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Portugals "Giganten" letzter Gegner der Schweiz

Der letzte Match für Köbi Kuhn vor der Übergabe an Ottmar Hitzfeld. Keystone

Bereits ausgeschieden, wird sich die Schweiz von der Euro und den Fans am Sonntag in Basel im St. Jakob-Park verabschieden. Das Spiel gegen die Stars aus Portugal ist bedeutungslos. Werden die Stammspieler den Ersatzspielern Platz machen?

Dieser Inhalt wurde am 14. Juni 2008 - 18:21 publiziert

Welche Mannschaft wird der Schweizer Trainer Köbi Kuhn für sein 73. und letztes Spiel an der Spitze der Schweizer Nationalmannschaft am Sonntag gegen Portugal aufstellen?

Die Ausgangslage ist in mancherlei Hinsicht besonders. Die Nati wird sich mit dem Spiel gegen die lusitanischen Ballkünstler von der Euro 2008 und dem Publikum verabschieden.

Eines ist sicher: Die Schweizer werden ihr Bestes geben und sogar davon träumen, zum ersten Mal eine Partie an einer Europameisterschaft zu gewinnen. Etwas, was ihnen 1996 in England und auch 2004 in Portugal nicht gelungen ist. "Dies sind wir unseren Fans schuldig", sagt der Assistenztrainer Michel Pont.

Deshalb sollte auch die bestmögliche Mannschaft im St. Jakob-Park auf dem Feld sein, mit Ausnahme der Verletzten Stürmer Alexander Frei und Marco Streller.

Keine Ersatzspieler

"Den Begriff Ersatzspieler gibt es auf diesem Niveau nicht. Als Trainer muss man immer die Besten auf dem Feld haben. Und jene, welche die zwei Niederlagen gegen Tschechien und die Türkei einstecken mussten, waren vielleicht auch nicht die Besten auf dem Platz", so die Analyse des ehemaligen Nationalspielers und Trainers Umberto Barberis.

Der Fachmann für swissinfo während der Euro räumt jedoch ein, dass Auswechslungen unumgänglich sind: "Es geht nicht darum, jene zu belohnen, die nicht gespielt haben, sondern sich aus dieser Euro mit erhobenem Haupt zu verabschieden. Für mich ist ein Sieg nicht unbedingt nötig, denn der Gegner ist sehr stark. Ein Unentschieden wäre bereits eine ausgezeichnete Leistung" , meint der Alt-Internationale.

"Die Portugiesen werden jedoch ihre Haut so teuer wie möglich verkaufen, obschon ihnen der Gruppensieg nicht mehr zu nehmen ist. Verlieren kommt für sie nicht in Frage, das ist keine Motivation. Die Schweiz muss daher aufpassen, ihre Angriffe nicht zu sehr zu forcieren, denn sonst heisst es schon bald 3:0..."

"Zubi" will noch einmal

Ersatztorhüter Pascal Zuberbühler, die ehemalige Nummer Eins der Nationalmannschaft, möchte seine internationale Karriere, die im September 1994 begann, mit einem letzten glanzvollen Auftritt beenden, am liebsten natürlich im Trikot der Nationalmannschaft.

"Bis jetzt haben wir noch nicht das geleistet, was es gebraucht hätte. Wir haben guten Fussball gezeigt, doch vorne fehlte es uns an Effizienz und in der Verteidigung haben wir Fehler gemacht", bedauert er.

"Auf internationalem Niveau kann man sich das nicht leisten. Im Spiel gegen Portugal bleibt uns eine letzte Chance, das Versäumte nachzuholen. Auf ein Aufgebot kann ich nicht zählen, doch wenn der Trainer mich einsetzen will, bin ich bereit!"

Ronaldo, Deco und die andern

Im Lager der Portugiesen löst die Mannschaftsaufstellung für das Spiel am Sonntag gegen das Gastland lebhafte Diskussionen aus. Die Gründe sind jedoch ganz anderer Art.

Dank den zwei Siegen gegen die Türkei (2:0) und Tschechien (2:1) sind die Portugiesen Sieger der Gruppe A und müssen sich gegenüber der Schweiz nicht mehr gross beweisen. Auch wenn ihre zahlreichen Fans von der Seleção sehr viel erwarten.

Wird der brasilianische Trainer Luiz Felipe Scolari es wagen, einige seiner Stars wie Cristiano Ronaldo, Deco, Simão oder Nuno Gomez auf der Ersatzbank ruhen zu lassen?

Für Nuno Tiago Pinto, Journalist der portugiesischen Wochenzeitung Sabado und zur Zeit in der Schweiz, würde ein solches Szenario von den begeisterten Anhängern durchaus goutiert.

"Klar, die Fans wollen Ronaldo sehen. Doch sie wissen auch ganz genau, dass er sicher im Viertelfinal spielen wird. Wenn also er und Deco, Simão oder Nuno Gomez auf der Bank sitzen werden, dann sind auch die leidenschaftlichsten Fans zufrieden. Sie werden Nani oder Quaresma spielen sehen. Klangvolle Namen und keineswegs das letzte Aufgebot."

swissinfo, Mathias Froidevaux
(Übertragen aus dem Französischen: Christine Fuhrer)

In Kürze

Die Schweiz hat die Möglichkeit, gegen Portugal ihr erstes Spiel an einer Europameisterschaft zu gewinnen.

1996 in England spielte sie 1:1 gegen den Gastgeber, verlor gegen Holland 0:2 und gegen Schottland 0:1. 2004 in Portugal erreichte sie gegen Kroatien ein 0:0, verlor gegen England 0:3 und gegen Frankreich 1:3.

An der Europameisterschaft im eigenen Land ging das Eröffnungsspiel gegen Tschechien 0:1 verloren wie auch das Spiel gegen die Türkei (1:2). Vor dem letzten Gruppenspiel gegen Portugal ist die Schweiz bereits ausgeschieden.

Am Sonntag wird der zweite Viertelfinalteilnehmer der Gruppe A unter der Türkei und Tschechien ausgemacht. Portugal ist als Gruppensieger bereits qualifiziert.

Sollten Tschechien und die Türkei unentschieden spielen, dann käme es zu einem Elfmeterschiessen, denn das Torverhältnis der beiden Mannschaften ist identisch.

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