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Nationalelf zwischen Himmel und Hölle

Die Zeitungen sind sich einig: eine Zitterpartie mit Happyend. swissinfo.ch

Die Schweizer Presse jubelt über die Qualifikation der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft für die WM 2006 und ist voll des Lobes für den Trainer Köbi Kuhn.

Dieser Inhalt wurde am 17. November 2005 - 08:40 publiziert

Konsternation dagegen herrscht über die hässlichen Szenen nach dem Spiel in Istanbul vom Mittwoch, bei denen diverse Schweizer Spieler tätlich angegriffen wurden.

Trotz einer 2:4-Niederlage im Barrage-Rückspiel gegen die Türkei in Istanbul gelang der Schweiz am Mittwochabend die Qualifikation für die WM 2006 in Deutschland. Die Türkei dagegen muss zu Hause bleiben.

In der Schweiz fielen nicht nur die Fussballfans in einen Freudentaumel und feierten die Qualifikation in einer Freinacht, auch die Presse jubelt am Morgen nach dem Sieg.

Himmel

"Jungs, wir sind stolz auf euch!", titelt die "Südostschweiz". Von der "schönsten Niederlage der Geschichte" schreiben "Tages-Anzeiger" wie "Blick". Laut "Corriere del Ticino" hat die Nati in Istanbul eine schwere Prüfung bestanden und "Le Matin" gratuliert: "Bravo les gars!"

Für das Genfer Blatt "Le Temps" ist das Glück rot und weiss und für die "Basler Zeitung" wird gar "ein Traum wahr". Zusammen mit dem "Blick" und "Le Matin" kündigt sie an: "Deutschland, wir kommen."

Die Zeitungen sind sich einig, dass das Spiel in Istanbul spannender war als ein Krimi. "Was für ein Spiel. Was für eine Hektik, welche Dramatik", schreibt die "Basler Zeitung". Auch der "Tages-Anzeiger" stellt fest: "Was für ein Abend und was für ein Spiel." Für "pure Dramatik" hielt es auch der "Blick".

Hölle

Von Zittern und Leiden in Istanbul ist in fast allen Zeitungen die Rede. Zum einen sprechen sie damit die aufgeheizte und aggressive Stimmung in Istanbul gegen die Schweizer an, zum anderen den Druck, den die türkische Nationalelf im Spiel aufsetzte.

"Im Hexenkessel von Istanbul war es eine Zitterpartie, die auch mit dem besseren Ende für die Türkei hätte ausgehen können", stellt die "Berner Zeitung" fest. Für die Tessiner Zeitung "La Regione" musste ein Fest noch nie so "erschwitzt" und "erlitten" werden. Auch "Le Temps" litt mit: "Der Match war sehr schwierig für die Nerven."

Das Schweizer Fussball-Team hat laut "Neuer Zürcher Zeitung" erstmals in der WM-Qualifikation "bedrohlich gewackelt". Von einem "Zittern zum grossen Ziel" spricht auch die "Neue Luzerner Zeitung" und "Der Bund" schreibt, die Schweizer hätten sich ans Ziel gezittert. Zu Ende ist "die unglaubliche Zitterpartie" laut "Südostschweiz" jedoch noch nicht.

Fegefeuer

Der Jubel der Presse über den Erfolg der Nati wird allerdings durch die Auseinandersetzungen zwischen den Teams während und nach dem Spiel getrübt.

Dass die Schweizer Spieler und Betreuer nach dem Match in die Kabine flüchten mussten und Stephane Grichting dort spitalreif geschlagen wurde, hält die "Basler Zeitung" für "schlicht skandalös".

Als ein "beschämendes Ende" bezeichnet es auch "Der Bund". Der "Tages-Anzeiger" versucht zu erklären: "Die Türken waren emotional aufgeladen, weil sie dieses Spiel schlicht als nationale Sache verstanden. Sie kämpften für die Ehre, mehr: fürs Vaterland." Fast unisono fordern die Zeitungen harte Strafen.

Sankt Köbi

Einig sind sich die Zeitungen auch, wem das Lob gebührt. "Köbi Kuhn hat sich ein dickes Kompliment verdient", findet der Kommentator der "Basler Zeitung".

Dass die Schweiz zum achten Mal an einer WM teilnimmt, sei vor allem der Erfolg des Nati-Trainers, findet auch der "Tages-Anzeiger". Als Baumeister des Erfolgs, einer überzeugend auftretenden Mannschaft bezeichnet ihn das "St. Galler Tagblatt". Es sei ihm gelungen, die Mischung aus Routiniers und Jungstars zu perfektionieren, stellt die "Berner Zeitung" fest.

Kuhn sei weder ein Mann der geschliffenen Worte und noch ein autoritärer Trainer, er sei aber "eine Autorität" stellt der "Tages-Anzeiger" fest. "Le Matin" bringts auf den Punkt: "Die ganze Welt beneidet uns um diese Mannschaft."

swissinfo, Nicole Aeby

In Kürze

Die Schweiz hat sich trotz der 2:4-Niederlage gegen die Türkei zum insgesamt achten Mal für eine Fussball-WM qualifiziert.

Sie ist im nächsten Sommer mit den besten 32 Teams der Welt in Deutschland dabei.

Das letzte Mal spielte die Schweiz 1994 in den USA an einer WM-Endrunde.

Unter Trainer Köbi Kuhn hat sich die Schweiz als erfolgreiche Mannschaft etabliert.

Vor Istanbul war seine Equipe 14 Spiele unbesiegt geblieben.

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Fakten

Alle Teilnehmer der WM 2006:
Europa: Deutschland (als Gastgeber gesetzt), Portugal, Grossbritannien, Frankreich, Italien, Niederlande, Kroatien, Polen, Schweden, Serbien-Montenegro, Ukraine, Schweiz, Tschechien, Spanien.
Südamerika: Argentinien, Brasilien, Paraguay, Ecuador.
Nord-, Zentral- und Mittelamerika: Mexiko, USA, Costa Rica, Trinidad & Tobago.
Afrika: Angola, Elfenbeinküste, Ghana, Tunesien, Togo.
Asien: Iran, Japan, Südkorea und Saudiarabien.
Ozeanien: Australien.

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