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PRESSE/Zweifel an Commerzbank-Rückzahlung

Dieser Inhalt wurde am 29. März 2010 - 06:40 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Beim staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin mehren sich nach Informationen der "Wirtschaftswoche" Zweifel, ob die Commerzbank die fälligen Zinsen für ihre Rettung zahlen wird. Einige Kontrolleure hielten es sogar für möglich, dass der Staat auf einen Teil der rund 18 Milliarden Euro verzichtet, die er in die Rettung der Commerzbank investiert hat, berichtet die Zeitschrift. Die Bank sei nach der Hypo Real Estate der grösste Sorgenfall, wird ein Mitglied des Soffin-Kontrollausschusses zitiert.
Ein Sprecher der zweitgrössten Bank Deutschlands wies den Bericht zurück. "Wir sagen das, was wir immer gesagt haben: Wir beginnen spätestens 2012 mit der Rückzahlung. An unseren Gewinnzielen hat sich nichts geändert." Für übernächstes Jahr hat Commerzbankchef Martin Blessing einen operativen Gewinn von 4 Milliarden Euro als Ziel ausgegeben. Im Januar ist das Institut nach Angaben von Finanzchef Eric Strutz wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt.
HINTERGRUND
Eigentlich verzinst die Commerzbank die 16 Milliarden Euro, die der Bund als stille Einlage eingezahlt hat, mit neun Prozent. Allerdings nur in dem Fall, dass die Bank einen Gewinn erwirtschaftet. Durch den überraschend hohen Verlust von 4,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr sind dem Bund laut Wirtschaftswoche rund 1,5 Milliarden Euro Zinsen entgangen.
Der staatliche Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) war im Herbst 2008 gegründet worden, um der Finanzbranche mit bis zu 480 Milliarden Euro unter die Arme zu greifen. Er hat Garantien für einen Kreditrahmen in Höhe von knapp 150 Milliarden Euro zugesagt. Banken können sich dadurch auf dem Kapitalmarkt billiger Geld leihen, weil im Fall einer Pleite notfalls der Fonds aushelfen würde. Im Gegenzug müssen diese Banken aber Gebühren zahlen. Zudem hat der Fonds 28 Milliarden Euro an Banken als frisches Eigenkapital gegeben. Dafür ist er inzwischen einziger Eigentümer der HRE und an der Commerzbank Commerzbank, der WestLB und der Aareal Bank beteiligt./ce/DP/he

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