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Leica Geosystems geht in die Offensive

Hans Hess, CEO Leica Geosystems, verschiebt seinen Rücktritt wegen der Abwehrschlacht. Keystone

Um das feindliche Übernahme-Angebot von Hexagon zu kontern, schlägt der Vermessungs-Konzern einen Aktien-Rückkauf für 100 Mio. Franken vor.

Dieser Inhalt wurde am 30. Juni 2005 - 14:50 publiziert

Das Vermessungs-Unternehmen präzisiert, dass diese Offerte an die Aktionäre nur dann erfolgt, falls Leica Geosystems unabhängig bleibt.

Leica Geosystems rüstet zur Abwehrschlacht gegen den schwedischen Hexagon-Konzern. Dessen Übernahmeangebot sei viel zu tief, ohne industrielle Logik und opportunistisch, sagte Leica-Chef Hans Hess an einer Medienkonferenz.

Die Aktionäre werden mit einem Aktien-Rückkaufprogramm über 100 Mio. Franken geködert.

Keine Angst vor den Wikingern

"Wir lassen uns nicht von ein paar Wikingern ins Bockshorn jagen", sagte Hess am Donnerstag beim Auftakt zu einer Roadshow. Damit will das bedrängte Schweizer Vermessungs-Unternehmen bei den Aktionären Stimmung gegen einen Verkauf machen. "Für einen Schnäppchenpreis lassen wir Leica nicht untergehen", sagte Hess.

Die Hexagon-Offerte von 440 Franken pro Leica-Aktie liege nur 15% über dem Schlusskurs vor dem Übernahmeangebot – üblich seien Prämien von 25%.

Es sei nicht geplant, auf der bevorstehenden Aktionärs-Versammlung eine Stimmrechts-Beschränkung einzuführen.

Mit Blick auf den New Yorker Fondsverwalter Paulson & Co, der am Donnerstag einen Anteil von 6,19% an Leica Geosystems gemeldet hat, erklärte Hess, die Firma haben mit Paulson Kontakt aufgenommen und dabei erfahren, dass der Fondsverwalter die Aktien ein bis zwei Jahre halten wolle.

Wenig Synergien

Auch aus industrieller Optik mache ein Zusammenschluss keinen Sinn: Synergien bestünden einzig beim Metrologie-Geschäft, das aber nur 10% des Umsatzes ausmacht.

Die von Hexagon hergestellte Software sei zwar gut, für die Leica-Produkte aber völlig ungeeignet.

Ein Zusammenschluss mit Hexagon bedeute für Leica eine Verwässerung, alleine sei man stärker, sagte Hess und präsentierte einen ehrgeizigen Fünfjahresplan: Bis 2009 will Leica den Umsatz von heute 0,77 auf rund 1,2 Mrd. Franken steigern.

Der operative Gewinn soll von 130 auf 240 Mio. Franken erhöht werden.

Im Vermessungsgeschäft und der Sensorik seien die Wachstumsmöglichkeiten teilweise zwar schon ausgeschöpft. Im Dienstleistungs- und Softwaregeschäft und den Messgeräten für Handwerker seien die Aussichten aber hervorragend. "Wir werden den amerikanischen Do-it-yourself-Markt im Sturm erobern", sagte Hess.

Die Wachstums- und Ertragsziele seien realistisch. Bislang habe Leica Geosystems seine Ziele stets übertroffen.

Den Entscheid erleichtern soll den Aktionären ein Angebot eines Aktien-Rückkaufprogramms über 100 Mio. Franken.

Interessanter Aktien-Rückkauf mit Bedingungen

Dadurch steigt der innere Wert pro Aktie, umgesetzt wird das Programm aber nur, wenn die Aktionäre standhaft bleiben und nicht verkaufen. Unter dem Strich sei er zuversichtlich, dass Leica den Angriff abwehren könne.

Fachpresse und Kunden seien gegen einen Verkauf an Hexagon, auch von Grossaktionären lägen ermutigende Signale vor. "Wir geben den Kampf nicht auf", sagte Hess.

Auch die Börse stützte die Leica-Sicht: Der Kurs ging am Vormittag zwar um 0,9% zurück, lag mit 458 Franken aber deutlich über der Hexagon-Offerte.

Um für die Aktionäre attraktiv zu werden, müsste Hexagon das Angebot massiv erhöhen. Konzernchef Ola Rollen schloss dies bislang aber immer kategorisch aus.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Der schwedische Technologiekonzern Hexagon ist mit einem Umsatz von 1,4 Mrd. Fr. rund doppelt so gross wie Leica Geosystems, die im vergangenen Geschäftsjahr 2004/2005 773 Mio. Fr. umgesetzt hatte.

Der schwedische Konzern erzielte einen Gewinn von 61 Mio. Fr., während Leica Geosystems, den Gewinn auf 50,6 Mio. Fr. beinahe verzehnfachte.

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Fakten

Leica Geosystems ist in 23 Ländern mit Gesellschaften und in weiteren 100 Ländern mit Vertretungen präsent.
Das Unternehmen beschäftigt knapp 2400 Mitarbeitende, der Sitz befindet sich in Heerbrugg im Kanton St. Gallen.
Leica Geosystems ist vorwiegend in der Vermessung im Makrobereich tätig (Erdoberfläche, Berge, Städte und Gebäude). Hier belegt Leica Geosystems weltweit den zweiten Platz.
Hexagon beschäftigt 6400 Mitarbeitende in 25 Ländern, der Sitz befindet sich in Stockholm.

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