Navigation

Rassismus-Kommission besorgt über Diskriminierung der Muslime in der Schweiz

Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR) ist besorgt über die Diskriminierung der Muslime in der Schweiz gezeigt. Sie rief anlässlich einer Tagung über die Integration von Muslimen zu Toleranz und zu pragmatischen Lösungen auf.

Dieser Inhalt wurde am 18. Januar 2000 - 09:44 publiziert

Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR) hat sich am Dienstag (18.01.) besorgt über die Diskriminierung der Muslime in der Schweiz gezeigt. Sie rief anlässlich einer Tagung, die bis heute Abend dauert, über die Integration von Muslimen zu Toleranz und zu pragmatischen Lösungen auf.

Heute leben rund 200'000 Menschen aus islamischen Ländern in der Schweiz. Die Anwesenheit muslimischer Menschen wird auch in Zukunft Teil des schweizerischen Alltags sein, wie EKR-Vertreter an einer Pressekonferenz in Bern sagten. Ihre Bedürfnisse lösten Kontroversen aus. Die EKR fordere einen konstruktiven Dialog mit den hier anwesenden Muslimen und Musliminnen.

Die christliche Prägung der Schweizer Gesellschaft stehe nicht zur Diskussion. Die Schweiz müsse aber bereit sein zu prüfen, ob sich daraus Konsequenzen ergäben, die diskriminierende Auswirkungen für nicht-christliche Menschen hätten. Die EKR sei gegen ein generelles Verbot des Kopftuchtragens.

Repräsentanten staatlicher Autorität in symbolträchtigen Rollen wie etwa im Lehrerberuf sollten aber bei der Ausübung ihrer Funktionen keinerlei herausragendes Zeichen religiöser Zugehörigkeit tragen. Die EKR wehre sich auch gegen die negative und diskriminierende Darstellung des Islam und der Muslime, gegen Pauschalisierungen und gegen religiöse Intoleranz.

Die Behörden haben laut EKR für Rahmenbedingungen zu sorgen, um Auseinandersetzungen zu ermöglichen und gemeinsam gefällte Beschlüsse umgehend umzusetzen. Gefragt seien vor allem Behörden auf kantonaler und kommunaler Ebene. Pragmatische und nicht grundsätzliche Lösungen seien zu suchen.

Beispielsweise sollte es allen Eltern ermöglicht werden, ihre Kinder eine bestimmte Anzahl von Tagen ohne besondere Erklärung in der Schule zu entschuldigen. Dies könne von Mitgliedern einer Religionsgemeinschaft genutzt werden, ohne die Religionszugehörigkeit in den Vordergrund zu stellen. Muslimische Organisationen sollten als Vermittler begrüsst werden, hiess es weiter. Sie seien nötig, um Individuen bei der Durchsetzung ihrer Anliegen beizustehen. Seelsorger könnten eine wichtige Funktion bei der seelischen Betreuung der Migrantinnen und Migranten ausüben und wesentlich dazu beitragen, die Integration zu fördern. Die EKR setze sich deshalb für eine möglichst liberale Regelung der Zulassung und Arbeitsbewilligung für Seelsorger ein.

SRI und Agenturen

Artikel in dieser Story

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Diskutieren Sie mit!

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?