Navigation

Rapper Greis gewinnt Förderpreis gegen Rassismus

Rapper Greis scheut sich nicht vor klaren Worten. pd

Der Stiftungsrat des Anne-Frank-Fonds in Basel erteilt dem Schweizer Rapper Greis den Förderpreis gegen Rassismus und Diskriminierung. Greis habe eine positive Ausstrahlung auf die Jugend, heisst es.

Dieser Inhalt wurde am 19. Juli 2008 - 18:35 publiziert

Grégoire Vuilleumier alias Greis singt Klartext. Der Schweizer Rapper schreckt nicht vor Provokationen zurück.

"Dank der SVP wird Fremdenhass wieder salonfähig. (...) Fick jeden, der sich nicht dagegen wehrt", singt er etwa im Song "Fuck Blocher", in dem er zusammen mit dem Rapper Stress den abgewählten Bundesrat Christoph Blocher und die Politik der Schweizerischen Volkspartei angreift.

Der Rapper prangert in seinen Songtexten auf Schweizerdeutsch, Französisch und Englisch soziale Missstände an und ruft zu Solidarität und Antirassismus auf.

Engagement geehrt

Der Stiftungsrat des Anne-Frank-Fonds ehrt nun das Engagement des Rappers mit dem diesjährigen Förderpreis gegen Rassismus und Diskriminierung.

Die mit 5000 Franken dotierte Auszeichnung wird Greis am 30. Juli am Openair "Eine Schweiz mit Herz" in Bern überreicht. Einen Tag vor dem Schweizer Nationalfeiertag spielen auf dem Bundesplatz verschiedene Bands – auch Greis - für eine tolerante, offene und solidarische Schweiz.

Humanistische Ideale von Anne Frank

Greis setze sich gegen Fremdenfeindlichkeit und jede Art von Diskriminierung ein und entspreche damit den humanistischen Idealen von Anne Frank, so die Jury.

Die junge Jüdin Anne Frank versteckte sich während des Zweiten Weltkriegs in Amsterdam vor der Verfolgung durch die Nazis und dokumentiere diese Zeit in einem persönlichen Tagebuch. Als sie nach zwei Jahren entdeckt wurde, wurde sie ins Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert, wo sie 15-jährig starb.

Positive Ausstrahlung

Greis habe eine positive Ausstrahlung auf die Jugend, heisst es weiter. "Jugendliche können besonders anfällig für rechtsradikales, ausländerfeindliches und antisemitisches Gedankengut sein", sagt der Präsident des Anne-Frank-Fonds, Buddy Elias.

Doch stehen provokative Songs wie "Fuck Blocher" nicht etwas im Widerspruch zum Event auf dem Bundesplatz?

Beat Meiner, Generalsekretär bei der Schweizerischen Flüchtlingshilfe und Präsident des Vereins "Openair auf dem Bundesplatz - eine Schweiz mit Herz" hat kein Problem mit den provokativen Songtexten. "Fuck" gehöre bei den Jugendlichen heute zur Alltagssprache.

Greis sei sehr authentisch und engagiere sich für eine bessere Welt, sagt Meiner gegenüber swissinfo.

"Kleiner Tropfen"

Auch wenn sich vor allem Jugendliche durch seine Musik angesprochen fühlen, ist für Greis klar: "Chancengleichheit, Armutsbekämpfung und soziale Gerechtigkeit sind Themen, die uns alle betreffen." Nachhaltigkeit werde zum Leitzsatz des nächsten Jahrzehnts, sagt Greis in einem Interview mit dem Openair-Veranstalter weiter.

Kann man mit Songtexten die Welt verbessern? Das Openair auf dem Bundesplatz werde die Probleme der Welt nicht lösen, aber einen kleinen Tropfen dazu beitragen.

"Ich wünsche mir, dass möglichst viele Menschen realisieren, dass ihr Engagement etwas bewirken kann, auch wenn es noch so klein und sporadisch ist", so Greis.

Buddy Elias plädiert mit dem Event für ein "Land der Gerechtigkeit gegenüber allen bei uns lebenden Menschen, egal welcher Nationalität, Religion oder Hautfarbe. Eine Demokratie, welche der Welt ein Vorbild sein kann".

swissinfo, Corinne Buchser

Openair für eine weltoffene Schweiz

Der Verein "Openair auf dem Bundesplatz – eine Schweiz mit Herz" macht am 30. Juli zum dritten Mal mit einem Festival auf dem Bundesplatz den Auftakt zum Nationalfeiertag.

Neben Greis treten zahlreiche Schweizer Bands auf.

Zur Trägerschaft des Openairs gehören neben dem Anne-Frank-Fonds und der Schweizerischen Flüchtlingshilfe weitere Organisationen und politische Parteien.

Das Patronatskomitee steht unter der ­Leitung von Bundespräsident Pascal Couchepin.

End of insertion

Artikel in dieser Story

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Diskutieren Sie mit!

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?