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Schweizer Luxushotel nimmt ukrainische Flüchtlinge auf

Das Viersterne-Hotel Seepark in Muntelier in der Nähe des Westschweizer Städtchens Murten hat seine Türen für Flüchtlinge aus dem Krieg in der Ukraine geöffnet. Sie können kostenlos in Zimmern übernachten, die normalerweise mehr als 200 Franken pro Nacht kosten würden.

Dieser Inhalt wurde am 13. April 2022 - 15:00 publiziert

Das Hotel gehört in Westeuropa lebenden Personen russischer Herkunft. Der Hoteldirektor, der nach verschiedenen Presseberichten nicht mehr namentlich genannt werden möchte, hat die belgische Staatsbürgerschaft.

Die Hotelverwalterin, die gebürtige Ukrainerin Lyudmyla Rigert, überredete den Direktor, ihren vor dem Krieg geflohenen Landsleuten zu helfen. Unterstützung erhielten sie auch von anderen in der Region Murtensee lebenden Ukrainerinnen und Ukrainern, die den Flüchtlingen Lebensmittel, Kleidung und Transportmöglichkeiten zur Verfügung stellten.

Das Hotelmanagement holte die Leute persönlich vom Bahnhof ab und servierte ihnen Frühstück. Sie richteten eine Küche in einem Dachzimmer mit Blick auf den See ein. In den Zimmern wurden zusätzliche Betten aufgestellt, um Familien unterbringen zu können. Bislang haben 200 Flüchtlinge aus der Ukraine im Hotel übernachtet.

Fluchtgeschichten

Rigert kümmert sich in ihrem Haus in Estavayer um die Familie ihrer Schwester, die in die Schweiz geflohen ist. Irina Rossa erzählt unter Tränen, wie sie ihr Haus in einem Vorort von Kiew schnell verlassen und alles zurücklassen musste.

Sie hofft, so bald wie möglich zurückkehren zu können und macht sich Sorgen um die Familienmitglieder, die sie zurückgelassen hat. Inzwischen hilft sie anderen Flüchtlingen im Seepark Hotel.

SWI swissinfo.ch sprach auch mit der 22-jährigen Hotelbewohnerin Liza. Ihre Familie entkam einem Angriff auf Kramatorsk im Donbass und schaffte es sicher nach Polen. Liza liess ihre Familie dort zurück und nahm die lange und schwierige Reise in die Schweiz auf sich. Sie hatte gehört, dass das Land sicher sei und Flüchtlinge aufnehme.

Sowohl Irina Rossa als auch Liza sagten, sie stünden immer noch unter Schock und seien noch gar nicht in der Lage, die Schönheit des Orts zu schätzen, an dem sie gelandet seien.

Mehr als 25'000 Flüchtlinge aus der Ukraine sind inzwischen in der Schweiz offiziell registriert, und rund 20'000 haben den so genannten Schutzstatus S erhalten. Dieser erlaubt es den Flüchtlingen, ein Jahr lang in der Schweiz zu leben und zu arbeiten, mit der Option auf Verlängerung.

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