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SBB prüfen Engagement auf britischem Eisenbahnmarkt

Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) spielen mit dem Gedanken, auf den britischen Eisenbahnmarkt vorzustossen. Dort sind in den nächsten 18 Monaten neue Betriebslizenzen für rund 25 private Bahngesellschaften zu vergeben.

Dieser Inhalt wurde am 10. August 2000 - 13:26 publiziert

"Wir verfolgen mit grossem Interesse, was in England passiert", bestätigte SBB-Sprecher Christian Kräuchi am Donnerstag (10.08.) einen entsprechenden Artikel des Zürcher "Tages-Anzeiger". Die SBB hätten in den vergangenen Monaten die Voraussetzungen eines allfälligen Engagements im britischen Bahnmarkt abgeklärt.

Ob es zu einem Vorstoss kommt und in welcher Form dieser angestrebt würde - im Alleingang oder in Zusammenarbeit mit einer englischen Firma - sei aber noch offen. Wann ein Entscheid fallen könnte, wollte Kräuchi nicht sagen. Zuständig hierfür sei der SBB-Verwaltungsrat. Im Falle einer Beteiligung würde es jedoch nur um den Personenverkehr gehen, präzisierte Kräuchi.

Mit einer Beteiligung im britischen Markt würden die SBB Neuland betreten. Bisher beschränken sich die internationalen Schritte der SBB vorwiegend auf das Joint Venture im Güterverkehr mit Italien sowie die gemeinsame Firma Cisalpino ebenfalls zusammen mit den Italienern.

Vergeben werden in Grossbritannien in den nächsten eineinhalb Jahren Betriebslizenzen für rund 25 Bahngesellschaften, die zu Beginn der 90er Jahre aus dem Monopolbetrieb British Rail entstanden waren und deren erste Lizenzen nun sukzessive auslaufen.

Die staatliche Aufsichtsbehörde Strategic Rail Authority (SRA) schreibt die Lizenzen in den kommenden Monaten entsprechend neu aus; dies für die nächsten 15 bis 20 Jahre.

Gute Gewinne trotz schlechtem Ruf

Obwohl den britischen Eisenbahnen ein schlechter Ruf vorauseilt, werfen sie gute Gewinne ab. Zudem seien die englischen Bahnen, die im Passagierbereich zweistellige Zuwachsraten verzeichnen, "ganz klar ein Wachstumsmarkt", begründet Kräuchi das Interesse der SBB.

Das sehen offenbar auch andere europäische Eisenbahngesellschaften so: Die niederländische Gesellschaft Nederlandse Spoorwegen ist ein Joint Venture mit der britischen Transportfirma Go Ahead eingegangen. Laut Presseberichten will auch die staatliche französische SNCF in den nächsten Tagen ihre Zusammenarbeit mit einer britischen Firma bekannt geben.

swissinfo und Agenturen

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