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Coronavirus: Die Situation in der Schweiz

© Keystone / Peter Klaunzer

Nach einem epidemischen Wiederaufflackern zu Beginn des Sommers ist die Zahl der Fälle und Hospitalisierungen deutlich zurückgegangen. In der letzten Berichtwoche wurden etwas mehr als 15'000 Neuinfektionen gezählt. Die Schweizer Regierung hat am 1. April 2022 sämtliche Gesundheitsmassnahmen aufgehoben.

Dieser Inhalt wurde am 30. August 2022 - 15:04 publiziert
swissinfo.ch, mit SRF und SDA

Die neuesten Entwicklungen:

  • Die neuesten Statistiken des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zeigen 15'300 neue Fälle von Coronavirus in sieben Tagen.
  • Dies ist ein deutlicher Rückgang der Zahl der Neuinfektionen im Vergleich zur Vorwoche.
  • Spitaleinweisungen und Todesfälle bleiben auf einem tiefen Niveau.
  • Die Behörden empfehlen eine zweite Auffrischungsimpfung gegen Covid für Personen über 80 Jahre und gefährdete Personen.
  • Es besteht keine Pflicht mehr, einen Mundschutz zu tragen, auch nicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Gesundheitseinrichtungen.
  • Infizierte Personen müssen sich nicht mehr fünf Tage lang isolieren.

Wie entwickelt sich die Pandemie?

Insgesamt wurden in der letzten Berichtswoche (Stand 30. August) 15'302 neue Covid-Fälle gemeldet, was eine weitere Verlangsamung im Vergleich zur Vorwoche bedeutet, wie das Bundesamt für Gesundheit mitteilteExterner Link.

Seit April meldet das BAG die Zahlen zum Coronavirus nicht mehr täglich, sondern nur noch wöchentlich. Verzögerungen bei der Datenübermittlung und rückwirkende Korrekturen erklären einige Verschiebungen in den Zahlen.

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Die Zahl der Spitaleinweisungen blieb im Wochenvergleich auf einem niedrigen Niveau. In der Berichtwoche wurden 159 neue Hospitalisierungen gemeldet, gegenüber 188 in der Vorwoche.

Die Situation auf der Intensivstation ist unter Kontrolle. Derzeit (Stand: 30. August) befinden sich 35 Personen mit Covid-19 auf den Intensivstationen (Vorwoche: 40). Sie belegen etwas mehr als 4% der verfügbaren Plätze, die insgesamt zu 75% ausgelastet sind.

Auch bei der Zahl der Todesfälle ist ein rückläufiger Trend zu verzeichnen. Die Statistik vom Dienstag, den 30. August, weist für die vergangene Woche 12 Todesfälle aus, gegenüber 16 in der Vorwoche.

Mit 280 Fällen pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner ist die 7-tägige Inzidenzrate in der Schweiz niedriger als in allen Nachbarländern, gemäss den Zahlen der Johns-Hopkins-UniversitätExterner Link: Frankreich (263), Deutschland (389), Italien (371) und Österreich (571).

Der Präsident der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren Lukas Engelberger erwartet, dass die Zahl der Fälle mit Beginn der kalten Jahreszeit wieder ansteigen wird. Er glaubt jedoch, dass die Situation in diesem Jahr aufgrund einer besseren Vorbereitung und einer stärkeren Grundimmunität besser sein wird, wie er gegenüber dem Blick sagteExterner Link.

Etwa 95% der Bevölkerung sind durch Impfungen oder nach einer Infektion mit dem Virus in Kontakt gekommen. Das BAG rechnet nicht damit, dass das Krankenhaussystem in den kommenden Wochen überlastet sein wird. Es gibt laut BAG auch keine Beweise dafür, dass die Infektion mit den Untervarianten BA.4 und BA.5 zu schwerwiegenderen Auswirkungen führt als die vorherigen Varianten.

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Die langfristigen Folgen der Pandemie geben jedoch weiterhin Anlass zur Sorge. Von 100 Erkrankten gelten 25 nach sechs Monaten immer noch nicht als geheilt und drei leiden immer noch unter schweren anhaltenden Symptomen.

Nach einer Definition der Weltgesundheitsorganisation spricht man von Long Covid, wenn Symptome ab drei Monaten nach der Infektion mindestens zwei Monate lang anhalten. Sie können konstant auftreten oder verschwinden und wiederkehren.

Zu den wichtigsten gehören u. a. Müdigkeit, psychische Belastung, Kurzatmigkeit, Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme sowie Schmerzen in der Brust oder andere Beschwerden.

Wie steht es um die Impfung in der Schweiz?

Bisher wurden vier Impfstoffe zugelassen: Pfizer/Biontech und Moderna, die beide für die Anwendung bei Jugendlichen ab 12 Jahren zugelassen sind. Der Janssen-Einzelimpfstoff, der von Johnson & Johnson hergestellt wird, ist ebenfalls in der Schweiz erhältlich.

Der letzte Impfstoff, der die Prüfung der Schweizer Behörden bestanden hat, ist der von Novavax hergestellte Proteinimpfstoff Nuvaxovid, der am 13. April zugelassen wurde.

Angesichts der Verbreitung der Omikron-Untervarianten sollten Personen über 80 Jahre und gefährdete Personen eine zweite Auffrischungsimpfung mit Covid erhalten, erklärten die Behörden am 5. Juli.

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Was sind die jüngsten Entscheidungen der Regierung?

Der Bundesrat hat in diesem Frühjahr die letzten Gesundheitsmassnahmen, die noch in Kraft waren, aufgehoben. Die Entscheidung trat am Freitag, den 1. April in Kraft. Seither gilt auch keine Masken-Pflicht mehr, auch nicht in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Gesundheitseinrichtungen.

Auch die mindestens fünftägige Isolierung von Personen, die positiv auf Covid-19 getestet wurden, wurde aufgegeben. Darüber hinaus übernahmen die Kantone wieder die volle Verantwortung für den Schutz der Bevölkerung.

Die Regierung hatte die meisten Gesundheitsmassnahmen bereits am 16. Februar aufgehoben.

Wie ist die Situation an den Grenzen?

Derzeit gibt es in der Schweiz keine Einreisebeschränkungen im Zusammenhang mit Covid-19. Es ist nicht notwendig, einen Impfnachweis, einen Heilungsnachweis oder ein Testergebnis vorzulegen, um in das Land einzureisen. Mit dem Tool TravelcheckExterner Link können die je nach Herkunftsland geltenden Einreisebestimmungen überprüft werden.

Schweizer Reisende, die eine Reise ins Ausland planen, werden gebeten, die Einreisebestimmungen des Ziellandes oder der Zielregion zu überprüfen. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten hat RichtlinienExterner Link für Auslandsreisen in Zeiten einer Pandemie herausgegeben.

Wie entwickelt sich die Pandemie weltweit?

Die folgende Grafik zeigt einen internationalen Vergleich der aktuellen Inzidenzen:

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Wie ist die Situation für Schweizer:innen, die im Ausland leben?

Auslandschweizer:innen, ihre nahen Verwandten (Ehepartner:in, Kinder, Eltern und Schwiegereltern, die im selben Haushalt leben) und Grenzgänger:innen ohne obligatorische Krankenpflegeversicherung können sich in der Schweiz impfen lassen.

Die Kosten für die Impfung werden, wie von den Kantonen gefordert, vom Bund übernommen.

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