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Nationalbank erhöht den Leitzins um 0,25%

Je nach Wirtschaftslage könnten weitere Zinserhöhungen folgen. Keystone

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) passt ihre Geldpolitik der stärkeren Konjunktur an und erhöht ihren Leitzinssatz um einen Viertelpunkt.

Dieser Inhalt wurde am 16. März 2006 - 16:08 publiziert

Dies ist der vierte Anstieg, seit die SNB im Jahr 2004 mit der Erhöhung des Leitzinses wieder begonnen hat, und der zweite seit dem 15. Dezember 2005.

Die Schweizerische Nationalbank hat die geldpolitischen Zügel erneut leicht angezogen. Wie erwartet erhöhte sie den Leitzins am Donnerstag um einen weiteren Viertel Prozentpunkt.

Das für die Geldpolitik der Nationalbank massgebliche Zielband für den Dreimonats-Libor steigt mit dem jüngsten Entscheid auf 0,75 bis 1,75 Prozent, wie die Notenbank mitteilte.

Sie will den Leitzins bis auf weiteres im mittleren Bereich des Zielbands halten. Einmal mehr bekräftigte die SNB, sie würde auf eine rasche Aufwertung des Frankens angemessen reagieren.

In ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung machte die SNB auch klar, dass dies nicht die letzte Anhebung des Leitzinsen war. "Verläuft die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin wie erwartet, wird die Nationalbank die Anpassung ihres geldpolitischen Kurses graduell weiterführen", so die Notenbank.

Dem Konjunkturverlauf angepasst

Die SNB passt mit dem jüngsten Zinsschritt ihren geldpolitischen Kurs dem Konjunkturverlauf an und will einer Inflation vorbeugen, ohne den Aufschwung abzuwürgen.

Es handelt sich um die vierte Leitzinserhöhung in Serie. Letztmals wurde das Zielband am vergangenen 15. Dezember angehoben. Höher war der Leitzins zuletzt im Frühling 2002 gewesen.

Die Nationalbank hielt an der Einschätzung vom vergangenen Dezember fest, dass das Wirtschaftswachstum dieses Jahr gut 2,0% beträgt. Die Konjunktur habe weiter an Stärke gewonnen und sei zunehmend breiter abgestützt.

Am Arbeitsmarkt zeichne sich eine Aufhellung ab. Die Exporte dürften weiter zunehmen, wenn auch weniger stark als zuvor.

Keine Angst vor der Teuerung

Gefahren an der Teuerungsfront wittert die Nationalbank weiterhin nicht. Die Teuerung sei derzeit ölpreisbedingt. Sie dürfte aber weiterhin moderat bleiben und im Durchschnitt 1% betragen. Für das nächste Jahr rechnet die SNB mit 1,1%.

Doch die Notenbanker müssen weiter voraus schauen. Zunehmende Exporte, mehr Investitionen und ein wachsender Privatkonsum bringen die Wirtschaft an ihre Kapazitätsgrenzen.

Die wachsende Nachfrage schlägt dann früher oder später auf die Preise durch. Im Jahr 2008 würde die Teuerung auf 2,0% steigen und die Marke erreichen, ab der die Teuerung für die SNB zum Problem wird.

Verläuft die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin wie erwartet, will die SNB die Anpassung des geldpolitischen Kurses weiterführen.

Keine Überraschung für den Markt

Für die Ökonomen der Banken bedeutet die Erhöhung des Leitzinssatzes keine
Überraschung. Einhellig begrüssen sie angesichts der stabilen Wirtschaftslage den SNB-Entscheid.

"Die SNB hat den Markt darauf vorbereitet", sagte Alois Bischofberger, Chefökonom bei der Credit Suisse. Vor dem Hintergrund der guten Konjunkturaussichten bedeute die Anhebung des Leitzinses einen Schritt in Richtung Normalisierung.

Für Bernard Lambert, Ökonom bei der Genfer Privatbank Pictet, zeigt der Entscheid der SNB, dass die Zinsentwicklung in diesem Sinne weiter geht.

UBS-Ökonom Daniel Kalt erwartet in diesem Jahr hingegen "keine grossen Zinssprünge" mehr.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Der Libor, Abkürzung für "London Interbank Offered Rate", stellt ein wichtiges geldpolitisches Instrument der Nationalbank dar.

Der Franken-Libor ist die zentrale Grösse für die Refinanzierung bei erstklassigen Banken und Unternehmen.

Der Libor wird täglich um 11 Uhr Vormittags in London fixiert, und zwar für verschiedene Währungen.

Er stellt einen Durchschnittspreis dar, den die Banken untereinander für ungedeckte Kredite verlangen.

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Fakten

Die Schweizerische Nationalbank ist in der Schweiz für die Geldpolitik zuständig und tut dies als politisch unabhängige Zentralbank.

Sie steuert die Geldpolitik über Liquidität und Geldpreis (Libor-Zinssatz).

Andere Aufgaben der SNB sind die Erleichterung von Finanz-Transaktionen und die Ausgabe von Banknoten.

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