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Migros erhöht Anteil an Charles Vögele auf über 20% (AF)

Dieser Inhalt wurde am 06. Oktober 2010 - 08:56 publiziert

Zürich/Pfäffikon SZ (awp/sda) - Die Migros hat ihren Anteil an der Modekette Charles Vögele auf 20,1% erhöht. Das geht aus einer Börsenoffenlegung vom Mittwoch hervor. Es sei nach wie vor eine reine Finanzbeteiligung, sagte Migros-Sprecher Urs Peter Naef am Mittwoch.
Dabei hat sich der Titel der Charles Vögele seit den ersten Aktienkäufen der Migros Anfang 2008 nicht gerade als Renditeperle erwiesen. Als der Orange Riese im Februar 2008 eine Beteiligung von rund 3% offenlegte, stand die Aktie bei 85 CHF.
Trotz einer kontinuierlichen Erhöhung und entsprechenden Übernahmespekulationen durch die Migros stand der Kurs am Dienstagabend bei 45,20 CHF. Für 2009 gab es wegen des Konzernverlusts von 14 Mio CHF zudem keine Dividende.
Zuletzt hatte die Migros im Januar gemeldet, sie habe ihren Anteil von 10 auf 15% erhöht. Ab einem Anteil von einem Drittel müsste die Migros den restlichen Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreiten. Sie hat daran aber aktuell kein Interesse, wie Naef sagte.
Für den Chef von Charles Vögele, André Maeder, wäre eine Übernahme durch die grösste Schweizer Detailhandelsgruppe nicht sinnvoll, wie er in einem Interview mit der "Handelszeitung" vom Mittwoch sagte. "Wir sind allein stark genug und verfügen über eine solide Bilanzstruktur mit einer Eigenkapitalquote von 63%."
Im ersten Halbjahr 2010 schrieb Charles Vögele allerdings weiterhin rote Zahlen. Unter dem Strich stand ein Verlust von 7 Mio CHF. Der Bruttoumsatz reduzierte sich von 743 Mio CHF in der Vorjahresperiode auf 690 Mio CHF.
Der Verlust sei auf den Abbau des Altwarenlagers bis Ende März zurückzuführen, erklärte Maeder. Nun befinde sich das Unternehmen "voll auf Kurs".
Wie das zweite Halbjahr angelaufen sei, könne er wegen der Börsenkotierung nicht sagen. Mit der neuen Kollektion, die mit der Schauspielerin Penélope Cruz beworben wird, befinde sich Charles Vögele aber 5% über Vorjahr. Weiter hält Maeder an seinem Versprechen fest, bis Ende Jahr schwarze Zahlen zu schreiben.
Ein Rückzug aus dem Osteuropageschäft stehe nicht zur Diskussion. Filialen, die nicht rentabel seien, würden aber geschlossen, so etwa in Ungarn, wo von 30 Filialen deren 10 abgestossen werden sollen.
cf

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