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Neue Massnahmen, um Kyoto-Ziele zu erreichen

Der Strassenverkehr bleibt das grosse Problem beim Ausstoss von Treibhaus-Gasen. Keystone

Ohne zusätzliche Massnahmen wird die Schweiz ihren Ausstoss von Treibhausgasen gemäss Kyoto-Klima-Protokoll zwar senken, aber dennoch verfehlen.

Dieser Inhalt wurde am 14. Juni 2005 - 13:38 publiziert

Die Zielvorgaben von Kyoto zum Klimaschutz würden laut Behörden mit Hilfe einer CO2-Abgabe auf Brennstoffen und einem Klimarappen erreicht.

Gemäss den jüngsten Energie-Perspektiven des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) wird der Treibhausgas-Ausstoss der Schweiz per 2010 auf 50,77 Mio. Tonnen zurückgehen.

Dennoch droht laut BUWAL eine Ziel-Lücke von 2,5 Mio. Tonnen Kohlendioxid. Der von der Regierung (Bundesrat) beschlossene Mix aus CO2-Abgabe und Klimarappen könnte dieses Loch schliessen.

Nur 3,2% statt 8% Abnahme

Die knapp 51 Mio. Tonnen würden gemessen am Ausstoss von 1990 einer Abnahme von 3,2% entsprechen, gefordert sind laut Kyoto-Protokoll indes 8%. Das BUWAL weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Perspektiven auf dem Stand der ergriffenen Gegenmassnahmen per Ende 2004 fussen.

Kommt der vom Bundesrat im vergangenen März lancierte Vorschlag einer CO2-Abgabe auf Brennstoffen und eines Klimarappens auf Treibstoffen durch, könnte die Schweiz ihre Ziellücke schliessen.

Bei voller Umsetzung dieses Programms dürfte ein Rückgang von 8,7% resultieren, womit die Kyoto-Vorgabe übertroffen würde.

Beim wichtigsten Treibhausgas, dem Kohlendioxid, sagen die Berechnungen einen Rückgang von 2% voraus. Dieser setzt sich zusammen aus einer Abnahme von 7% bei den Brennstoffen (Heizung) und den industriellen Prozessen einerseits und durch eine Zunahme von 8% bei den Treibstoffen (Strassenverkehr) andererseits.

Strassenverkehr als Schlüsselproblem

Der Strassenverkehr erweist sich damit einmal mehr als Schlüsselproblem für die Erreichung der Klimaziele. Noch stärker zunehmen dürften die synthetischen Treibhausgase. Ihr Ausstoss wird gemäss Prognose zwischen 1990 und 2010 um den Faktor 3,5 steigen.

Da die synthetischen Treibhausgase aber heute nur rund ein Prozent des gesamten Ausstosses der Schweiz ausmachen, hat ihre Zunahme weniger Gewicht als jene bei den Treibstoffen.

Weniger Methan und Lachgas

Zweistellige Rückgangsraten werden beim Methan und dem Lachgas vorausgesagt. Die Emissionen von Methan dürften bis ins Zieljahr um rund 22% abnehmen, unter anderem auch wegen des vorausgesagten Rückgangs des Rindviehbestandes. Beim Lachgas wird ein Rückgang um 14% prognostiziert.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

1990 stiess die Schweiz insgesamt Treibhaus-Gase aus, die einer Menge von 52,45 Mio. Tonnen CO2 entsprechen.

Die Schweiz hat das Protokoll 2003 ratifiziert.

2010 wird die Schweiz immer noch 2,5 Mio. Tonnen mehr als im Kyoto-Protokoll vorgesehen ausstossen.

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Fakten

1997 haben sich die Industrieländer in Kyoto verpflichtet, ihre Emissionen an Treibhaus-Gases zu vermindern, um gegen die Klimaerwärmung zu kämpfen.
Das Kyoto-Protokoll zielt eine Reduktion des Ausstosses um 5,2% bis 2012 an. Dies betrifft die Gase CO2, Methan, N2O und drei synthetische Gase (HFC, PFC und SF6).

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