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Mit Familie Chrabbli unterwegs in Zürich

BGUZ

Wie kann man Familien mit Kindern aller Altersstufen im Zeitalter von Internet und Computerspielen Themen wie Tiere und Pflanzen, Natur und Mensch näher bringen? In Zürich versuchen dies vier Institutionen mit einem Kinderstadtplan.

Dieser Inhalt wurde am 16. Juli 2009 - 13:36 publiziert

"Wir, die Familie Chrabbli, kennen jeden Winkel von Zürich: viele abenteuerliche Wege, Spielplätze, jeden Park, jedes Haus und jeden Garten. Im Kinderstadtplan Natur & Mensch haben wir für dich und deine Familie Tipps zusammengetragen - spannende Ecken, schöne Plätzchen, überraschende Spaziergänge sowie Museen und Gärten, wo du vieles entdecken kannst."

So richtet sich die Familie Chrabbli – es ist selbstredend eine Ameisen-Familie – im "Kinderstadtplan Natur & Mensch " an die Zürcher Kinder. Der Stadtplan ist eine Gemeinschaftsproduktion des Kulturama Museums des Menschen, des Zoos Zürich, des Zoologischen Museums und des Botanischen Gartens der Universität Zürich.

Darin machen die vier Institutionen Werbung für sich selber, geben aber auch Tipps und Ideen für Familienausflüge, die mit Tieren, Pflanzen oder Menschen im Zusammenhang stehen, zwischen See und Zoo, Bellevue und Botanischem Garten, Rigiblick und Kulturama, Dolder und Zoologischem Museum.

Einmal im Schulleben in den Botanischen Garten

"Wir möchten, dass Familien mit Kindern in den Botanischen Garten kommen, und dass die Eltern, auch wenn sie nicht viel von Pflanzen wissen, keine Hemmungen haben, hierher zu kommen", sagt Peter Enz gegenüber swissinfo.ch. Enz ist Gartenleiter und arbeitet seit 15 Jahren im Botanischen Garten.

"Der Kinderstadtplan ist ein freier Rundgang mit bestimmten Stationen in den vier Institutionen. Die Grundidee war ein Plan für Kinder, die in den Ferien zu Hause bleiben müssen oder wollen. Deshalb haben wir den Kinderstadtplan auch kurz vor den Sommerferien herausgegeben."

Ziel für Peter Enz ist es, "dass die Kinder, die Schüler in Zürich einmal in ihrem Schulleben in den Botanischen Garten kommen – ein hohes Ziel", lacht er. Das könne man einerseits mit Führungen für Schulklassen erreichen. "Ein anderer Weg ist, wenn die Eltern mit ihren Kindern in den Botanischen Garten kommen. Ich sehe diese Variante als idealen Einstieg in die Welt der Botanik." Genau das wolle der Kinderstadtplan.

Warum gerade Ameisen?

"Mit Familie Chrabbli unterwegs in Zürich", ist der Titel des Kinderstadtplans. Und Familie Chrabbli, das sind Ameisen. Dazu Peter Enz: "Der Parcours heisst ja Natur und Mensch. Wir mussten etwas finden, das in allen vier Projektträger-Institutionen vorhanden ist oder eine Bedeutung hat. Die Ameisen haben beim Menschen und bei den Pflanzen eine grosse Bedeutung und sind eine zoologische Kreation."

Auch bei den vier für den Kinderstadtplan inszenierten Stationen im Botanischen Garten sind die Ameisen präsent. Man lernt, wie wichtig die "Familie Chrabbli" für Pflanzen sein kann. Die Informationen in Textform zu den entsprechenden Pflanzen, ob in den tropisch-feuchtheissen, kuppelförmigen Schauhäusern oder im Park mit dem grossen Teich, sind kurz und spannend gehalten.

Modell Chur

Vorbild und Inspiration für das Zürcher Projekt war der Kinderstadtplan Chur. Weil Chur wesentlich kleiner als Zürich sei, habe man die gesamte Stadt einbeziehen können, sagt Enz. Bei Zürich sei dies nicht möglich gewesen, man habe sich auf ein Gebiet der Stadt beschränken müssen.

Federführend in diesem Projekt sei das Kulturama gewesen, das die Idee entwickelte, wie man das Churer Modell auf Zürich übertragen könne, so Enz. Das Kulturama habe Partner gesucht. "Wir - Zoo, Zoologisches Museum, Botanischer Garten - waren auf der Liste, weil es sich von der Geografie her ergeben hat, dass diese vier Museen innerhalb kurzer Lauf- oder Wanderdistanz in Zürich erreichbar sind."

Er als Leiter des Botanischen Gartens liebe die Zusammenarbeit über die eigene Institution hinaus sehr. "In Zürich gibt es den Verein der Zürcher Museen. Alle vier Organisationen sind dort Mitglied, wir kennen uns also schon. Deshalb war die Zusammenarbeit absolut unproblematisch und sehr kollegial", erklärt Enz.

Interesse schon geweckt

Das Projekt läuft seit dem 1. Juni. Enz mag noch keine Bilanz ziehen, es sei noch zu früh, und ausserdem hätten die Sommerferien in Zürich erst am 13. Juli angefangen. Während des Gesprächs mit dem Gartenleiter kommt uns eine Grossmutter mit ihrem Enkelkind entgegen - den Kinderstadtplan, der bei den vier Institutionen kostenlos erhältlich ist und auch in Schulen aufliegt, kennen sie allerdings noch nicht.

Anders sieht es im Kulturama aus: Dort sind schon einige Familien mit Kindern mit dem Kinderstadtplan unterwegs. Und Kulturama-Sprecherin Mariangela Pretto sagt gegenüber swissinfo.ch, dass sich schon einige Besucherinnen und Besucher nach dem Kinderstadtplan erkundigt hätten.

Ende der Sommerferien, im August, wollen die vier Institutionen jedenfalls eine erste Bilanz ziehen und schauen, ob Familie Chrabbli gut unterwegs ist.

Jean-Michel Berthoud, Zürich, swissinfo.ch

Spaziergänge im Chrabbli-Revier

Die im Kinderstadtplan vorgeschlagenen Spaziergänge, die zwischen 30 Minuten und gut 2 Stunden dauern, verbinden jeweils eine Institution mit der anderen, lassen sich beliebig kombinieren und führen an Spielplätzen, Brunnen, Bädern, Aussichtspunkten und Sehenswürdigkeiten vorbei.

So kann man beispielsweise zwischen Zoologischem Museum und dem Kulturama das Biotop und den Schulgarten der Kantonsschule Rämibühl erkunden oder begegnet zwischen Zoo und Botanischem Garten dem Steinelefanten aus Hannibals Heer.

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Keine Sponsoren

Das Gemeinschaftsprojekt "Kinderstadtplan Natur & Mensch" wurde ohne Sponsoren realisiert. Es kostete 20'000 Franken, also rund 5000 Franken pro Institution. Das federführende Kulturama musste weniger bezahlen, weil es am meisten organisatorischen Aufwand hatte.

Es wurden 60'000 Kinderstadtpläne gedruckt. Diese sind seit 1. Juli in den vier am Projekt beteiligten Zürcher Institutionen Kulturama, Zoo, Zoologisches Museum und Botanischer Garten der Universität Zürich kostenlos erhältlich. Sie wurden auch an Schulen aufgelegt.

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