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Petroplus Q3: Erneuter Verlust - Umsatz steigt (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 03. November 2010 - 17:44 publiziert

Zug (awp) - Die Raffineriebetreiberin Petroplus hat auch im dritten Quartal rote Zahlen geschrieben. Wie drückten die in der Raffineriebranche gesunkenen Margen auf das Ergebnis. Eine Kapitalerhöhung, worüber im Vorfeld spekuliert wurde, hat Petroplus aber nicht ankündigen müssen. Die Aktien zeigen sich von den zuletzt erlittenen Abgaben erholt.
Der Umsatz der weitergeführten Geschäfte - also ohne die im Laufe des Jahres 2009 stillgelegte britische Anlage Teesside und ohne die veräusserte Raffinerie in Antwerpen - erhöhte sich dagegen im dritten Quartal auf 5'152,0 (VJ 3'999,8) Mio USD. Im zweiten Quartal war der Umsatz von 4'915,9 Mio USD von Revisionsarbeiten geprägt, während im dritten Quartal in der Produktion keine grösseren Unterbrüche stattfanden.
Petroplus habe die Verarbeitungskapazität respektive den Throughput im dritten Quartal auf 620'000 Barrel pro Tag nach 605'000 im Vorquartal steigern können, sagte CFO Joseph Watson an einer Telefonkonferenz am Mittwoch. Das Unternehmen besitzt und betreibt momentan sechs Raffinerien in ganz Europa, diese haben eine Rohölverarbeitungskapazität von insgesamt rund 752'000 Barrel pro Tag.
GESUNKENE MARGEN
Der operative Verlust konnte gegenüber der Vorjahresperiode auf 53,3 (VJ 123,1) Mio USD verringert werden, lag damit aber über dem Betriebsverlust von 33,8 Mio USD aus dem zweiten Quartal. Der Reinverlust nach IFRS betrug 93,8 (VJ 148,1) Mio USD, nach einem Minus von 119,1 Mio USD im zweiten Quartal 2010.
Bereinigt um Lagerbewertungseffekte (FIFO-Methode) durch Veränderungen des Ölpreises resultierte ein geschätzter Reinverlust von 70 Mio USD, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Im Vorquartal wurde hier ein Gewinn von 35 Mio USD erzielt. Der bereinigte Refining & Marketing EBITDA wird mit 80 (Q2 195) Mio USD angegeben.
CEO Jean-Paul Vettier sprach von insgesamt enttäuschenden Zahlen. Insbesondere in den Monaten Juli und August habe das Geschäft unter den gesunkenen Raffineriemargen in Europa gelitten. Diese seien um rund 2 USD je Barrel auf unter 2 USD gesunken. Bereits im laufenden vierten Quartal seien die Margen aber wieder über die 4-USD-Schwelle geklettert.
Verbesserungen habe das Unternehmen im Liquiditätsmanagement erzielt, sagte Finanzchef Joseph Watson. Per Ende Q3 lag die Cash-Position bei 189 Mio USD nach 175 Mio USD Ende Juni. Darin nicht enthalten seien die 91 Mio USD aus dem Verkauf der Beteiligung an der PBF Energy Company von Mitte Oktober.
Der Konzern will noch im November mit den zuständigen Banken Verhandlungen wegen auslaufender Darlehen aufnehmen. Vettier zeigte sich zuversichtlich, dass mit den Kreditgebern praktikable Lösungen gefunden werden.
BESSERES MARKTUMFELD ERWARTET
Das Marktumfeld dürfte im Jahr 2011 weiterhin herausfordernd bleiben, so der CEO zum Ausblick. Verglichen mit dem Jahr 2010 rechnet er aber mit einer besseren Situation. Dabei strebe Petroplus in der operativen Performance der Raffinerien weitere Fortschritte an. Für 2011 wird eine Verarbeitungskapazität für alle sechs Anlagen von 580'000 bis 640'000 Barrel pro Tag erwartet.
Noch offen ist, wie hoch der Schaden aus den beendeten Streiks und Blockaden an französischen Meereshäfen für Petroplus sein wird. Der für beinahe zwei Wochen unterbrochene Betrieb in Petit Couronne sei bereits wieder aufgenommen worden. "In Cressier werden wir dies in diesen Tagen tun", sagte Jean-Paul Vettier.
Die Raffinerie in Reichstett, die in Zukunft vor allem als Lager dient, soll demnächst den Betrieb aufnehmen. Zu finanziellen Belastungen aus der geplanten Betriebsschliessung konnte der CEO noch nichts sagen.
An der Börse schlossen die Petroplus-Aktien 1,9% fester bei 11,02 CHF (Tageshoch: 11,31 CHF) und konnten damit einen Teil der deutlichen Verluste vom Dienstag (-5,1%) wieder gut machen.
mk/cc

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