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Presseschau vom 14.03.2003

Die Schweizer Presse thematisiert die intensive Suche nach den Tätern und Drahtziehern der Ermordung des serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic.

Dieser Inhalt wurde am 14. März 2003 - 10:00 publiziert

Auch der Irak-Konflikt lässt den Medien keine Ruhe.

Die Ermittlungen im Mordfall Zoran Djindjic führen laut der BERNER ZEITUNG in die Belgrader Unterwelt.

Dazu die BZ: "23 Mitglieder des berüchtigten Zemun-Clans werden jetzt von den Behörden gesucht." Dieser sei laut dem serbischen Vize-Regierungschef Zoran Korac die mächtigste Verbrecher-Organisation auf dem Balkan.

Pakt mit dem Teufel

"Die Mörder wurden bei der Ex-Geheimpolizei rekrutiert", schreibt die NEUE LUZERNER ZEITUNG. Nach dem Sturz des Milosevic-Regimes habe Djindjic ein Blutvergiessen vermeiden wollen und deshalb einen Pakt mit ehemaligen Geheimdienstmitgliedern geschlossen. Nun sei jedoch Djindjic entschlossen gewesen, eine Verhaftungswelle in die Wege zu leiten.

Machtkampf mit der Unterwelt

Ähnlich äussert sich auch DER BUND: "Djindjic wurde offenbar Opfer eines Unterweltkomplotts einer ehemaligen Elitetruppe der Geheimpolizei von Milosevics."

Die Fahndung nach den Mördern laufe auf Hochtouren. Das Fazit des BUND: "Beobachter fürchten, dass der Machtkampf mit der Unterwelt erst bevorsteht und das Land noch ins Chaos stürzen kann."

Erfolgsdruck

Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG schreibt: "Die Regierung steht unter enormem Erfolgsdruck: Wenn diese Fahndung im Sand verläuft, kann sich künftig kein Regierungsmitglied seines Lebens mehr sicher sein."

Ähnlicher Meinung ist die BASLER ZEITUNG: "Djindjics Erben unter Erfolgsdruck", titelt die Zeitung. Und zieht den Schluss: "Djindjics Tod öffnet ein ungeheures Machtvakuum, von dem alle wichtigen Akteure angezogen werden."

Auch der TAGES-ANZEIGER thematisiert den Mord an Zoran Djindjic und befürchtet: "Der Mord am serbischen Ministerpräsidenten destabilisiert nicht nur Serbien, sondern die ganze Region."

Tiefe Gräben

Die NEUE LUZERNER ZEITUNG thematisiert die tiefen politischen Gräben in der Irak-Krise: "Am Sitz der UNO in New York wird spekuliert, ob die USA angesichts des anhaltenden diplomatischen Seilziehens überhaupt noch eine Abstimmung im Sicherheitsrat anstrebten."

Die NLZ erwähnt zudem angebliche Geheimverhandlungen der USA mit irakischen Militärs. Allerdings seien diese Kontakte von der US-Regierung dementiert worden.

Kalte Schulter für Blair

DER BUND thematisiert die angeblich abgekühlte Beziehung zwischen Grossbritannien und den USA: "Fieberhaft bemühte sich Tony Blair um das Zustandekommen einer neuen Irak-Resolution. Doch sein Vorschlag, Bagdad einen Forderungskatalog zu unterbreiten, stösst auf taube Ohren. Nicht einmal die USA unterstützen ihren Verbündeten."

US-Politik im Dilemma

Laut der NZZ befindet sich Amerikas Irak-Politik in einem Dilemma: "Washington scheut davor zurück, die Debatte über den Irak abzubrechen und ohne eine neue UNO-Resolution einen Krieg zu beginnen." Dies geschehe zum Teil aus Rücksicht auf den britischen Premierminister Blair, aber auch aus Angst vor einem diplomatischen Scherbenhaufen.

Warten auf den grossen Knall

"Warten auf den grossen Knall", schreibt die BASLER ZEITUNG. Und: "Der Irak-Konflikt hat den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ins Rampenlicht gerückt. Hier stossen die harten Fronten von Befürwortern und Gegner eines Krieges aufeinander. Noch wird hart gefeilscht, doch die Zeit der Diplomatie läuft aus."

Gefahr für die Welt

Viel Moral und kritische Töne verströmt der BLICK. "Kein Krieg", titelt die Boulevard-Zeitung. Und: "Krieg ist immer Versagen, immer eine humane Katastrophe. Wer sich selbst zum Richter über Krieg ernennt, wird selbst zur Gefahr für die Welt."

swissinfo, Elvira Wiegers

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