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Milliarden-Schaden in Österreich

Swiss Re, einer der grössten Rückversicherer weltweit, rechnet allein für Österreich mit Schäden in der Höhe von einer Milliarde Euro.

Dieser Inhalt wurde am 13. August 2002 - 07:34 publiziert

Ein Fünftel der Ernte-Erträge in Deutschland sei durch die Unwetter vernichtet worden, schätzt Swiss Re.

Allein im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern geht Swiss Re von Schäden in der Höhe von 100 Mio. Euro (rund 150 Mio. Franken) aus.

Es ist besonders die Erwärmung der Atmosphäre, die Sorge bereitet: "Die Durchschnittts-Temperatur hat sich erhöht und damit auch die durchschnittliche Feuchtigkeit. Diese entladet sich, und deshalb kommt es zu Überschwemmungen." Dies sagt die Klima-Risiko-Expertin Pamela Heck von Swiss Re zu swissinfo.

Neue Risiken

Seit dem 11. September 2001 steht vor allem der Terrorismus als Risiko im Mittelpunkt. Aber auch das Sinken eines Öltankers oder ein Flugzeugunglück können für Versicherer und Rückversicherer unüberwindbare Probleme auslösen.

Die Finanzmärkte kriegen angesichts dieser Risiken Gänsehaut. Besonders in den Industrieländern, wo fast alles versichert ist, mehren sich die Unbekannten. Die Sättigung des Versicherungs-Marktes und die Konkurrenz im Bereich der Prämien drücken weiter auf die Versicherungs-Gruppen - auch in der Schweiz.

Eine Untersuchung vom Internationalen Währungsfonds (IWF) vom letzten Juni bescheinigt dem schweizerischen Finanzsystem samt Versicherungen zwar gute Gesundheit. Das konnte die sommerliche Börsenkrise aber nicht verhindern. Alle kotierten Versicherungs-Gesellschaften verloren mehr als 30% ihres Wertes.

Unterschiedliche Versicherungs-Standards

Umweltschäden lasten nicht besonders auf den Versicherern. In den meisten Ländern sind Gebäude-Versicherungen nicht obligatorisch. Und die Operateure tragen keine Verantwortung.

Anders in der Schweiz. Gebäude-Versicherungen sind auf kantonaler Ebene geregelt und generell obligatorisch. Das erlaubt eine Verteilung der Risiken in einem staatlich garantierten Rahmen. Im Fall von Überschwemmungen bleiben die Privatversicherer im Trockenen.

Aber nach dem 11. September gilt für alle Versicherer: neue Verträge aushandeln. Gerade Swiss Re, Leader im Rückversicherungsmarkt, gelang es in wenigen Monaten, alle Policen neu zu verhandeln. Rückerstattungs-Quoten wurden beschränkt. Und 2001 sollte in die Unternehmens-Geschichte eingehen als einziges Jahr mit roten Zahlen.

Vorsorgliche Versicherer

Im Fall von Umweltschäden hat man nämlich vorgesorgt: "Das Bewusstsein gegenüber Umweltrisiken wächst, und es gibt eine Tendenz zu einer besseren Schadensdeckung", stellt Pamela Heck fest. "Darum haben wir in den letzten Monaten die Risiko-Kriterien neu definiert."

Die Verantwortung wird an die Gemeinschaft delegiert: "Wo die Versicherer die Verantwortung nicht übernehmen, müssen die Behörden einschreiten. Sie sind es, welche die nötigen Rahmenbedingungen wiederherstellen müssen, damit das Objekt auch versicherbar wird."

Daniele Papacella

Fakten

Schlimnmste Überschwemmungen in Österreich seit 1959.
Schäden von einer Milliarde Euro.
100 Mio. Euro in der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern.
20% der Ernte in Deutschland verloren.

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