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Rechtsstreit um Bin-Laden-Buch

Pendo-Verlag

Der Pendo-Verlag verlangt die Aufhebung des provisorischen Auslieferungsverbots für das Buch "Bin Laden: die verbotene Wahrheit".

Dieser Inhalt wurde am 14. März 2002 - 18:18 publiziert

Der Richterentscheid dürfte bis in einer Woche fallen. Die Auslieferung des Buches war von einem Genfer Gericht provisorisch gestoppt worden - auf Verlangen von Yeslam Binladin, dem Halbbruder von Osama bin Laden. Der Geschäftsmann, der vor kurzem in Genf eingebürgert wurde, fühlt sich vom Buch in seiner Persönlichkeit verletzt.

Für den Anwalt des Pendo Verlags, Jean-Noël Jaton, hat das Buch Yeslam Binladin und seiner Finanzgesellschaft SICO jedoch nie unterstellt, direkt oder indirekt terroristische Aktivitäten oder deren Finanzierung zu unterstützen, wie er vor Gericht sagte.

"Seriöse Quellen"

Die Buchautoren, Jean-Charles Brisard und Guillaume Dasquié, stellten nur die "Nähe des SICO mit der Familie Bin Laden" fest, indem sie eine lange Reihe von off-shore-Gesellschaften aufzählten. Der Anwalt erinnerte daran, dass die Buchautoren, die sich auf "seriöse Quellen" stützten, nicht die einzigen seien, die diese These unterstützten.

Das Schweizer Auslieferungsverbot sei "unverhältnismässig", sagte der Verlagsanwalt weiter. Nach den Attentaten vom 11. September sei die Finanzierung des Terrorismus ein zentrales Thema geworden. Es bestehe auch für das Schweizer Publikum "ein massgebliches Interesse, informiert zu werden". In Frankreich ist das Buch im Verkauf.

"Vermischungen und Unwahrheiten"

'Bin Laden: die verbotene Wahrheit' sei mit den "Methoden von Schuljungen" geschrieben, die das Internet nach Informationen durchwühlten, hielt Pierre de Preux, Anwalt Yeslam Binladins und der Gesellschaft SICO, entgegen. Das Buch basiere auf "Vermischungen, Unwahrheiten und Analogien".

Um eine "Information, die diesen Namen verdient" zu garantieren, verlangte de Preux seinerseits eine Bestätigung des Auslieferungsverbots. An der Massnahme solle festgehalten werden, bis die Sache gründlich geprüft sei oder der Verlag die Passagen über Yeslam Binladin und SICO aus dem Buch entferne.

Untersuchung in Paris?

Verlagsanwalt Jean-Noël Jaton wiederum wies darauf hin, dass der Pariser Richter Renaud Van Ruymbeck kürzlich eine Untersuchung zu Geldwäscherei eröffnet habe, welche SICO und Yeslam Binladin betreffe. Der Richter habe nicht etwa aufgrund der Buchlektüre, sondern aus Anlass einer Anzeige eines Bankinstituts gehandelt, betonte Jaton.

De Preux seinerseits gab an, nichts von einer solchen Untersuchung in Frankreich zu wissen. "Es ist uns nicht gelungen, den Richter Van Ruymbeck zu erreichen, um eine Bestätigung zu erhalten", sagte Yeslam Binladins Anwalt vor dem Genfer Justizhof.

swissinfo und Agenturen

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