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Presseschau vom 27.03.2003

Der Irak-Krieg ist weiterhin das Hauptthema auf den Titelseiten der Tagespresse. Sein Einfluss auf die Schweizer Politik wird ebenfalls ausgeleuchtet.

Dieser Inhalt wurde am 27. März 2003 - 09:55 publiziert

Dass Manager auch in Bern Millionen-Abfindungen erhalten können, ist angesichts der angespannten Wirtschaftslage ein weiteres Thema, das interessiert.

"Dass sich die irakische Bevölkerung gegen die 'Befreiung' wehrt, hat eine Reihe von Gründen - neben der Angst vor Saddam Hussein und den regierungstreuen Truppen auch der Hass gegen Amerika. So ist es denn eine Befreiung gegen den Willen der Gepeinigten,"

schreibt die NEUE LUZERNER ZEITUNG. Sie meint weiter:

"Auch wenn die USA von einer 'Koalition der Willigen' sprechen, so ist es letztlich eine Koalition der Eigenwilligen - die Eigeninteressen und den eigenen Willen über die Interessen der Gemeinschaft stellen."

Mutter aller Lügen

Der BLICK befragt den deutschen Nahost-Experten Peter Scholl-Latour zum Kriegsgeschehen. Der macht aus seinem Herzen keine Mördergrube:

"Dieser Krieg ist die Mutter aller Lügen. Und das von beiden Seiten. Von Saddam sind wir Lügen gewohnt. Aber wenn eine demokratische Grossmacht das eigene Volk und die Verbündeten täuscht, dann ist das schon viel schwerwiegender."

Abgestreifte Opferrolle

Die USA hätten die Opferrolle, die sie seit dem 11. September 2001 gehabt hätten, gründlich abgestreift, meint die AARGAUER ZEITUNG.

"Die USA führen einen Krieg ohne Legitimation der UNO. (...) Sie tun es ohne Skrupel, ohne Schuldbewusstsein, im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte."

Die bewusste Arroganz der USA zeigt sich laut AZ auch auf Nebenschauplätzen, wie die Schweiz einer ist:

"Von einem neutralen Kleinstaat zu verlangen, er solle irakische Diplomaten ausweisen oder - unter Androhung von Sanktionen im Verweigerungsfall - irakische Gelder einfrieren, kann nur als Herr-der-Welt-Gebahren bezeichnet werden."

Waffenexporte

Der TAGES ANZEIGER bezeichnet den Bundesrat als

"sträflich unsensibel".

Es geht um einen Vertrag für Schweizer Waffenlieferungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, der noch zwei Wochen vor Beginn des Irak-Krieges abgeschlossen wurde. Der TAGI beschreibt die Vereinigten Arabischen Emirate als

"undemokratisches Regime, das die Menschenrechte verletzt, ein Land, in dem die kriegsführenden USA Truppen stationiert haben".

Dass der Bundesrat die Ausfuhrbewilligung ja wieder rückgängig machen könnte, lässt der TAGI als Ausrede nicht gelten:

"In einer Zeit, da ein völkerrechtswidriger Krieg eine klare Haltung und konsequente Taten verlangt, überzeugen solche Ausreden nicht."

Die Zeitung präsentiert für die Landesregierung ein einfaches Rezept:

"Die Schweiz darf keine Waffen in Länder exportieren, die Krieg führen und die Menschenrechte verletzen."

Berner Abzocker

Die BASLER ZEITUNG sieht beim Technologie-Konzern Ascom noch keine klare Wende. Sie findet aber anerkennend:

"Ascom verringert Verlust mit Radikalkur"

Dieses Thema wird von der BERNER ZEITUNG ganz anders aufgearbeitet. Sie schreibt von den über 1000 Jobs, die in den letzten zwei Jahren verloren gingen und von den Aktionären, die gegen 3 Milliarden Franken abschreiben mussten. Und dann werden die Entschädigungen der Topmanager aufs Tapet gebracht, die ihren Abgang trotz Millionen-Verlusten von Ascom mit Millionen Franken vergoldeten.

Das ernüchterte Fazit der BZ:

"Die Schamlosen sind unter uns - nicht nur in Zürich, sondern auch in Bern."

swissinfo, Etienne Strebel

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