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Presseschau vom 21.10.2002

swissinfo.ch

Die Expo.02 ist vorbei. Die Schweizer Zeitungen kommentieren nicht unkritisch, doch primär wehmütig.

Dieser Inhalt wurde am 21. Oktober 2002 - 08:42 publiziert

Was bleibt - das werde sich erst später zeigen, so der Tenor.

"Fin.02", schreibt LE TEMPS.

"Lichterlöschen an der Expo.02", titelt das ST. GALLER TAGBLATT. Denn: "Die sechste Landesausstellung ist Geschichte."

Trotzdem, so die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG, "beginnt sie nach Einschätzung der Macher erst jetzt 'ihre Wirkung in unsere Herzen, Gespräche und Köpfe zu tragen', wie sich Generaldirektorin Nelly Wenger an der Schlusszeremonie ausdrückte".

Dem stimmt die NEUE LUZERNER ZEITUNG zu: "Die Expo lässt sich nicht abschütteln. (...) Die Landesausstellung mit ihren kleinen feinen Widerhäkchen wird sich in unser kollektives Gedächtnis einnisten."

Die Expo im Sommer 02 werde sich ihren Besuchern in die Erinnerung einprägen, "in derselben Art, wie auch der erste Schultag, die Autofahrprüfung, die RS-Aushebung oder die Hochzeitsreise".

"Danke, dass Ihr es gewagt habt", titeln die Neuenburger Zeitungen L'EXPRESS und L'IMPARTIAL. Nach Swissair-Debakel, Amoklauf in Zug, nachrichtenlosen Vermögen und Bankgeheimnis habe die Schweiz "ein junges Herz und schöne Beine gezeigt".

Was bleibt?

Die 159 Expo-Tage sind vorbei, es "bleibt das unsichere Klima, das sie schuf", meint die BASLER ZEITUNG. Das Blatt relativiert die Kritik, die Expo sei vage und unbestimmt:

"Denn über die Fälle des künstlerisch Missratenen - das es reichlich gab - hinaus, ist das Unbestimmte und Vage auch eine typische Signatur der Zeit, welche die Offenheit historischer Umbrüche bezeichnet: Die Wolke von Yverdon könnte sich in der Langzeit-Erinnerung als Beispiel dieser Art von inhaltlich genau so gemeinter Vagheit herausstellen."

Der Berner BUND spricht vom "langen Sommer der Leichtigkeit". Es blieben: "Bilder, nichts als Bilder."

Denn: "Die Expo.02 hat die Besucher mit ihren Gedanken in Ruhe gelassen, ihnen die Reflexion nicht aufgezwungen. Das Tempo des Ausstellungsbesuchs und die persönlichen Interessen der Besucher bestimmen die Bilanz der Nachhaltigkeit."

Was bleibt denn nun - konkreter ist der BLICK:

"Die Flasche Wein, die der Innerschweizer Handwerker mit dem Genfer Rentner geteilt hat. Das gemeinsame Klönen mit dem Vordermann in der Schlange vor dem Monolith. Dasselbe Schimpfwort auf dem Teller wie der Nebenmann, bevor das Geschirr im Pavillon 'Happy End' gegen die Wand fliegt."

Und überhaupt: "Die Expo ist Geschichte. Wie gut sie wirklich war, weiss die Zukunft."

Seid heiter

Man muss ja nicht immer weit voraus blicken. "Schade? Schade!", titelt die BERNER ZEITUNG. Und der Kommentator bemüht sich, sich ans Schriftbild des Wortes "Ex-Expo.02" zu gewöhnen.

Die THURGAUER ZEITUNG findet es unsinnig, "jetzt noch über den hohen Preis für dieses vergängliche Spektakel zu streiten. (...) Das Publikum war reifer und toleranter als die Kritiker, die dieser Expo keine Chance gaben oder geben wollten."

Das Leben nach der Expo - der TAGES-ANZEIGER versuchts mit einem Rezept "gegen den grossen Kater" und bemüht William Shakespeare:

"Die Expo war ein Fest, nicht weniger, nicht mehr. Teuer, aber schön. Seid heiter."

swissinfo, Eva Herrmann

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