorer Alex Frei dürfte schon wieder verletzungsbedingt ausfallen.

Dieser Inhalt wurde am 07. Juni 2008 - 19:53 publiziert

Gut gespielt, am Schluss dennoch verloren: Die Schweiz hat im Eröffnungsspiel zur Euro 08 zur alten Schweizer "Fussball-Untugend" zurück gefunden. Obwohl das Team von Trainer Köbi Kuhn in Basel meistens dominierte und ein deutliches Chancenplus besass, jubelten nach dem Schlusspfiff die Tschechen.

Kuhn machte seiner Mannschaft ein Kompliment für die gute Leistung. Nach der unverdienten Niederlage heisse es jetzt "abhaken, Kopf hoch, sich gut erholen und gegen die Türkei gewinnen", sagte der enttäuschte Coach.

Die Niederlage setzt die Schweiz bereits arg unter Zugzwang: Am Mittwoch muss gegen die Türkei ein Sieg her, wollen sich die Gastgeber noch Chancen auf das Viertelfinale wahren. Denn als letzter Gruppengegner wartet am 15. Juni Portugal, der grosse Favorit für den Spitzenplatz in der Gruppe A.

Effizienz machte Differenz

Auch Umberto Barberis, swissinfo-Experte für die Euro 08 und ehemaliger Schweizer Spitzenfussballer, war enttäuscht. "Die Schweiz hat sehr gut gespielt, was die fünf hochkarätigen Torchancen unterstreichen."

Die Effizienz habe den Unterschied ausgemacht, denn "die Tschechen haben nur eine Chance nötig, um ein Tor zu schiessen", so der ehemalige Schweizer Internationale.

Viele Chancen, keine genutzt

Die Schweizer zeigten im St. Jakobpark keine Anfangsnervosität und setzten die Tschechen in den ersten 20 Minuten mit mehreren guten Chancen unter Druck. So vergaben Inler und Behrami. Für die Konzentration der Spieler Kuhns sprach auch, dass sie mehrheitlich in Ballbesitz waren.

Die beste Möglichkeit der ersten Halbzeit bot sich Kapitän Alex Frei, der in der 20. Minute einen Abschlag von Goalie Diego Benaglio übernahm und allein vor dem tschechischen Tor auftauchte. Aber der Schweizer Topskorer sah seinen Schuss vom heraus geeilten Hüter Peter Cech mit dem linken Fuss pariert.

Obwohl danach die Tschechen besser ins Spiel kamen, konnte sich die Equipe von Trainer Karel Brückner in den ersten 45 Minuten keine einzige hochkarätige Chance erarbeiten.

Schock Nr. 1

In der 42. Minute dann der erste grosse Schock für die Schweiz: Frei, der Rekordtorschütze der Schweizer Nati, blieb nach einem Foul liegen und hielt sich das linke Knie. Er konnte nicht mehr mittun und musste von zwei Betreuern unter Tränen vom Platz geführt werden.

Freis Tränen deuteten an, dass das Turnier für den torgefährlichsten Schweizer möglicherweise bereits nach weniger als einer Halbzeit beendet sein könnte. Teammanager Adrian Knup sprach in der Pause von einer Bänderverletzung.

Für den Torgaranten wäre ein längerer Ausfall besonders tragisch, denn Frei ist nach langwieriger Verletzungsserie erst im Frühling wieder auf den Rasen zurück gekehrt.

Charakter gezeigt

Nach der Pause kam Hakan Yakin für Frei aufs Feld. Die Schweizer begannen wieder mit sehr viel Druck und schnürten den Gegner vor dessen Tor ein. Cech konnte einen Schuss Magnins nur mit Mühe fangen (48.), bevor Yakin eine Minute später einen Freistoss nur knapp am Tor vorbei schoss.

In der 62. flankte Lichtsteiner von rechts, Tranquillo Barnettas wuchtige Direktabnahme flog aber deutlich über Cechs Gehäuse. Vier Minuten später war es ein Kopfstoss Yakins, der wiederum knapp verfehlte.

Schock Nr. 2

Die kalte Dusche dann in der 71. Minute: Einwechselspieler Sverkos nutzte einen Abwehrfehler aus und brachte Tschechien mit 1:0 in Führung. Bezeichnend: Das Tor entsprang keineswegs einer zwingenden Chance.

Ein Lattenschuss des eingewechselten Johan Vonlanthen unterstrich in der 80. Minute, dass der Ausgleich für die Schweiz hoch verdient gewesen wäre. Doch auch im Schlussansturm wollte der erlösende Schweizer Treffer nicht fallen.

swissinfo, Renat Künzi

Fakten

Das weitere EM-Programm für die Schweiz:

Mittwoch, 11. Juni: Schweiz - Türkei.

Sonntag, 15. Juni: Schweiz - Portugal.

Beide Spiele finden in Basel statt und beginnen und 20:45.

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Bisher zwei EM-Teilnahmen

Vor der Euro 08 konnte sich die Schweiz zweimal für eine Fussball-Europameisterschaft qualifizieren: 1996 in England und 2004 in Portugal.

1996 unter dem Nati-Coach Artur Jorge gab es im Eröffnungsmatch gegen die Gastgeber ein 1:1-Unentschieden. Den Treffer erzielte Kubilay Türkyilmaz per Elfmeter. Nach zwei Niederlagen gegen Holland (0:2) und Schottland (0:1) musste die Schweiz nach der Gruppenphase heimreisen.

2004 unter Köbi Kuhn spielte die Schweiz im ersten Match ebenfalls remis, nämlich 0:0 gegen Kroatien. Wiederum besiegelten zwei Niederlagen das Aus nach den Gruppenspielen: 0:3 gegen England und ein 1:3 gegen Frankreich.

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