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Mysteriöses Virus: Die Schweiz ist auf der Hut

SARS-Verdachtsfälle in einem Spital in Hongkong. Keystone

Neun Menschen sind bis Montag an einer hochansteckenden Lungenentzündung gestorben, die sich zuerst in Asien ausgebreitet hatte. Auch in Genf tauchten zwei Verdachtsfälle auf, die sich aber nicht erhärtet haben.

Dieser Inhalt wurde am 17. März 2003 - 12:52 publiziert

Die Schweiz hat Vorsorge-Massnahmen ergriffen.

Die Weltgesundheits-Organisation (WHO) in Genf stuft die Krankheit, die sie als Schweres Akutes Atemnotsyndrom (SARS) bezeichnet, als "weltweite Gesundheitsgefahr" ein. Die Welt müsse zusammenarbeiten, um die Ursache herauszufinden und die Ausbreitung zu stoppen, forderte WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland in einer Erklärung.

In Asien breitete sich die Krankheit zuerst aus. In der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi starb am Samstag eine Krankenschwester. Nach Presseberichten starben damit inzwischen neun Personen - sieben in Asien und zwei in Kanada - an der Krankheit, gegen welche es derzeit keine Behandlungs-Möglichkeit gibt.

Verdachtsfälle in Genf nicht erhärtet

In Genf hatten sich zwei Personen mit Symptomen von SARS bei den Gesundheitsbehörden gemeldet.. Die beiden Personen hätten sich in den letzten Tagen beziehungsweise Wochen in Südostasien aufgehalten, teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit.

Die beiden Verdachtsfälle in Genf haben sich indessen nicht erhärtet. Dies sagte BAG-Sprecherin Christina Hertig. Eine der beiden Personen sei zwar krank und müsse medizinisch betreut werden. Sie leide aber nicht unter der hochansteckenden Lungenentzündung. Die andere Person sei bereits wieder gesund. Weitere Verdachtsfälle seien keine gemeldet worden.

Die Schweiz ergriff Vorsorge-Massnahmen. Wie Hans C. Matter vom BAG erklärte, ist dafür gesorgt, dass akut erkrankte Passagiere an den Flughäfen Zürich oder Genf sofort untersucht werden können.

Eine generelle Untersuchung aller Passagiere, die aus Asien einreisen, sei jedoch nicht sinnvoll. "Der Erreger der untypischen Lungenentzündung ist noch gar nicht bekannt", so Matter.

BAG beruhigt

Das BAG hat ein Info-Telefon eingerichtet, um Unsicherheiten bezüglich der mysteriösen Krankheit auszuräumen. Die Hotline war am Montagmorgen ziemlich überlastet. Viele Medienschaffende hätten sie benützt, hiess es im BAG.

Mehr Informationen möchten vor allem auch Personen, die eine Reise in die besonders betroffenen Länder Asiens planten oder gerade von dort zurückkehrten, sagte BAG-Sprecherin Christina Hertig.

Das BAG betont indessen, dass für die Schweizer Bevölkerung derzeit keine akute Gefahr bestehe. Im Einklang mit der WHO erklärten die Schweizer Behörden, es gebe zurzeit keinen Grund, von Reisen nach Südostasien abzusehen.

Dies könne sich aber ändern, wenn man neue Erkenntnisse habe, sagte Mirjam Feuz, Leiterin der Fachstelle Früherkennung im BAG. Reisende sollten einfach die normalen Hygiene-Massnahmen befolgen und den gesunden Menschenverstand walten lassen.

Anfragen auch beim Tropeninstitut

Auch beim Schweizerischen Tropeninstitut in Basel mussten am Montagmorgen Dutzende von Fragen über die mysteriöse Krankheit beantwortet werden. Für den Fall, dass Verdachtsfälle aufträten, wurde mit dem Universitätsspital Basel auch schon ein Szenario geprobt, wie Oberarzt Bernhard Beck erklärte.

Personen, bei denen eine derartige Lungenentzündung nachgewiesen würde, müssten in Unterdruckisolation gebracht werden. "Auf diese Weise kann eine Ansteckung durch die Luft verhindert werden." Eine eindeutige Behandlung der Krankheit kennt man gemäss Beck bisher jedoch noch nicht.

Neun Patienten gestorben

Sieben Patienten starben in Asien. Laut den kanadischen Gesundheitsbehörden starben zwei Bürger aus Toronto, die sich in Asien angesteckt hatten.

Nach Angaben der WHO sind binnen der vergangenen Woche weltweit 150 neue Verdachtsfälle aufgetreten. In Vietnam, Hongkong und Singapur waren am Sonntag insgesamt mehr als 100 Menschen in Quarantäne, die meisten in Spitälern.

WHO-Experten vor Ort

Die WHO registrierte auch Fälle aus Indonesien, den Philippinen, Thailand und Kanada. Auch aus Australien wurden mehrere Dutzend Fälle gemeldet sowie drei aus Slowenien. Die UNO-Organisation schickte Expertenteams in die betroffenen Regionen.

Reisewarnungen für einzelne Länder gab die WHO zwar nicht heraus, doch sollten Reisende auf Symptome wie schnell auftretendes hohes Fieber, Atemnot, Muskel- und Halsschmerzen sowie Husten achten.

Auch andere europäische Staaten verstärkten Kontrollen und Vorsorge-Massnahmen. Seit Samstag liegt ein Arzt aus Singapur auf der Isolierstation der Frankfurter Uniklinik. Es war allerdings unklar, ob er tatsächlich an der mysteriösen Lungeninfektion leidet. Auch seine Frau und seine Schwiegermutter kamen in Behandlung.

Erreger noch immer unbekannt

Die WHO hat bislang keinen Zusammenhang zwischen den atypischen Lungenentzündungen in Hongkong und Singapur und einer ähnliche Epidemie in Südchina nachweisen können. Ein WHO-Team wird in Kürze in China erwartet, um die Ursache der Lungenentzündungen in der Südprovinz Guangdong zu untersuchen.

Die chinesische Regierung hatte bereits Mitte Februar 305 Fälle einer ungewöhnlichen Lungeninfektion gemeldet. Fünf Menschen waren an dieser atypischen Lungenentzündung gestorben.

Obwohl man in China seit vergangenem November von der Häufung der Fälle wisse, kenne man den Erreger noch nicht, sagte der Basler Oberarzt Bernhard Beck.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

In der Schweiz sind bisher zwei Verdachtsfälle der hochansteckenden Lungenentzündung SARS aufgetaucht, die aber nicht erhärtet wurden. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat ein Info-Telefon eingerichtet, um Unsicherheiten bezüglich der mysteriösen Krankheit auszuräumen.

Das Info-Telefon 031 322 88 04 ist zu Bürozeiten besetzt. Das BAG betont aber, dass für die Schweizer Bevölkerung derzeit keine Gefahr bestehe.

Nach Presseberichten sind bisher weltweit neun Menschen an SARS gestorben, sieben davon in Asien und zwei in Toronto, Kanada. Gegen die Krankheit gibt es derzeit keine Behandlungs-Möglichkeit.

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