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Lufthansa will nach Nullrunde wieder Dividende zahlen (AF)

Dieser Inhalt wurde am 28. Oktober 2010 - 09:27 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Die Aktionäre der Lufthansa dürfen sich nach der Wirtschaftskrise mit einer Nullrunde in diesem Jahr wieder auf eine Dividende freuen. Dank eines Überschusses von einer halben Milliarde Euro in den ersten neun Monaten erwartet der Vorstand nun, dass die Voraussetzungen für eine Gewinnausschüttung im Gesamtjahr erfüllt werden, wie Europas grösste Fluggesellschaft am Donnerstag im Zwischenbericht für die ersten drei Quartale mitteilte. Im Krisenjahr 2009 war die Lufthansa in die roten Zahlen geflogen, die Aktionäre gingen leer aus.
Die Lufthansa-Aktie reagierte am Morgen mit einem Aufschlag auf die Nachrichten. Zum Handelsstart legten die Papiere um knapp ein Prozent zu.
ZUVERSICHT FÜR 2011
Auch für 2011 stellte der Vorstand eine positive Ergebnisentwicklung in Aussicht. Unsicher sei jedoch, wie sich die neue Flugticketsteuer auf die Nachfrage auswirkt. Zudem bestehe die Gefahr, dass die Treibstoffpreise erneut kräftig steigen. Auch dies könne die Geschäftsentwicklung belasten, wenn die Zusatzkosten "nicht in ausreichendem Masse" an die Passagiere weitergegeben werden können.
Geschürt wird der Optimismus der Lufthansa-Spitze von der starken Geschäftsentwicklung im Sommerquartal. Bereits am Mittwoch hatte die Lufthansa erste Eckdaten veröffentlicht und die Gewinnprognose verdoppelt. Der operative Gewinn soll in diesem Jahr nun auf mehr als 800 Millionen Euro klettern.
SORGENKINDER AUA, BMI UND GERMANWINGS
Sowohl im Passagier- als auch im Frachtgeschäft erwartet die Konzernführung nun schwarze Zahlen. In der Passagiersparte sollen die Fluglinien unter der Marke Lufthansa und die Schweizer Konzerntochter Swiss die Gewinne beisteuern, während bei den jüngsten Töchtern Austrian Airlines (AUA) und British Midland (BMI) sowie dem Billigflieger Germanwings Verluste erwartet werden.
In den ersten neun Monaten trugen alle Geschäftsfelder zu den schwarzen Zahlen bei. Die Frachtsparte Lufthansa Cargo flog einen operativen Gewinn von 230 Millionen Euro ein, nachdem die Wirtschaftskrise sie ein Jahr zuvor fast ebenso tief in die roten Zahlen gedrückt hatte. Auch die Sparten Lufthansa Technik, Systems und die Caterer der LSG Sky Chefs warfen Gewinne ab.
SWISS VERDIENT AM BESTEN
Im Passagiergeschäft verdiente die Lufthansa operativ mit 218 Millionen Euro unterdessen neun Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Dies lag vor allem an AUA und BMI, die erst 2011 und 2012 die Gewinnzone erreichen sollen. In den ersten neun Monaten flog AUA einen operativen Verlust von 47 Millionen Euro ein, BMI steckte mit einem Minus von 90 Millionen fast doppelt so tief in den roten Zahlen. Auch Germanwings geriet mit 11 Millionen Euro ins Minus. Bei den Fluglinien unter der Marke Lufthansa machten sich hingegen steigende Ticketpreise und das seit 2009 laufende Sparprogramm bemerkbar. Der operative Gewinn kletterte von 36 auf 158 Millionen Euro. Die Schweizer Swiss verdiente unterdessen mit 194 Millionen Euro noch mehr.
Die jetzigen Ergebnisse reichen der Lufthansa-Führung allerdings nicht aus. Der scheidende Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber erwartet einen anhaltenden intensiven Wettbewerb und einen unverminderten Preisdruck auf den Kurzstrecken. "Deshalb werden alle Gesellschaften der PassageAirlines-Gruppe unverändert an der Fortführung der jeweiligen Kostensenkungsprogramme festhalten", kündigte er an. So arbeitet die Mutterfluglinie Lufthansa seit 2009 im Zuge des Programms "Climb" daran, ihre jährlichen Kosten um eine Milliarde Euro zu senken. Ende 2011 soll das Ziel erreicht sein.
stw/stk

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