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Anzeige wegen Leugnung des Völkermords in Srebrenica

Zum ersten Mal in der Schweiz haben zwei Organisationen eine Strafanzeige wegen Leugnung des Völkermordes in Srebrenica und weiterer Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Bosnien eingereicht. Die Anzeige richtet sich gegen Autoren der Zeitschrift "La Nation".

Dieser Inhalt wurde am 19. April 2010 - 15:14 publiziert

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und die Schweizerische Gesellschaft für Völkerstrafrecht (TRIAL) reichten am Montag in Lausanne eine Anzeige beim kantonalen Untersuchungsrichter ein.

"Zum ersten Mal muss nun ein Schweizer Gericht zum Völkermord in Srebrenica Stellung beziehen", sagte Ruth-Gaby Vermot, GFbV-Präsidentin und ehemalige SP-Nationalrätin.

Nach dem Ausrufen der Unabhängigkeit des Kosovo im Februar 2008
publizierte "La Nation" eine Serie von Artikeln über das "mediale
Lynchen der Serben". Darin bezeichneten die Autoren laut den beiden
Organisationen das Massaker in Srebrenica, bei dem über 8000
muslimische Männer und Knaben ermordet worden waren, als "Pseudo- Massaker".

Die beiden Männer hätten zudem die Gräueltaten in Konzentrationslagern in Frage gestellt, ebenso die Massenvergewaltigungen durch bosnische Serben und serbische Granatangriffe auf den Marktplatz von Sarajevo.

Herausgeberin der Zeitschrift "La Nation" ist die am rechten Rand angesiedelte Waadtländer Liga (Ligue Vaudoise), die sich für eine Stärkung der Waadtländer Identität einsetzt. "La Nation" hat eine Auflage von rund 4000 Exemplaren.

swissinfo.ch und Agenturen

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