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Presseschau vom 20.01.2003

Kriegsängste wegen der Irak-Krise sowie Freud und Pein im schweizerischen Skisport prägen viele Titelblätter der Tagespresse.

Dieser Inhalt wurde am 20. Januar 2003 - 10:26 publiziert

Nicht zu kurz kommt auch ein Binnenland, das den grossen Seefahrernationen den Wind aus den Segeln nimmt.

"Kälte und Bush getrotzt", schreibt der Berner BUND. Er berichtet wird über die grösste Antikriegs-Demonstration in den USA seit dem Vietnamkrieg. Er schreibt kritisch: "Die grossen Medien scharen sich recht unkritisch hinter die Bush-Regierung. Vor allem die in hartem Wettbewerb stehenden Fernsehketten überbieten sich in martialischer Inszenierung des Truppenaufmarschs, als ob der Krieg bereits begonnen hätte."

Trotzdem gingen am Wochenende Hunderttausende gegen den Krieg auf die Strasse. Befriedigt schreibt der BUND: "Mit der Grossdemonstration vom Wochenende hat die Friedensbewegung gezeigt, dass sie mehr ist als eine Veranstaltung einstiger Vietnamkriegs-Gegner."

Der TAGES ANZEIGER hebt hervor: "Im Zentrum der Macht demonstrierten auch Vertreter des 'typischen' Amerika, so genannt solide Bürger: Ärzte, Beamte, Geschäftsleute, Techniker, Pensionäre - nicht wenige übrigens zum ersten Mal."

Präsident Bush wird es nun wahrscheinlich schwerer haben, das Land hinter sich scharen, wenn er einen Krieg gegen Irak vom Zaun bricht. Der Tagi meint: "Lediglich zu erklären, Friedensdemonstrationen seien eine löbliche Ausübung bürgerlicher Rechte, wird fortan nicht mehr genügen."

Dies ist auch für den BUND ein Hoffnungsschimmer: "Denn mit einer offenen, demokratischen Gesellschaft im Rücken ist es heikel, ohne unmittelbar sichtbare schwere Bedrohung Krieg zu führen. Dies zumindest ist ein Hoffnungsschimmer in einer an Hoffnung armen Weltlage."

Sportliche Erfolge

Die BASLER ZEITUNG schreibt euphorisch: "Das Team des Binnenlandes Schweiz hat es geschafft, sämtlichen Regatta-Cracks der Welt den Wind buchstäblich aus den Segeln zu nehmen."

Die BAZ hat auch den "Verantwortlichen" für den Erfolg geortet: "Entscheidend für den Erfolg waren Führungsstil und Charisma des Genfer Unternehmers, der es schaffte, die gescheitesten Köpfe der ETH Lausanne, die besten Bootsbauer und begabtesten Regattasegler aus aller Welt zu einem siegreichen Team zusammen zu schweissen."

Die BAZ weitet den sportlichen Erfolg in eine Perspektive für die Schweiz aus: "Bertarelli lehrt uns, dass das scheinbar Unmögliche möglich wird, wenn Geld, Geist und guter Wille auf ein gemeinsames Ziel gerichtet werden. Gäbs nur mehr Unternehmer solcher Klasse - der Schweizer Wirtschaft ginge es wohl besser."

Ein wenig regionaler sieht dies die Genfer LE TEMPS: "Cette victoire, c'est, au-delà de la réussite sportive, un formidable succès technologique. Des entreprises romands et l' Ecole polytechnique fédéral de Lausanne ont montré leur savoir-faire et mis en avant leurs ressources d'intelligence et de talents. (...) Cette démonstration est la meilleure des cartes de visite pour toute une région."

Dieser Sieg ist neben dem sportlichen Aspekt ein ausgezeichneter technologischer Erfolg. Die Unternehmen aus der Romandie und die ETH Lausanne haben ihr Know how mit ihren Intelligenz-Ressourcen und dem vorhandenem Talent realisiert. Diese Demonstration ist die beste Visitenkarte für die ganze Region.

Umstrittener Freshner

Die Durststrecke scheint zu Ende. Nach fünf Jahren hat wieder einmal ein Schweizer das traditionsreichste Schweizer Skirennen gewonnen. Bruno Kernen brillierte am Samstag am Lauberhorn. Am Sieg gibt es nichts zu rütteln, am Verhalten des Cheftrainers jedoch schon.

Der Berner BUND meint: "Rascher als erwartet durfte der neue Schweizer Alpinchef Karl Freshner einen bemerkenswerten Erfolg feiern. (...) Einen zweiten Sieg der allerdings unschönen Art errang Freshner wenige Stunden nach Kernens Triumph. Der erfolglose Slalomtrainer Christian Huber (...) kam mit seinem sofortigen Rücktritt der wahrscheinlichen Entlassung durch Freshner zuvor."

Das Fazit des BUNDes: "Mit seinem kompromisslosen Vorgehen schafft sich Freshner allerdings nicht nur Freunde. Swiss-Ski könnte bei Misserfolg vor turbulenten zwei WM-Wochen stehen.

Ins selbe Horn stösst die NEUE LUZERNER ZEITUNG: "Der Erfolg legitimiert derzeit Freshners Methoden. Aber Swiss-Ski muss sich heute überlegen, was morgen kommen soll. Irgendwann wird Freshner gehen."

Das Boulevard-Blatt BLICK freut sich ganz einfach mit Bruno Kernens Frau Silvia: "Jetzt liegt WM-Gold drin."

Und die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG bringt es mit einer Bildunterschrift auf den Punkt: "Der 'eiserne Karl' - der Cheftrainer macht variantenreich von sich reden."

swissinfo, Etienne Strebel

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