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PRESSE/Fusion von Schaeffler und Conti wegen Steuerforderungen auf der Kippe

Dieser Inhalt wurde am 01. November 2010 - 08:07 publiziert

DÜSSELDORF (awp international) - Die Fusion des Familienkonzerns Schaeffler mit dem Autozulieferer Continental steht einem Pressebericht zufolge auf der Kippe. Steuerforderungen in Milliardenhöhe aus den USA könnten die Verschmelzung auf Jahre hinauszögern oder völlig vereiteln, berichtete das "Handelsblatt" (Montag) unter Berufung auf das Schaeffler-Umfeld. Contis Chefaufseher Wolfgang Reitzle stelle sich darauf ein, das Unternehmen weiter eigenständig zu führen, hiess es. Er setze derzeit eher auf Kooperation statt Fusion. Im Einkauf und in der Produktion arbeiten die Unternehmen schon eng zusammen.
Zuletzt war von Schaeffler-Chef Jürgen Geissinger Ende 2011 als frühester Termin für einen Zusammenschluss genannt worden. Doch laut Zeitung gibt es inzwischen keinen konkreten Fahrplan mehr für die Fusion. Das Ziel sei zwar nicht aufgehoben, aber doch aufgeschoben, schrieb das Blatt. 2008 hatte sich Schaeffler nach zähem Ringen mit Continental auf eine Übernahme geeinigt. Die Gruppe um Maria-Elisabeth Schaeffler kaufte sich eine 75-Prozent-Mehrheit an Continental und musste dafür mehr als zehn Milliarden Euro Schulden machen.
Vor diesem Hintergrund drückten die Steuerprobleme, berichtete das Blatt. Die US-Behörden erhöben Forderungen gegen Haupteigner Georg Schaeffler, der seinen Wohnsitz seit Jahren in den USA hat und dort als Anwalt tätig ist. Die Schaeffler-Gruppe gehört ihm zu 80 Prozent. Die Rede sei von 400 Millionen Dollar Steuerschuld, die durch die Umwandlung der Schaeffler KG in eine kapitalmarktfähige Gesellschaft als Bilanzgewinn angefallen seien, heisst es laut Zeitung in Unternehmenskreisen. Es sei vereinbart, dass eine entsprechende Steuerrechnung aus der Unternehmenskasse bezahlt werden soll.
Bei der eigentlich geplanten Fusion mit Continental würden zudem weitere Steuerforderungen aus den USA auf Schaeffler zukommen ? dem Blatt nach bis zu 1,5 Milliarden Dollar. Im Umfeld werde das zurückgewiesen. Es gebe derzeit keine konkreten Summen.
Conti-Chef Elmar Degenhart erklärte in der Zeitung, es spielten "allerlei rechtliche Fragen" eine Rolle, auf die sein Unternehmen keinen Einfluss habe. Wie es weitergehe, hänge ausschliesslich "von den Begebenheiten bei Schaeffler ab"./enl/tw

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