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Plädoyer für Mehrsprachigkeit

Gerard Westhoff, Präsident des Internationalen Deutschlehrer-Verbandes, plädiert für Mehrsprachigkeit. Keystone

Mit einem Plädoyer für Mehrsprachigkeit ist am Samstag (03.08.) in Luzern die Internationale Tagung der Deutsch-Lehrerinnen und -lehrer abgeschlossen worden. Mehrsprachigkeit sei entscheidend für die Friedensförderung, heisst es in einer Resolution.

Dieser Inhalt wurde am 04. August 2001 - 11:42 publiziert

Rund 17'00 Deutschlehrende aus 90 Ländern nahmen an der Tagung teil. Die Woche stand unter dem Thema «mehr Sprache - mehrsprachig - mit Deutsch». Es ging dabei vorab um den fachlichen Austausch und die Erarbeitung gemeinsamer Positionen.

In einer Resolution stellen die Tagungsteilnehmer das friedliche Zusammenleben der Menschen in Zusammenhang mit Mehrsprachigkeit. Diese sei eine Aufgabe all jener, die in den Bildungsprozess eingebunden seien: Eltern, Schule, Forschung, Weiterbildung, Medien, Regierungen.

Kritik an EU und Europarat

In diesem Zusammenhang werden in dem Papier auch die Europäische Union (EU) und der Europarat kritisiert. Es sei nicht glaubwürdig, wenn sie zwar Mehrsprachigkeit propagierten, selbst jedoch vor allem Zweisprachigkeit (Englisch/Französisch) praktizierten.

Für die Deutschlehrenden besteht kein Widerspruch zwischen der Förderung und Benutzung einer Lingua franca (zurzeit Englisch) in einigen Arbeitsbereichen und einer lebendigen Mehrsprachigkeit in anderen Bereichen. Der Kosten würden vielfach überschätzt. Kosten und Folgen der Einsprachigkeit seien dagegen erheblicher.

Sprachenlernen ist gemäss Resolution eine lebenslange Möglichkeit und Aufgabe. Mehrsprachigkeit fördern heisse, früh beginnen. In mehrsprachigen Familien und Quartieren, im Kindergarten und in der Schule lägen dafür günstige Voraussetzungen vor.

Englisch nicht zuerst

Als erste sollte eine Fremdsprache aus dem Lebensumfeld der Kinder unterrichtet werden (z.B. eine zweite Landessprache). Das Erlernen der englischen Sprache müsse Eltern und Kindern heute garantiert werden, doch sollte sie nicht als erste Fremdsprache unterrichtet werden. Sonst entstehe der Eindruck, das Erlernen weiterer Sprachen sei nicht erforderlich.

Die Tagungsteilnehmer plädieren weiter für eine verstärkte Förderung des Deutschunterrichts. Dieser bedürfe als Beitrag zur Mehrsprachigkeit überall der Förderung. Darüber hinaus sei es erforderlich, auch die Sprachen von Minderheiten sowie von Migranten ins Sprachenangebot des allgemeinen Bildungswesens einzubeziehen.

swissinfo und Agenturen

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