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Proteste und Gebete gegen Irak-Krieg

Justizministerin Ruth Metzler (l.) und Aussenministerin Micheline Calmy-Rey an der interreligiösen Feier im Berner Münster. Keystone

Die Proteste gegen einen Irak-Krieg gehen weiter. In der Schweiz bekräftigten Kirchen und andere Religions-Gemeinschaften ihren Einsatz für den Frieden.

Dieser Inhalt wurde am 05. März 2003 - 21:06 publiziert

Zudem nahmen Tausende von Schülern und Schülerinnen an einem Aktionstag "Bücher statt Bomben" teil.

Hochrangige Gäste

Auch Papst Paul II warnte zum Auftakt der katholischen Fastenzeit am Aschermittwoch erneut eindringlich vor einem Irak-Krieg: "Es ist nie zu spät für den Dialog, wenn es um Frieden geht." Der Menschheit müsse ein weiterer dramatischer Konflikt erspart werden.

Mit einer interreligiösen Feier bekräftigten die drei Schweizer Landeskirchen und mehrere Religionsgemeinschaften im Berner Münster ihren Einsatz für den Frieden. An der Feier nahmen unter anderem die Bundesrätinnen Ruth Metzler-Arnold und Micheline Calmy-Rey sowie Ständerats-Präsident Gian-Reto Plattner teil. Metzler sprach nach dem Anlass von einer "eindrücklichen Feier für den Frieden".

Band des Friedens

Der Anlass stand unter dem Motto "Das Band des Friedens stärken - in der Schweiz und weltweit".

Getragen wurde die Feier vom Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund, der Schweizer Bischofskonferenz, der Christkatholischen Kirche der Schweiz, dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund und der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz.

Die Kirchen teilten die Sorge vieler Menschen angesichts der krisenhaften Stimmung und des bedrohten Friedens in vielen Teilen der Welt, heisst es. Es war das erste Mal, dass die drei Weltreligionen, denen Abraham gemeinsam ist, auf nationaler Ebene eine gemeinsame Feier organisierten.

"Falsches Gottesverständnis"

Die Legitimation eines Krieges mit religiösen Argumenten zeuge von einem falschen Gottesverständnis. Auch für den drohenden Krieg in Irak gebe es keine religiöse Rechtfertigung, hiess es an der Feier.

"Wir erklären, dass unser Gebet und unsere humanitäre Mithilfe allen Menschen in Not und allen Opfern von Gewalt gilt, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Rasse oder ihrer Religion", schreiben die Kirchen.

Die Kirchen widersetzten sich dem Versuch, vor dem Hintergrund politischer Konflikte zwischen den verschiedenen Glaubensgemeinschaften Gräben des Misstrauens und der Feindschaft ziehen zu wollen.

Die drohenden Kriege in der Welt seien Anlass, in der Schweiz die Achtung voreinander zu bewahren, den Dialog zu verstärken und das Band des Friedens zu festigen.

"Bücher statt Bomben"

Mehrere tausend Schülerinnen und Schüler demonstrierten gleichentags in verschiedenen Schweizer Städten gegen einen Krieg im Irak. Sie schlossen sich einem weltweiten Protest an. Etliche Schulen wussten aber offenbar nichts von der Aktion.

Der Aktionstag war im Rahmen weltweiter Schülerproteste unter dem Motto "Books not Bombs" vom Bündnis gegen Krieg angeregt worden. Das Bündnis, dem insgesamt 120 Organisationen und Gruppen angeschlossen sind, hatte bereits die nationale Demonstration vom 15. Februar in Bern organisiert, an der rund 40'000 Personen teilgenommen hatten.

Protest vor der US-Botschaft

In Bern zogen am späten Nachmittag bis zu 300 Jugendliche vor die seit den Anschlägen vom 11. September 2001 mit Gittern abgesperrte US-Botschaft.

Die USA und Grossbritannien wurden aufgefordert, ihre Truppen aus der Golfregion abzuziehen. Die Abrüstung Iraks müsse mit dem Einsatz der UNO-Waffeninspektoren erfolgen. Der Anlass verlief ohne Zwischenfälle.

Tausende bleiben der Schule fern

In Zürich gingen etwa 1500 Jugendliche auf die Strasse. Kurz vor 10 Uhr hatten sich zuerst etwa 200 Schüler der Kantonsschule Rämibühl zu einem spontanen Demonstrationszug versammelt. Sie zogen zu anderen Schulen und motivierten weitere Schülerinnen und Schüler zum Mitmachen.

Auf der Quaibrücke stoppte der auf rund 1500 Personen angewachsene Protestzug. Es kam zu einer kurzen Sitzblockade, die im Bereich Bellevue vorübergehend zu grösseren Verkehrsbehinderungen führte. Die Kundgebung löste sich am späteren Nachmittag auf.

Grosse Resonanz in der Westschweiz

Auch in Lausanne zogen über tausend Gymnasiastinnen und Gymnasiasten durch die Strassen. Andere liessen weisse Leintücher aus den Fenstern hängen oder trugen T-Shirts mit entsprechenden Aufschriften. Am Mittag nahmen 1500 Jugendliche an einer Kundgebung auf dem Europa-Platz im Zentrum teil, am Abend rund 2500 an einer Abschlussveranstaltung.

Bei verschiedenen Schulen in andern Landesteilen hiess es, man habe nichts von der Aktion gewusst und sei erst durch Nachfrage von Medien darauf aufmerksam geworden. Hinzu kommt, dass an verschiedenen Orten wie in Basel, im Wallis oder im Tessin sind Schul- oder Semesterferien.

swissinfo und Agenturen

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