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Moderne Stellenvermittlung für Behinderte

Der blinde Richter Paul Baumgartner in seinem Büro. Keystone Archive

Behinderte Menschen sollen verstärkt in den "normalen" Arbeitsmarkt eingegliedert werden.

Dieser Inhalt wurde am 05. Januar 2003 - 09:07 publiziert

Denn der Grundsatz der Invalidenversicherung lautet: Eingliederung kommt vor Rente.

Die Wirklichkeit sieht oft etwas anders aus: Obwohl viele Behinderte arbeiten wollen, gibt es nur wenige Unternehmen, die sie einstellen.

Aus diesem Grund hat vor zwei Jahren pro infirmis mit staatlicher Unterstützung ein Pilotprojekt gestartet: Stellenvermittlung ausschliesslich für Behinderte. Zurzeit laufen Versuche in den Kantonen Bern und St. Gallen.

Das Pilot-Projekt "profil"

Die Stiftung profil vermittelt Behinderte an Unternehmen. Das erklärte Ziel von profil: "Karrieren statt Barrieren."

profil knüpft Kontakte und entwickelt Dienstleistungen, wie z.B. Schulungen für Personalverantwortliche und Führungskräfte. Dabei geht es vor allem darum, Vorurteile gegenüber Behinderten abzubauen.

Vermittelt werden Behinderte, die zu mindestens 50% arbeitsfähig sind.

Seit dem Projektstart konnten 50 Vermittlungen realisiert werden, davon zwei Drittel Festanstellungen und 20% Teilzeitstellen. Die Auswertung ergab auch, dass Behinderte prinzipiell in allen Branchen Arbeit finden können.

Moderne Stellenvermittlung

"Wir sind eine moderne Stellenvermittlung mit spezialisiertem Portefeuille", sagt Bruno Schnellmann, der Projektleiter in St. Gallen.

Es gehe darum, bei jedem Einzelnen die Qualitäten herauszufinden. Häufig würde - auch bei den Behinderten selbst - die Behinderung im Vordergrund stehen, und nicht die Qualitäten.

Profil-Anlaufstellen gibt es in den Kantonen St. Gallen und Bern. Profil soll als reguläre Dienstleistung institutionalisiert werden - wenn sie nachweisen kann, dass es solche Vermittlungsstellen wirklich braucht.

Grosses Bedürfnis

Bruno Schnellmann macht sich diesbezüglich keine grossen Sorgen: Seit Mai 2001 konnte die Anlaufstelle in St. Gallen über 200 Anmeldungen von Behinderten entgegennehmen. "Es braucht eine solche Einrichtung - zumindest so lange, wie viele Unternehmen unbegründete Vorurteile gegenüber behinderten Menschen haben", ist Schnellmann überzeugt.

Mit den Regionalen Arbeitsvermittlungs-Zentren (RAV) in Bern und St. Gallen laufen Verhandlungen über eine Zusammenarbeit.

Sorgen bereitet Schnellmann jedoch die aktuelle Wirtschaftslage. Viele Unternehmen wollen zur Zeit weder Behinderte noch Nicht-Behinderte einstellen.

swissinfo, Elvira Wiegers

Fakten

Insgesamt leben 790'000 Behinderte in der Schweiz.
630'000 sind körperlich und 215'000 psychisch behindert.
55'000 Personen sind sowohl körperlich als auch psychisch behindert.

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