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Lawinen: Frühwarnung und Krisenmanagement verbesserungsfähig

Der Lawinenschutz hat seine grösste Bewährungsprobe im Winter 1998/99 weitgehend bestanden. Eine offizielle Untersuchung deckte aber Lücken bei der Frühwarnung und beim Krisenmanagement auf.

Dieser Inhalt wurde am 11. Januar 2000 - 11:48 publiziert

Der Lawinenschutz hat seine grösste Bewährungsprobe im Winter 1998/99 weitgehend bestanden. Eine offizielle Untersuchung deckte aber Lücken bei der Frühwarnung und beim Krisenmanagement auf. Die Schäden des Orkans “Lothar” bedeuten kein erhöhtes Risiko, sofern nicht eine Rekord-Schneemenge fällt.

Das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) und das Eidgenössische Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) veröffentlichten am Dienstag (11.01.) unter dem Titel “Leben mit dem Lawinenrisiko" die Ergebnisse der Untersuchung, die sie im Auftrag des Bundesrates nach dem Lawinenwinter durchgeführt hatten. Sicherheitslücken bestehen gemäss Buwal in Gemeinden, die noch keine oder ungenügende Gefahrenkarten haben. Diese müssen sofort erstellt werden und in die Nutzungsplanung einfliessen. Wo Lawinenarme über die bekannten Gefahrenzonen hinausgehen, muss die Bedrohung neu beurteilt werden. Bei den Verkehrswegen gilt es Sicherheitslücken zu schliessen. Das Institut für Lawinenforschung in Davos wird in Zukunft die Lawinenbulletins stärker regionalisieren, damit die Behörden rechtzeitig Strassensperrungen und Evakuationen anordnen können. Verbessert werden kann gemäss der Untersuchung auch die Koordination zwischen Polizei, Feuerwehr, Zivilschutz, Militär und Hilfsorganisationen. Die Sicherheits- verantwortlichen in den Gemeinden sollen in Zukunft noch gezielter im Lawinen-Krisenmanagement geschult werden. Erste Kurse haben laut Buwal bereits stattgefunden.

Die Erfahrungen aus dem Lawinenschutz sollen vermehrt ins Risikomanagement anderer Naturgefahren einfliessen. Für den Schutz vor Hochwasser, Steinschlag, Rutschungen, Felssturz und Murgang werden Gefahrenkarten nach dem Vorbild der Lawinenkarten erarbeitet. “Der billigste Lawinenschutz ist der Schutzwald", hält das Buwal fest. Trotz Rekord-Schneemengen seien aus dem vergangenen Winter 1999 praktisch keine Lawinenanrisse aus bewaldetem Gebiet bekannt. Die Sturmschäden des Orkans “Lothar" bedeuteten für diesen Winter kein erhöhtes Lawinenrisiko, sofern nicht wieder eine Rekord-Schneemenge falle. “Lothar" habe einige Schutzwälder stark beschädigt. Aber auch das umgeworfene Holz verhindere das Anreissen von Lawinen. An gewissen Standorten könne sich aber als Folge von Bodenerosion das Risiko von Steinschlag und Rutschungen erhöhen. Im Einzugsgebiet von Wildbächen könne das Sturmholz selbst zu einer Bedrohung werden.

Rund eine Milliarde Franken wurden seit den fünfziger Jahren in den Lawinenschutz gesteckt. Dass sich diese Investition gelohnt hat, stellten die Behörden bereits im Juli 1999 fest. Der Bundesrat hat laut Buwal die Ergebnisse der Untersuchung im Dezember 1999 zur Kenntnis genommen und das Amt beauftragt, mittel- und langfristige Massnahmen zu planen.

SRI und Agenturen

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