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Nach dem Rücktritt von Koch: Bedauern, Überraschung und Hoffnung

Der Rückzug von SP-Präsidentin Ursula Koch aus dem politischen Leben hat Bedauern und Überraschung weit über die Parteigrenze hinaus ausgelöst. Vor allem in der SP keimt aber auch die Hoffnung, der parteiinterne Konflikt könne nun überwunden werden.

Dieser Inhalt wurde am 16. April 2000 - 13:44 publiziert

Der überraschende Rückzug von SP-Präsidentin und Nationalrätin Ursula Koch aus dem politischen Leben hat Bedauern und Überraschung weit über die Parteigrenze hinaus ausgelöst. Vor allem im eigenen Lager keimt aber die Hoffnung, der parteiinterne Konflikt könne nun überwunden werden.

SP-Bundesrätin Ruth Dreifuss bedauerte den Rücktritt von Koch und insbesondere die gesundheitlichen Gründe, die sie dazu veranlasst hatten. Die SP-Bundesrätin hofft, dass die von Koch hinterlassene Lücke bald geschlossen werden und die Partei so mit neuer Kraft ihre Aufgaben erfüllen kann, wie sie auf Anfrage durch ihre Sprecherin Suzanne Auer ausrichten liess.

SP-Bundesrat Moritz Leuenberger bedauerte, dass Koch als SP-Parteipräsidentin gescheitert ist. Dies sei aber keine Schande, weil es auch schon anderen passiert sei, liess er über seinen Sprecher Hugo Schittenhelm verlauten. Der Rücktritt nähre insofern die Hoffnung für einen Neuanfang der Partei, als viele diesen Schritt gewünscht hätten und die Person von Koch auch eine Belastung für die SP bedeutet habe. Leuenberger wünschte Koch alles Gute und gute Gesundheit.

Adalbert Durrer, Präsident der Christlich Demokratischen Volkspartei (CVP), zeigte sich auf Anfrage sehr betroffen, dass gesundheitliche Gründe den Ausschlag für den Rücktritt von Koch gegeben haben. Er habe zwar mit einem Rücktritt in diesem Jahr gerechnet, aber sicher nicht im jetzigen Zeitpunkt, sagte Durrer auf Anfrage. Er selber habe die Zusammenarbeit mit Koch trotz sachlicher Differenzen sehr geschätzt.

Franz Steinegger, Präsident der Freisinnig Demokratischen Partei (FDP) zeigte sich auf Anfrage vor allem über den Zeitpunkt des Rücktritts von Koch überrascht. Wenn gesundheitliche Gründe den Ausschlag für diesen Entscheid gegeben hätten, seien diese aber zu respektieren, sagte er in Altdorf (UR). Der Rücktritt der SP-Parteipräsidentin sei vor allem ein SP-internes Problem. Der Rücktritt von Koch bestätige, dass die Kämpfe an der Aussenfront erst dann zur grossen Belastung würden, wenn gleichzeitig auch an der Innenfront Probleme auftauchten.

Ueli Maurer, Präsident der Schweizerischen Volkspartei (SVP), bedauerte auf Anfrage den Rücktritt von Ursula Koch. Persönlich sei er mit der SP-Parteipräsidentin gut ausgekommen und er wünsche ihr vor allem gute Besserung. Die SVP habe nie gegen Koch als Person, sondern gegen die Politik der SP gekämpft.

Nach Ansicht des früheren SP-Parteipräsidenten Helmut Hubacher hat Koch das Amt als Parteipräsidentin wahrscheinlich unterschätzt. Koch sei zwar eine brillante Persönlichkeit, aber es sei nicht ihre Stärke zu integrieren und zusammenzuhalten, sagte er auf Anfrage. Den Rücktritt sehe er als Chance für einen Neuanfang.

Die JUSO (Jungsozialisten) Schweiz bezeichnete den Rücktritt als mutigen Schritt, der der rechtskonservativen Blockierung der Schweiz und der internen Blockierung der Schweizer Linken ein Ende setze. Die neue SP-Führung müsse ihre Themen wieder auf die politische Agenda setzen und die SP wieder als stärkste und bedeutendste Partei mit einem pointiert linksideologischen und weltoffenen Kurs etablieren.

swissinfo und Agenturen

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