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LSVA und Maut verteuern Transporte

Ein Laster passiert eine der satellitengestützen Mautstationen. Keystone

Auf Anfang 2005 wird die Schweizer Lastwagengebühr (LSVA) um 50% angehoben. Die Transportkosten sollen deutlich teurer werden.

Dieser Inhalt wurde am 21. Dezember 2004 - 15:44 publiziert

Deutschland führt die LKW-Maut ein. Das verteuert die Transporte noch einmal, denn Deutschland ist der wichtigste Handelspartner der Schweiz.

Auf Anfang 2005 wird die Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) in der Schweiz um 50% angehoben. Die Transportunternehmen wollen deshalb die Transportkosten um 12% anheben.

Ab 1. Januar 2005 dürfen allerdings auch 40 Tonnen schwere Lastwagen frei in der Schweiz zirkulieren. Damit könnten die Transportunternehmen ihre Produktivität steigern und so die LSVA-Erhöhung wenigstens teilweise kompensieren, sagte Ueli Balmer von der Sektion Verkehrspolitik im Bundesamt für Raumentwicklung (ARE).

Ab nächstem Jahr sollen mit der LSVA jährlich rund 1,2 Mrd. Franken eingenommen werden. 2003 waren es noch 843 Mio. Franken gewesen.

Doch haben die Schweizer Transporteure noch eine weitere Rechnung offen. Dann nämlich, wenn sie nach Deutschland fahren. Da Deutschland der grösste Handelspartner der Schweiz ist, werden das viele tun.

Ab 1. Januar kostet ein Kilometer Autobahnfahrt für einen Laster 19 Rappen. Eine Fahrt von Basel nach Hamburg und zurück wird demnach rund 400 Franken teurer.

Zwei Erfassungsgeräte notwendig

Etliche Schweizer Lastwagen führen bereits zwei Erfassungsgeräte für die Verkehrsgebühren mit sich herum. Denn auch für die Schweizer LSVA (Leistungsabhängige Schwerverkehrs-Abgabe) braucht es ein Gerät.

Das deutsche und das Schweizer Gerät sind jedoch nicht kompatibel. Was zwischen der Schweiz und Österreich funktioniert, hat die für Deutschland zuständige Firma Toll Collect nicht geschafft. Ein Kombi-Gerät blieb in der Entwicklung stecken.

Bei der Thurgauer Firma Fela, welche das Schweizer LSVA-Gerät entwickelt hat, hätte man gerne auf Anfang 2005 ein Kombigerät für beide Systeme präsentiert.

Ins Stocken geraten sei die Entwicklung, weil Toll Collect die entsprechenden Schnittstellen-Software nicht zur Verfügung gestellt habe, sagte ein Fela-Sprecher.

Ab 2007 Eurosystem

Die deutsche Seite habe sich in letzter Zeit darauf konzentriert, ihr eigenes Maut-System zum Laufen zu bringen, sagt Hans-Peter Wirth von der Schweizer Oberzolldirektion.

Wenn das Maut-System funktioniere, was es lange Zeit nicht getan habe, würden die Gespräche zwischen den beiden Staaten über eine kompatible Lösung wieder aufgenommen.

In Verhandlung ist die Schweiz auch mit Italien und Frankreich. Denn auch in diesen Staaten wird über kurz oder lang eine Art Schwerverkehrsabgabe eingeführt werden.

Was in Österreich laufe, sollte eigentlich gesamteuropäisch möglich sein, sagt Wirth weiter. Bei der nächsten Ausschreibung für ein neues LSVA-Erfassungsgerät stehe die Kompatibilität mit andern Strassengebühren im Vordergrund.

Die EU-Richtlinien sehen vor, dass ab 2007 sämtliche Mautsysteme innerhalb der Union untereinander kompatibel sein müssen.

Deutschland-Transporte werden merkbar teurer

Das deutsche Bundesamt für Güterverkehr hat Mitte Dezember grünes Licht gegeben für die satellitengestützte Mauterfassung auf den deutschen Autobahnen.

Nachdem in den letzten Monaten, ja Jahre, etliche Versuche fehlgeschlagen waren, meldete Toll Collect eine Erfassungsquote, "die deutlich über 99% liegt".

Die Schweizer Chauffeure können die deutsche Maut auf mehrere Arten bezahlen: Nach der Registrierung bei Toll Collect kann die vorgesehene Fahrtstrecke via Internet oder an einem der Terminals an der Grenze eingegeben werden.

"Das ist unter Umständen kompliziert und wenn es lange Wartezeigen gibt, verlängert sich die Transportzeit", sagt Beat Keiser, Sprecher des Schweizer Nutzfahrzeug-Verbandes ASTAG.

Auch eine mündliche Bestellung einer Wegstrecke via ein spezielles Call-Center ist möglich. Die einfachste Lösung sei der Einsatz eines im Fahrzeug eingebauten Erfassungsgerätes.

OBU einbauen

"Wer viel in Deutschland fährt, hat sich ein Gerät einbauen lassen", sagt Keiser. In den vergangenen Tagen seien endlich genügend Maut-Erfassungsgeräte mit den neudeutschen Namen "On-Board-Unit" (OBU) geliefert worden.

"Der Einbau kostet 500 Franken und der Lastwagen steht einen halben Tag herum", zeigt sich Keiser nicht eben begeistert von all den "Erfassungen", denen ein Laster heute ausgesetzt ist.

Klar sei, so der ASTAG-Sprecher, dass die deutsche Maut auch die Transporte in der Schweiz verteuere, was der Konsument zu spüren bekomme.

Auch wenn die genauen Berechnungen noch fehlten, könne davon ausgegangen werden, dass sich Deutschlandfahrten rund 10% verteuern dürften. Komme noch die Erhöhung der Schweizerischen Schwerverkehrsabgabe sowie der Treibstoffpreise hinzu, dann würden die Tranporte auf der Strasse schnell einmal bis 15% teurer.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Ab 2005 wird die LSVA um 50% angehoben.
Für die Lastwagen mit hohem Schadstoffausstoss erhöht sich die LSVA um 2,88 Rappen pro Kilometer und Tonne.
Für die beiden andern Abgas-Kategorien von 1,42 auf 2,15 Rp. bzw. 1,68 auf 2,52 Rp.
Die Transporteure wollen die Transportpreise um 12 bis 15% erhöhen.

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In Kürze

Ab 1. Januar 2005 führt Deutschland eine Schwerverkehrsabgabe (Maut) auf Autobahnen ein.

Schweizer Lastwagen, die oft nach Deutschland fahren, haben ein Erfassungsgerät (OBU) eingebaut.

Die Maut wird für LKW ab 12 Tonnen je nach gefahrenen Kilometern, nach Achsen und Schadstoffklasse erhoben.

Sie kostet 12,4 Cent (19 Rappen) pro Kilometer.

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