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Leuthards Antrittsbesuch in den USA

Doris Leuthard (rechts) und die Wirtschaftsvertreterin der USA, Susan Schwab. Keystone

Die Schweizer Wirtschaftsministerin Doris Leuthard hat ihren ersten Besuch in den USA beendet. Die Schweiz wird sich am Aufbau einer vom Wirbelsturm Katrina verwüsteten Region beteiligen.

Dieser Inhalt wurde am 13. Dezember 2006 - 11:38 publiziert

Trotz Schwierigkeiten in der Doha-Runde, zeigte sich die Wirtschaftsministerin erfreut über das klare Bekenntnis der Amerikaner zum multilateralen Weg.

"Ich bin mit dem Resultat der Gespräche sehr zufrieden", sagte Leuthard gegenüber swissinfo. Sie habe sich mit ihrer Kollegin Susan Schwab, der Wirtschaftsvertreterin der US-Regierung, ausgezeichnet verstanden.

Der persönliche Kontakt sei wichtig für die Vertiefung der schweizerisch-amerikanischen Handelsbeziehungen, sagte die Schweizer Wirtschaftsministerin. Das im Mai lancierte Handels- und Kooperationsforum zwischen der Schweiz und der USA zeige bereits erste positive Effekte.

So seien der Warenverkehr zwischen den USA und der Schweiz in diesem Jahr um 11% und die Exporte der Schweiz in die USA um 12% gestiegen. Im Dienstleistungssektor, der sowohl für die Schweiz wie für die USA zusehends an Bedeutung gewinne, seien die Erträge beiderseits am wachsen.

Zu verzeichnen sei zudem eine Steigerung der Investitionen auf beiden Seiten: Die USA seien die grösste Direktinvestorin in die Schweiz, und eidgenössische Investitionen hätten in den USA rund eine halbe Million Arbeitsplätze geschaffen.

Wichtiger Markt für Versicherungen

Bei ihrer ersten Visite in den USA sei noch keine Vereinbarung unterzeichnet worden. Jedoch habe man zahlreiche "gemeinsame Standpunkte" gefunden.

Einer dieser Punkte sei, dass die Administration Bush vermutlich erlaube, dass Schweizer Investoren Zugang zum Aufbauprojekt im Golf von Mexiko nach dem Wirbelsturm Katrina erhielten.

"Die Schweizer Botschaft in Washington wird alles unternehmen, um den Zugang für Schweizer Investoren in die besagte Region zu erleichtern. Was besonders den Versicherungen zugute kommt," sagte die Wirtschaftsministerin.

Im Gespräch mit den Vertretern der USA habe man auch den besseren Schutz des geistigen Eigentums diskutiert, der für die Schweiz besonders auch in der Pharma- und der Uhrenindustrie wichtig sei.

Mangelnde Umsetzung der Schutzbestimmungen führe vor allem durch chinesische Raubkopien zu grossen Verlusten für die Schweiz wie die USA, sagte Leuthard.

Vorsichtige Diskussion über Landwirtschaft

Gesprochen habe man auch über das heikle Thema Landwirtschaft und wie die Handelsbeziehungen da verbessert werden könnten, sagte Doris Leuthard.

Unterschiedliche Positionen zur Agrarpolitik hatten im Januar zum Scheitern eines geplanten Freihandelsabkommens mit den USA geführt.

So sei die Schweiz interessiert, mit Käse US-Marktanteile zu gewinnen, während die USA gerne mehr Wein in die Schweiz exportieren würden.

"Doch es gilt auch die Bereiche Industrie und Dienstleistung einzubeziehen. Wir dürfen uns nicht nur auf die Landwirtschaft isoliert beschränken, sonst wird da nicht viel herauskommen", sagt Leuthard.

Weiter in Davos

Die Position der USA in den Doha-Gesprächen sei durch die neue demokratische Mehrheit im Kongress noch nicht durchschaubar, sagte Leuthard. Sie habe unterschiedliche Signale empfangen. Die Volkswirtschaftsministerin zeigte sich aber erfreut über das klare Bekenntnis der Amerikaner zum multilateralen Weg.

Es sei an der Zeit, dass die Schweizer ihr schlechtes Image der USA korrigierten und eine angemessene Wahrnehmung der USA als wichtige Handelspartnerin der Schweiz erreichten. Trotz dem deutlichen Willen, die Doha-Runde weiterzuführen, seien schnelle Resultate kaum zu erwarten.

Um die Doha-Gespräche zur Liberalisierung des Welthandels wieder in Gang zu bringen, lädt die Schweiz laut Leuthard im Rahmen des WEF Minister aus 24 Nationen nach Davos ein.

"Es wäre dies das erste Ministertreffen seit vergangenem Juni", sagte Leuthard. Doch werde vor allem über Verfahrenfragen diskutiert werden. Durchbrüche seine deshalb kaum zu erwarten.

"Es gibt eben Länder, die glauben, mit einem negativen Ergebnis besser leben können", fügte die Wirtschaftsminister maliziös an.

swissinfo

In Kürze

Aus Schweizer Perspektive:

Die Schweizer Exporte in die USA erhöhten sich im letzten Jahr um 14 % auf die Rekordmarke von 16,1 Mrd. Franken.

Die USA sind der zweitgrösste Exportmarkt (10,7%) hinter Deutschland (20%) aber vor Frankreich (,5%), Italien (8,1%) und Grossbritannien (5,1%).

Ausland-Direktinvestitionen von Schweizer Firmen in die USA sind mit 34% am grössten. Deutschland auf Platz 2 erreicht 5,4%.

Aus der Perspektive der USA:

Exporte von US-Waren in die Schweiz haben sich um über 16% erhöht auf 10,7 Mrd Dollar (13 Mrd. Franken). Die Schweiz ist damit 17. grössten Exportmarkt.

US-Exporte in die Schweiz sind viermal grösser als jene nach Österreich und grösser auch als die US-Exporte nach Saudi Arabien und Russland zusammen.

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