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Sabena beantragt Gläubigerschutz

Sabena betont, man verfüge über genügend Bargeld, um den Flugbetrieb zu garantieren. Keystone

Nach dem Ausfall der zugesagten Finanzhilfen der Swissair hat die belgische Fluggesellschaft Sabena Gläubigerschutz beantragt. Die belgische Regierung will einen Überbrückungs-Kredit für die Dauer eines Monats gewähren. Der Swissair drohen Klagen aus Belgien und Frankreich.

Dieser Inhalt wurde am 03. Oktober 2001 - 14:14 publiziert

Mit dem Gläubigerschutz wird die Sabena vorübergehend von ihren Zahlungs-Verpflichtungen befreit. Um den übrigen Betrieb vorerst aufrecht zu erhalten, habe das Unternehmen die notwendigen Mittel, teilte Sabena am Mittwoch mit.

Der belgische Staat bewilligte unterdessen einen auf einen Monat befristeten Kredit von "einigen Milliarden" belgischer Francs, wie Regierungschef Guy Verhoftstadt am Mittwoch erklärte. In der Zeit soll Sabena wenn möglich mit neuen Investoren eine neue Fluggesellschaft aufbauen.

Dies sei das Ende einer Geschichte, die 1995 begonnen hatte, unterstrich Verhofstadt und hielt fest: "Dies bedeutet das Ende der Zusammenarbeit mit Swissair."

Rechtliche Klagen angekündigt

Die belgische Regierung hatte am Dienstag Klagen gegen die Swissair und Crossair in die Wege geleitet, weil die Schweizer Airline wegen Zahlungs-Unfähigkeit ihren Zahlungs-Verpflichtungen nicht mehr nachkommt. Rechtliche Schritte erwägt Brüssel auch gegen die beiden Schweizer Grossbanken.

Eine Anfang Woche fällige Zahlung von 200 Mio. Franken von Swissair an Sabena hatte das Schweizer Luftfahrts-Unternehmen nicht bezahlt. Die Swissair ist an der Sabena mit 49,5 Prozent beteiligt, während der belgische Staat mit 50,5 Prozent die Mehrheit hält.

Laut Verhofstadt geht die belgische Regierung davon aus, dass auf dem Brüsseler Flughafen Zaventem mit jährlich über 20 Millionen Passagieren die Führung einer rentablen, auf Europa konzentrierten Fluggesellschaft möglich sei. Dies ist im Kern auch das Ziel des Restrukturierungs-Plans von Sabena-Chef Christoph Müller.

Dass das Personal dem Plan inzwischen in einer Urabstimmung mit einer Mehrheit von 57,1 Prozent zugestimmt hat, wertet Verhofstadt als "positives Zeichen".

Air Littoral: Ebenfalls rechtliche Schritte gegen Swissair

Auch die ehemalige Swissair-Tochter Air Littoral will rechtliche Schritte gegen die Swissair Group einleiten. Laut dem Abkommen vom 30. Juni muss die Swissair der französischen Regionalflug-Gesellschaft noch 100 Mio. FF (etwa 23 Mio. Franken) überweisen.

Der französische Transportminister Jean-Claude Gayssot hat gegenüber französischen Medien betont, er wolle die "notwendigen Schritte" in die Wege leiten, um die Swissair Group zur Einhaltung ihrer Verpflichtungen zu zwingen.

Im Abkommen, in welchem die Swissair Group ihre Anteile an den ehemaligen und neuen Air Littoral-Besitzer Marc Dufour abgetreten hat, hatte sich die Schweizer Fluggesellschaft verpflichtet, insgesamt 850 Mio. FF (gut 192 Mio. Franken) an Air Littoral zu zahlen. 750 Mio. FF sind bereits bezahlt worden.

Swissair-Sprecher Jean-Claude Donzel erklärte am Mittwoch, die Swissair Group sei über diese Schritte noch nicht informiert worden. Da die SAirLines Nachlass-Stundung beantragt habe, werde es am Sachwalter liegen, sich mit diesem Rechtsanspruch auseinander zu setzen.

swissinfo und Agenturen

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