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Scharfe Kritik des Genfer Staatsanwalts Bertossa an Liechtenstein

Der Genfer Staatsanwalt Bernard Bertossa (Bild) hat das Fürstentum Liechtenstein wegen mangelnder Bereitschaft zur internationalen Zusammenarbeit im Kampf gegen das Verbrechen scharf kritisiert. Die Durchfühung von Untersuchungen werde stark verzögert.

Dieser Inhalt wurde am 19. Januar 2000 - 17:18 publiziert

Der Genfer Staatsanwalt Bernard Bertossa (Bild) hat das Fürstentum Liechtenstein wegen mangelnder Bereitschaft zur internationalen Zusammenarbeit im Kampf gegen das Verbrechen scharf kritisiert. Die Behörden des Nachbarlandes stellten extrem hohe Anforderungen an ein Rechtshilfegesuch und verzögerten dadurch immer wieder die Durchführung von Untersuchungen, sagte Bertossa am Mittwoch (18.01.) vor den Medien in Genf.

Überdies sei es fast ein Ding der Unmöglichkeit, die liechtensteinischen Behörden zur Blockierung oder gar zur Beschlagnahmung von Bankkonten bewegen zu können. Liechtenstein sei in Bezug auf die Bemühungen zur besseren internationalen Zusammenarbeit in der Justiz ein sehr, sehr schlechter Schüler", sagte der Staatsanwalt. Die Kritik Bertossas fällt mit der heftigen Kontroverse zwischen Liechtenstein und Deutschland zusammen, die im vergangenen November durch das Bekanntwerden eines vertraulichen Berichts des deutschen Geheimdienstes über die angebliche Verwicklung prominenter Bankiers und Amtspersonen des Fürstentums in Geldwaschoperationen des organisierten Verbrechens ausgelöst worden war.

Ermittlungen über Russengelder gehen weiter

Die Ermittlungen der Genfer Justiz wegen Geldwäscherei von russischen Korruptionsgeldern werden unabhängig von der politischen Entwicklung in Moskau fortgesetzt. Wie Staatsanwalt Bertossa am sagte, ist die Weiterführung der Verfahren auch dann möglich, wenn die Haupttäter nicht verfolgt werden sollten. Die in Genf geführten Verfahren wegen Geldwäscherei kämen voran, sagte Bertossa vor den Medien. In welche Richtung sie gingen, könne er aber noch nicht sagen. Es zeige sich einzig, dass es um extrem komplexe Transaktionen gehe.

Elf Aquitaine fühlt sich betrogen

In der Affäre um Schmiergeld-Zahlungen und Subventions-Betrug bei der Privatisierung der maroden ostdeutschen Leuna-Raffinerie 1992 sieht sich der französische Mineralölkonzern Elf Aquitaine nach eigenen Angaben beim Kauf betrogen. Das erklärte Generalstaatsanwalt Bernard Bertossa am Mittwoch. Er sagte allerdings nicht, wer als Betrüger bezichtigt wurde. Er sprach
lediglich von gefälschten Dokumenten. In der Leuna-Affäre ermitteln die französische und die Schweizer Justiz bereits seit Jahren, um den Verbleib von etwa 100 Million Mark Provision zu klären, die für Vermittlungen des Leuna-Geschäfts gezahlt worden sein sollen.

SRI und Agenturen

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