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Leuenberger verlangt globale CO2-Steuer

Bundespräsident Moritz Leuenberger an der Weltklimakonferenz in Nairobi. Keystone

Der Bundespräsident hat sich am Mittwoch an der Weltklima-Konferenz in Nairobi für eine weltweite CO2-Taxe eingesetzt.

Dieser Inhalt wurde am 16. November 2006 - 14:07 publiziert

In einem symbolischen Akt pflanzte Moritz Leuenberger zudem mit der Friedensnobel-Preisträgerin und Umweltschützerin Wangari Maathai einen Baum.

Mit dringlichen Aufrufen zum Kampf gegen den Klimawandel ist die Weltklimakonferenz in Nairobi in ihre entscheidende Phase getreten. Bundespräsident Moritz Leuenberger forderte eine globale CO2-Steuer.

Damit würden die grossen CO2-Produzenten angespornt, ihre Emissionen zu senken, sagte Leuenberger zur Eröffnung des ministeriellen Teils der Konferenz.

In der Vergangenheit sei zu lange gewartet und zu wenig energisch gekämpft worden, erklärte der Bundespräsident weiter. Jetzt gehe es nicht mehr nur darum, die Ursachen zu bekämpfen. Auch die drohenden Schäden müssten abgewehrt und die Bezahlung der Folgen organisiert werden.

Leuenberger warnte die Delegationen in Nairobi davor, die riesigen Erwartungen rund um den Globus zu enttäuschen. "Die Niederlage würden wir alle bezahlen, wir und unsere Kinder."

Der Schweizer Umweltminister forderte die USA zu Taten auf. Auch das mächtigste Land könne der Klimakatastrophe nicht allein trotzen. Der Klimawandel mit seinen Folgen kenne keine Grenzen.

Annan doppelt nach

Wie Leuenberger forderte auch UNO-Generalsekretär Kofi Annan in Nairobi die Einführung einer weltweiten CO2-Steuer. Sie werde die Ungerechtigkeit des Klimawandels lindern, sagte er: "Diejenigen, die bisher am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, leiden bereits jetzt am stärksten unter den Folgen."

Der scheidende Chef der Vereinten Nationen wandte sich an die Industriestaaten, endlich konkretere Schritte einzuleiten. Es herrsche ein "erschreckender Mangel an Führungswillen" bei der Bekämpfung der Folgen des Klimawandels. Grosse Luftverschmutzer wie die USA und China müssten stärkeren Anstrengungen unternehmen.

Uneinsichtige USA

Es wäre "wünschenswert", sagte Annan weiter, dass die USA das Kyoto-Abkommen unterzeichneten. Die USA boykottieren als grösste Verursacher von Treibhausgasen das Vertragswerk, in dem sich 35 Industriestaaten verpflichten, ihre Treibhausgase bis 2012 um durchschnittlich 5% unter das Niveau von 1990 zu senken.

Die USA wiesen Annans Forderung zurück. Sie investieren ihrer Ansicht nach kräftig in neue Techniken, um den Treibhauseffekt zu bekämpfen.

Leuenberger pflanzt Hoffnung in Nairobi

Bundespräsident Moritz Leuenberger hat an der Klimakonferenz nicht nur andere zu Taten aufgefordert, sondern ist selber zur Tat geschritten. Für das Aufforstungsprojekt der Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai pflanzte er einen Baum.

Er sei sehr froh, nach den vielen Worten auch "etwas Konkretes" zu tun, sagte Leuenberger am Mittwoch bei der Unterzeichnung eines Übereinkommens mit dem Green Belt Movement (Bewegung des grünen Gürtels) von Maathai. Die Schweiz spendet 3000 Setzlinge für eine Fläche von zwei Hektaren.

Den ersten Setzling durfte der Bundespräsident gleich selber pflanzen, unweit des Geländes, wo die Weltklimakonferenz tagt. Der 'Schweizer' Olivenbaum steht nun in einer Reihe mit Bäumen der Weltbank, Frankreichs und des Baskenlands, welche gleichzeitig gepflanzt wurden.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Umweltminister Moritz Leuenberger besucht Kenia und Äthiopien vom 13. bis 17. November.

Die 12. UNO-Klimakonferenz in Nairobi begann am 6. und dauert bis zu 17. November.

Rund 6000 Delegierte und Beobachter aus 190 Ländern nehmen am zweiwöchigen Klimagipfel teil.

Die Schweiz hat 2003 als 110. Land das Kyoto-Protokoll ratifiziert.

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In Kürze

Das Green Belt Movement wurde 1977 von Wangari Maathai als kenianische Umweltorganisation gegründet, um den Herausforderungen durch Abholzung, Bodenerosion und Wassermangel zu begegnen.

Die Bewegung ist eine führende Frauen-Zivilgesellschafts-Organisation geworden. Mit ihrem Einsatz für den Klimaschutz setzt sie sich auch ein für Menschenrechte, gute Regierungsführung und demokratische Veränderungen.

Green Belt Movement möchte zusammen mit der UNO-Umwelt-Organisation UNEP im Jahr 2007 weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen.

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