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Lonza: Trotz Gewinn Ziel verfehlt

Lonza fährt optimistsich in die Zukunft. Keystone

Der Basler Spezialchemie-Konzern Lonza meldet für 2004 ein Gewinnwachstum: Der Reingewinn stieg auf 138 Mio. Franken, nach 91 Mio. Franken im Vorjahr.

Dieser Inhalt wurde am 26. Januar 2005 - 11:42 publiziert

Der Umsatz sank um 3% von 2,24 Milliarden auf 2,18 Mrd. Franken.

Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg auf 212 Mio. Franken (Vorjahr: 139 Mio.). Damit verfehlte Lonza jedoch die selbst gesteckten Ziele.

Das Unternehmen hatte ein Ebit von 225 Mio. Franken angestrebt. Noch im November beharrte das Unternehmen auf einem Betriebsgewinn für das ganze Jahr von 225 Mio. Franken.

Zudem war ein Gewinn pro Aktie von 3 Franken angepeilt worden, nun liegt er bei 2.91 Franken. Der Umsatz sank auf 2,18 Mrd. Franken.

Viel Zuversicht

Lonza hat letztes Jahr die eigenen Umsatz- und Gewinnziele verpasst. Dennoch strotzt der Basler Chemiekonzern für die Zukunft vor Zuversicht, wie der neue Konzernchef Stefan Borgas in Basel vor den Medien sagte. Bis in etwa vier Jahren sollen Umsatz und Ertrag ohne Restrukturierung markant steigen.

Borgas sagte zum geschrumpften Umsatz, dass unvorhergesehene Ereignisse Lonza im vierten Quartal Geld gekostet hätten: der schwache Dollar, ein Preiszerfall in bestimmten Geschäftsbereichen und verschobene Lieferungen.

Keine grundlegende Umstrukturierung

Auch für das laufende Jahr erwartet der Konzern ein Umsatzwachstum. Zudem soll die Ertragslage deutlich verbessert werden. Bis in zwei Jahren strebt Lonza einen Gewinn von 300 Mio. bis 400 Mio. Franken an.

Lonza zeigte sich überzeugt, dass die gegenwärtige Ausrichtung des Konzerns eine gute Ausgangslage für weiteres Wachstum sei. Eine grundlegende Umstrukturierung dränge sich nicht auf. Das habe sich nach einer Überprüfung der Strategie gezeigt.

Soiron für Marchionne

Lonza will sich weiter auf klar definierte Life-Science-Märkte konzentrieren. Zudem soll die weltweite Präsenz ausgebaut werden. Heute erzielt Lonza rund 60% des Umsatzes mit Life-Science.

Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung eine unveränderte Dividende von 1.30 Fr. vor. Wie Lonza weiter bekannt gab, soll Rolf Soiron neuer Verwaltungsratspräsident werden. Er soll Sergio Marchionne ablösen, der auf die kommende Generalversammlung hin zurücktreten wird und mittlerweile den Autokonzern Fiat leitet.

Analysten haben Resultat erwartet

Das Resultat von Lonza hat Börse und Analysten nicht im geringsten überrascht. Es enttäuschte die Börsianer sogar, die aber nichts anderes erwartet hatte. An der Börse stiegen die Lonza-Aktien gar an.

Der Abschluss von Lonza liege leicht unter den Erwartungen, sagten Händler. Der Ausblick dagegen sei - ebenfalls wie erwartet - eher positiv.

Eventuell profitiere Lonza auch von spekulativen Käufen. "Es schwirren immer wieder mal Ideen herum, dass auch Lonza ein Übernahmeziel werden könnte", sagte ein Händler.

Hoher Kostendruck führt zu tiefer Marge

Zudem gebe es noch immer die Hoffnung, dass Lonza zu einem Lieferant von Bristol-Myers Squibb oder Genentech werden könnte und damit die Biosynthese-Reaktoren der Firma ausgelastet werden.

Die investitions- und forschungsintensiven Biotechnologie-Akivitäten von Lonza würden unter hohem Kostendruck, niedriger Auslastung und somit einer tiefen Betriebsmarge leiden, sagte Nina Baiker, Finanzanalystin bei der Zürcher Kantonalbank.

Der Bereich Exklusivsynthese als Zulieferer der Pharmaindustrie kämpfe mit Überkapazitäten. Baiker erwartet aber aufgrund erfolgter Restrukturierungen und einer besseren Kapazitätsauslastung eine Erholung der Geschäftslage im Jahr 2005.

Der neue Lonza-Konzernchef Stefan Borgas hat an der Bilanzmedienkonferenz in Basel ein Bekenntnis zum Standort Visp im Wallis abgelegt, wo in den vergangenen Jahren mehrfach restrukturiert worden ist.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Lonza ist eine der grossen Schweizer Firmen im Bereich Spezialitäten-Chemie.

Für 2004 wird – wie 2003 - eine Dividende von 1,3 Franken pro Aktie ausgeschüttet.

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In Kürze

Reingewinn 2004: 138 Mrd. Franken (+51,6%.

Umsatz 2004: 2,182 Mrd. Franken (-2,7%).

Betriebsgewinn 2004: 212 Mio. Franken.

Sergio Marchionne, der nun bei Fiat in Italien tätig ist, tritt als Verwaltungsrats-Präsident zurück und soll durch Rolf Soiron ersetzt werden. Soiron ist Professor an der Universität Basel.

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