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Panalpina H1: Gewinn unter den Prognosen - Wachstumsziel nicht erreichbar (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 04. August 2011 - 15:41 publiziert

Basel (awp) - Der Transport- und Logistikkonzern Panalpina hat im zweiten Quartal 2011 unter einem sich abschwächenden Umfeld und dem starken Franken gelitten. Zudem hat sich das Unternehmen auf die Verbesserung der Profitabilität konzentriert, was sich negativ auf die Transportvolumen ausgewirkt habe. Das Ziel, schneller als der Markt zu wachsen, ist ausser Sichtweite geraten.
Der Nettoumsatz sank in der Berichtsperiode um 14% auf 1,63 Mrd CHF und der Bruttogewinn um 2,5% auf 370,9 Mio. Währungsbereinigt sei der Bruttogewinn indes um 10% gestiegen, unterstützt durch organisches Wachstum in allen Regionen und Segmenten, speziell in Nord- und Lateinamerika. In Nordamerika habe sich vor allem das wieder anziehende Geschäft im Bereich Öl und Gas sowie Neugeschäft in anderen Industrien positiv ausgewirkt.
Das operative Ergebnis auf Stufe EBITDA erreichte 53,7 Mio. Durch Währungseffekte seien 9 Mio verloren gegangen. Der EBITDA erreichte 14,5% des Bruttogewinns im zweiten Quartal und bezogen auf das Halbjahr 14,7%. Bis 2014 soll der Wert 20% erreichen.
Unter dem Strich verblieb ein Gewinn von 32,0 Mio, nach einem Verlust von 93 Mio im Vorjahresquartal. Der Vorjahreswert war von Rückstellungen für Bussen und Rechtskosten in den USA im Umfang von 128 Mio belastet gewesen. Mit den gezeigten Zahlen wurden die Vorgaben der Analysten verfehlt.
WENIG PROFITABLE VERTRÄGE AUFGELÖST
Panalpinas jüngste Anstrengungen zur Verbesserung der Profitabilität hätten sich auf die Transportvolumen ausgewirkt. "Nachdem wir gewisse Verträge mit hohen Volumen aber tiefen Margen aufgelöst hatten, gelang es uns nicht, diese Volumen durch neue Geschäfte schnell genug zu kompensieren", sagte Konzernchefin Monika Ribar am Donnerstag an einer Telefonkonferenz. "Wir waren vielleicht etwas zu optimistisch, was die Kompensation der aufgegebenen Kontrakte anging", räumte sie ein.
In Zahlen ausgedrückt gingen die Volumen in der Luftfracht um 9% zurück, in der Seefracht nahmen sie um 3% zu. Der starke Fokus auf die Profitabilität pro Frachteinheit habe auf der anderen Seite zu einer Zunahme des Bruttogewinns pro Tonne Luftfracht um 9% geführt. Der Bruttogewinn pro Seefracht-Container nahm im Vergleich zum Vorjahr um 7% ab.
TIEFERE PROGNOSE
In Anbetracht des sich abschwächenden Umfelds erwartet Panalpina, dass die Weltwirtschaft und der Markt weniger wachsen werden als noch zu Jahresbeginn angenommen. Das Unternehmen hat daher die Prognosen für das Marktwachstum für 2011 zurückgenommen. Neu geht Panalpina von einem Plus von 1-2% in der Luftfracht und von +5% in der Seefracht aus. Bis dato wurde 5-6% resp. 6-7% Marktwachstum in Aussicht gestellt.
Auch die jeweils zu Jahresende in der Frachtlogistik übliche "Peak-Season" wird das Jahr nicht retten - denn sie wird nicht stattfinden. "Wir rechnen zwar mit höheren Frachtvolumen als in der ersten Jahreshälfte", erklärte Ribar. Die Nachfrage werde das Angebot aber nicht übersteigen - eine Situation, welche die "Peak-Season" charakterisiert. "Es sind reichlich Kapazitäten vorhanden", erklärte Ribar diesbezüglich. Daher sei auch keine schnelle Erholung der aktuell eher tiefen Frachtraten zu erwarten.
Auch das Ziel, stärker als der Markt zu wachsen, scheint 2011 nicht realisierbar: "In einem sich verlangsamenden Markt wird es 2011 schwierig sein, das Marktwachstum zu egalisieren oder sogar zu übertreffen, aber wir haben die Basis für nachhaltiges, profitables Wachstum gelegt. Wir sind absolut zuversichtlich, dass wir die kürzlich gesteckten Finanzziele für 2014 erreichen können", so Ribar.
AKTIEN SINKEN
Die Aktien von Panalpina stehen nach Vorlage der Zweitquartalszahlen unter Abgabedruck und notieren um 15.30 Uhr 5,1% tiefer auf 79,60 CHF. Das Unternehmen hat mehr Geschäfte verloren, als dies von den Analysten erwartet wurde. Als belastend wird aber insbesondere der Umstand herausgestrichen, dass die Wachstumsziele für dieses Jahr kassiert wurden.
ra/tp

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