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Nationalbank-Präsident rechnet nicht mit Zinserhöhung

SNB-Präsident Hans Meyer sieht derzeit keinen Handlungsbedarf für die Nationalbank. Keystone

Nationalbank-Präsident Hans Meyer hat Befürchtungen über eine weitere Zinserhöhung in der Schweiz gedämpft. In einem Interview sagte Meyer, er sehe keinen akuten Handlungsbedarf, die Geldpolitik weiter zu verschärfen.

Dieser Inhalt wurde am 25. August 2000 - 10:04 publiziert

Der Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bezeichnete die Schweizer Wirtschaftslage in einem am Freitag (25.08.) im Zürcher "Tages-Anzeiger" veröffentlichten Interview als ausgezeichnet.

Keine akuter Handlungsbedarf

"Wir haben ein angemessenes, nachhaltiges Wachstum bei Preisstabilität und Vollbeschäftigung - das entspricht genau unserem Auftrag für die Geldpolitik", sagte Meyer. Die durchschnittliche Jahresteuerung werde in diesem Jahr wahrscheinlich höher als die prognostizierten 1,5 Prozent sein, aber unter zwei Prozent bleiben.

Vor diesem Hintergrund und in Erwartung eines etwas gedämpfteren Wachstums der Schweizer Wirtschaft im nächsten Jahr, hält es der Ende Jahr in Pension gehende Notenbankchef offensichtlich nicht für nötig, weiter an der Zinsschraube zu drehen.

Meyer schloss zwar nicht aus, dass unter Umständen noch ein zusätzlicher Akzent gesetzt werden müsse. Er erinnerte aber daran, dass die Nationalbank die Geldpolitik seit Anfang Jahr bereits nachhaltig verschärft und zudem noch einen ausreichenden Handlungsspielraum beim geltenden Zinszielband habe. Zurzeit visiert die Notenbank eine Bandbreite für die Dreimonatssätze auf dem Geldmarkt von drei bis vier Prozent an.

Weil die Zinsen zur Zeit in der Mitte dieses Zielbands liegen, verbleiben noch immer 50 Basispunkte, ohne dass die Nationalbank ihre Politik formell ändern müsste. "Wir sehen also keinen akuten Handlungsbedarf", sagte der SNB-Präsident. Und auf die Frage, ob der Zinsgipfel bereits erreicht sei: "Mich würde es schon sehr wundern, wenn wir noch weit davon entfernt wären."

Gegen einseitiges Mauern in der Bankgeheimnis-Kontroverse

Meyer äusserte sich in dem Interview auch zur Kontroverse über das Schweizer Bankgeheimnis und sagte, die Schweiz habe im Bereich der Steuerhinterziehung ganz klar ein Problem.

Wenn es der EU gelinge, die Steuerflucht und die Steuerhinterziehung in den Griff zu bekommen und wenn zusätzlich die wesentlichen Finanzplätze ausserhalb der EU in eine Lösung mit einbezogen seien, habe die Schweiz Handlungsbedarf. Es ginge dann darum, Massnahmen zu treffen, um nicht zum Steuerschlupfloch Europas zu werden.

Die Zinsertragssteuer sei dabei mindestens eine diskutable Variante. Meyer sprach sich auch für eine aktive Strategie der Schweiz aus. "Die Schweiz darf (...) nicht einfach mauern, und hinter der Mauer schlafen", sagte er.

swissinfo und Agenturen

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