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Neuer Alltag in Berlin

Werner Baumann will - anders als sein Vorgänger - privat eher im Hintergrund bleiben. Keystone

Werner Baumann, der neue Schweizer Botschafter in Deutschland, hat offiziell seine Arbeit aufgenommen. Neben den aktuellen Luftverkehrs-Problemen will er Akzente in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit setzen.

Dieser Inhalt wurde am 11. Juli 2002 - 11:20 publiziert

Am Dienstag übergab der neue Schweizer Botschafter in Berlin, Werner Baumann, sein Beglaubigungsschreiben dem deutschen Bundespräsidenten Johannes Rau. Der 55-jährige Diplomat aus dem Kanton Uri tritt damit offiziell die Nachfolge von Thomas Borer an.

Anders als Vorgänger Borer

Baumann sagte vor Journalisten, er wolle sich jetzt und in Zukunft nicht zu den Ereignissen um Thomas Borer äussern. "Ich hoffe, dass ich diesen Aspekt heute abschliessen kann."

Baumann betonte, er fühle sich in Berlin sehr wohl. Zur Trennung von Beruf und Privatsphäre erklärte Baumann: "Beruflich sind meine Frau und ich voll präsent, privat bleiben wir lieber im Hintergrund."

Skyguide: Imageschaden für die Schweiz

Das Thema der Flugkatastrophe dominierte und überschattete die ersten Arbeitstage des Vertreters der Schweiz. "Es wäre für mich sehr schwierig zu beurteilen, wie viele und welche Irrtümer passiert sind", erklärte Baumann dazu und verwies auf die laufenden Untersuchungen.

Jedoch sagte der Botschafter weiter: "Immer wenn etwas passiert, sei es in Folge eines menschlichen oder technischen Irrtums, und dies eine wichtige Institution des Landes betrifft, für die man Verantwortung zu übernehmen hat, folgt daraus ein Schaden für das Land." Allerdings dürfe man jetzt den Untersuchungen nicht vorgreifen.

Luftverkehrs-Abkommen: "Beziehungen bewahren"

Zurzeit ist anzunehmen, dass das Luftverkehrs-Abkommen zwischen Deutschland und der Schweiz nicht ratifiziert wird. In Bezug auf die Aussichten einer Wiederaufnahme der Gespräche erklärte der neue Botschafter, dass beide Seiten entschlossen sind, "vollumfänglich die seit jeher guten schweizerisch-deutschen Beziehungen zu bewahren".

Im Moment gehen die Bemühungen der beiden Regierungen vor allem dahin, in den Parlamenten die Ratifizierung des unterzeichneten Vertrags durchzubringen. "Es ist eine gute Lösung für die Interessen beider Länder, wie die Tatsache der Proteste auf beiden Seiten zeigt", sagte Baumann.

Sollte es nicht klappen, seien die beiden Regierungen in Bern und Berlin bereit, unverzüglich Gespräche aufzunehmen um abzuklären, "wie man aus dieser Sackgasse herauskommen und weitergehen kann".

Wirtschaftliche Beziehungen verstärken

"Wir glauben nicht, dass eine Absage des Abkommens die guten Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland beeinträchtigen kann", unterstrich der Botschafter.

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland "sind sehr, wirklich sehr wichtig", vor allem in der Wirtschaft und im Bereich der Investition, sagte Baumann. Er will diese Verbindungen noch weiter zu verstärken - vor allem auch in den neuen Bundesländern in Ostdeutschland.

Baumann von den Philippinen nach Berlin

Der 55-jährige Jurist arbeitet seit 1978 für das Departement für auswärtige Angelegenheiten. Zuletzt war Baumann Schweizer Botschafter auf den Philippinen. Davor hatte er in Paris für die Schweizer Delegation bei der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gearbeitet.

1993 wurde Baumann zum Vizedirektor und 1995 zum Stellvertretenden Direktor der OECD-Völkerrechtsdirektion ernannt. Auch beim Generalkonsulat in New York und an der Schweizer Botschaft in Prag vertrat der Diplomat die Schweiz.

Juan Carlos Tellechea, Berlin und Agenturen

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