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NOK-Gruppe rüstet sich mit Handels- und Verkaufs-AG für die Liberalisierung des Strommarktes

Im Hinblick auf die Liberalisierung des Strommarktes gründen die in der NOK-Gruppe zusammengefassten Elektrizitätswerke der Kantone Aargau, St. Gallen und Appenzell, Schaffhausen, Thurgau und Zürich eine neue Handels- und Verkaufs-AG.

Dieser Inhalt wurde am 24. November 1999 - 14:08 publiziert

Im Hinblick auf die Liberalisierung des Strommarktes gründen die in der NOK-Gruppe zusammengefassten Elektrizitätswerke der Kantone Aargau, St. Gallen und Appenzell, Schaffhausen, Thurgau und Zürich eine neue Handels- und Verkaufs-AG. Die Eigentumsverhältnisse der Kantone an den Werken bleiben dabei unangetastet, wie die Elektrizitätswerke und die NOK am Mittwoch (24.11.) gemeinsam bekannt gaben.

Die bevorstehende Liberalisierung des Strommarkts stelle für die NOK-Gruppe eine grosse Zäsur dar, sagte NOK-Geschäftsführer Peter Wiederkehr am Mittwoch in Zürich. Mit dem Systemwechsel gehe ein Konzentrationsprozess einher, dem sich die Schweizer Werke nicht entziehen könnten. Im künftigen europäischen Markt könne nur bestehen, wer die Effizienz steigere und den notwendigen
unternehmerischen Handlungsspielraum erhalte.

Beteiligt an der neuen Gesellschaft sind die in der Gruppe der Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK) zusammengefassten Elektrizitätswerke der Kantone Aargau (AEW Energie AG), St. Gallen und Appenzell (St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG SAK), Schaffhausen (Elektrizitätswerke des Kantons Schaffhausen EKS), Thurgau (Elektrizitätswerk des Kantons Thurgau EKT) und Zürich (Elektrizitätswerke des Kantons Zürich EKZ). Die neue Gesellschaft erhält die Bezeichnung “Axpo” und soll sich zunächst primär auf die Akquirierung neuer Grosskunden konzentrieren sowie die Kantons-, Regional- und Gemeindewerke und Endverteiler im Bereich Marketing und Verkauf unterstützen. Hinzu kommt die Betreuung bestehender Beziehungen zu Grosskunden und Endverteilern der Gruppe, wobei sich an den jeweiligen Vertragsverhältnissen nichts ändert.

Zweck der neuen Handels- und Verkaufsgesellschaft ist die Bündelung von Handel, Produktentwicklung sowie Marketing- und Verkaufsaktivitäten der Gruppe unter einheitlichen Führung. Mit dieser Massnahme will die Gruppe laut ihren Angaben ihr Know-how sowie Synergie- und Volumeneffekte besser nutzen und zielgerichtet die Bedürfnisse der Kunden und jene des sich rasch entwickelnden Markts aufnehmen.

Fernziel der neuen Gesellschaft bleibt die Bildung einer strategischen Holding mit internationaler Ausrichtung. Diese kann nach Angaben der beteiligten Elektrizitätsunternehmen aus politisch-rechtlichen Gründen - insbesondere wegen der notwendigen Umwandlung der Kantonswerke in Aktiengesellschaften - frühestens in zwei Jahren realisiert werden.

Umstrukturierungskosten 200 Millionen Franken - 20 Prozent weniger Arbeitsplätze

Der Umbau der NOK-Gruppe wird laut Christian Rogenmoser, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich, Restrukturierungskosten von rund 200 Millionen Franken verursachen. Dadurch sollen Doppelspurigkeiten und Überlappungen abgebaut werden. Dies führe auf der anderen Seite zu einer Wertsteigerung und beträchtlichen Einsparungen. Einfluss wird die Neuorganisation auch auf die Zahl der Beschäftigten haben. Die
Verantwortlichen rechnen mit einer Reduktion des Personalbestands um 20 bis 30 Prozent. Der Abbau werde sozialverträglich und voraussichtlich ohne grösseren Entlassungen vorgenommen. Gleichzeitig würden aber auch neue Stellen, etwa im Verkauf und im Marketing geschaffen.

Die NOK versorgen gemeinsam mit den Kantonswerken EKZ, AEW, SAK, EKT und EKS in einem neun Kantone umfassenden Gebiet sowie in angrenzenden Regionen über 2,3 Millionen Menschen mit Strom. Die NOK beschaffen die elektrische Energie (Kernenergie und Wasserkraft) und transportieren den Strom in die Verbrauchsregionen. Die Kantonswerke verteilen den Strom an Endverbraucher und an kommunale Elektrizitätswerke.

SRI und Agenturen

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