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Schweiz für Schutz von Tieren und Pflanzen

Mit einem Banner an Rios Christus-Figur ruft Greenpeace zum Handeln auf. Keystone

Die Schweiz setzt sich an der UNO-Konferenz über Biologische Vielfalt im brasilianischen Curitiba gegen das Aussterben von Pflanzen und Tieren ein.

Dieser Inhalt wurde am 20. März 2006 - 19:28 publiziert

Unternehmen der reichen Länder werden seit langem beschuldigt, dass sie das Wissen der Eingeborenen über Heilpflanzen nutzen, ohne diese zu entschädigen.

An der zwölftägigen Konferenz nehmen Delegationen aus 188 Ländern sowie Vertreter von Umweltschutz-Organisationen teil. Gesprächsthema ist einerseits das weltweite Aussterben von Pflanzen- und Tierarten. Auch die Schweiz will sich am Kampf gegen das Artensterben aktiv beteiligen.

In Curitiba soll aber auch der Zugang zu genetischen Ressourcen geregelt werden. So fordern Urvölker aufgrund ihres Wissens an Heilpflanzen, an den Gewinnen der Pharmafirmen beteiligt zu werden.

Hauptziel ist nach Auskunft des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) die Überprüfung der im Jahr 2002 am UNO-Erdgipfel in Johannesburg beschlossenen Massnahmen, mit denen der Verlust an biologischer Vielfalt bis 2010 "signifikant vermindert" werden soll. Erörtert werden soll insbesondere, wie Landwirtschaft, Handel und Entwicklung den Artenschutz gefährden.

Das Übereinkommen der UNO über die biologische Vielfalt datiert von 1992. Es ist neben der Klimakonvention das wichtigste internationale Umweltabkommen.

Transparenz

Die Schweizer Delegation in Curitiba wird von Thomas Kolly, Chef der Abteilung Internationales im Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BAFU) geleitet.

Kolly sagte gegenüber swissinfo, dass die Schweiz die Anliegen der Entwicklungsländer unterstützen werde, welche eine bessere Entschädigung für ihr Wissen und die Ressourcen von Heilpflanzen forderten. Ein Wissen, das vor allem den reichen Ländern zu gute komme.

Kolly sagte weiter, dass die Schweiz die Schaffung eines transparenten internationalen Abkommens unterstützen werde, das den Zugang zu genetischen Ressourcen und eine Gewinnbeteiligung der Ursprungsgebiete regelt.

Konkret steht auf der Schweizer Agenda die Einführung eines internationalen Zertifikates, welches das Eigentumsrecht von genetischen Quellen gesetzlich regelt.

Gerade Nichtregierungs-Organisation kritisierten in der Vergangenheit den Umstand, dass die reichen Staaten auf diesem Auge blind seien.

Die NGO, darunter auch die Erklärung von Bern, verweisen in diesem Zusammenhang auf den Hoodia-Kaktus, der in den Halbwüsten im südlichen Afrika wächst. Sein Wirkstoff wirkt als Appetitzügler. Das exklusive weltweite Verwertungsrecht sei für viel Geld von Pharmafirmen gehandelt worden. Die Buschleute seien für ihr Wissen nie entschädigt worden.

Richtlinien

Kolly sagt, dass die Schweiz zurzeit in Projekten involviert sei, welche Leitlinien zwischen Regierungen, Wirtschaft und Gemeinschaften punkto Zugang zu genetischen Ressourcen und den Vorteilausgleich (ABS) ausarbeiteten.

ABS ist durch das Biodiversitäts-Abkommen und durch die Bonner Richtlinien über den Zugang zu genetischen Ressourcen und den fairen und ausgewogenen Ausgleich der sich aus ihrer Nutzung ergebenden Vorteile sowie dem internationalen Abkommen über Phytogenetik geregelt. Diese Bestimmungen, so Kolly, würden die Diskussions-Grundlagen sein für die Konferenz in Curitiba.

Wolle man das Ziel der Konferenz erreichen, nämlich die Vernichtung der Artenvielfalt bis 2010 zu stoppen, würde das von der Gesellschaft "noch nie da gewesene Anstrengungen" erfordern.

"Wenn wir jetzt nicht handeln und den Verlust der Artenvielfalt stoppen, dann werden die Kosten für die Gesellschaft riesig sein", so Kolly.

Das Forum Biodiversität Schweiz hatte bereits 2005 bemängelt, die Schweiz habe immer noch keinen nationalen Aktionsplan gegen das Artensterben. Dabei sei die Schweiz das Land in Europa, in dem die Vielfalt von Pflanzen, Lebewesen und Lebensräumen am schnellsten schrumpfe.

swissinfo

In Kürze

Gemäss Bundesamt für Umwelt (BAFU) sind in der Schweiz in den letzten 150 Jahren 224 Tier- und Pflanzenarten ausgestorben oder verschollen.

Als eines der ersten Länder erfasst die Schweiz ihre biologische Vielfalt.

Das BAFU hat dazu das Biodiversitäts-Monitoring Schweiz gestartet. Im Rahmen dieses Projektes zählen Fachleute regelmässig Tiere und Pflanzen im Gelände.

Die Artenvielfalt wird im Gelände erhoben. Darüber hinaus werden auch Einflüsse auf die Biodiversität wie etwa der Einsatz von Dünger oder die Grösse der Schutzgebiete erfasst.

Die Schweiz hat sich zudem unter anderem mit der Unterzeichnung der Biodiversitäts-Konvention von Rio im Jahre 1992 verpflichtet, die biologische Vielfalt langfristig zu überwachen.

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Fakten

Zu den Hauptthemen der 8. Weltkonferenz über biologische Vielfalt, die vom 20. bis 31. März 2006 in Curitiba (Brasilien) stattfindet, zählen die Fortschritte bei der weltweiten signifikanten Verminderung des Verlustes an biologischer Vielfalt bis 2010.

Dann die Frage der Aufteilung der Vorteile aus der Nutzung genetischer Ressourcen.

Die Schweizer Delegation wird dafür eintreten, dass die Umsetzung des Übereinkommens auch tatsächlich voranschreitet.

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