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Landwirtschaft - alles nur halb so schlimm

Milch kann laut BLW in allen Regionen rentabel produziert werden. picswiss.ch

Die Bauern haben laut dem Agrarbericht 2002 auch in einer liberalisierten Landwirtschaft Chancen.

Dieser Inhalt wurde am 18. November 2002 - 15:51 publiziert

Das Bundesamt für Landwirtschaft tritt darin dem Eindruck entgegen, den Bauern gehe es immer schlechter. Der Bauernverband spricht von Beschönigung.

Die Schweizer Bauern meistern die Herausforderungen der Agrarreform im Allgemeinen gut, bilanziert das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) in der dritten Ausgabe des Agrarberichts.

Konkurrenzfähige Milchproduktion möglich

Die Milchproduzenten gehörten entgegen dem allgemeinen Eindruck nicht zu den Verlierern der Liberalisierung, betont der Bericht. Zwar würden die spezialisierten Milchbetriebe im Vergleich zu anderen Betriebstypen ein tieferes Einkommen ausweisen. Ihre Einkommen seien aber weniger stark gesunken als im Durchschnitt aller Betriebe.

Eine Studie der ETH Zürich zeige, dass auch Schweizer Betriebe im internationalen Umfeld mithalten können. "Gut strukturierte Milchbetriebe sind schon heute konkurrenzfähig", sagte BLW-Direktor Manfred Bötsch vor den Medien. Sie zeigten eine vergleichsweise gute Rentabilität, auch unter EU-Preisbedingungen.

Zu viele Betriebe

"Milch kann in allen Regionen rentabel produziert werden", stellt der Bericht fest. Allerdings sei nur ein Viertel der Milchbetriebe gut strukturiert; der grössere Teil rentiere schlecht oder gar nicht. Um die Konkurrenzfähigkeit zu erhöhen, sei eine weitere Bereinigung nötig.

Insgesamt ist die Zahl der Bauernbetriebe zwischen 1990 und 2000 jährlich um durchschnittlich 2,4 Prozent zurückgegangen. In den letzten drei Jahren dürfte sich der Rückgang laut BLW-Direktor Manfred Bötsch beschleunigt haben.

Der Bericht wirft auch einen Blick auf ein mittelmässiges Landwirtschaftsjahr 2001. Die Endproduktion des Agrarsektors lag um vier Prozent tiefer als im Durchschnitt der drei Vorjahre. Dies wird vor allem auf schlechtere Ergebnisse im Pflanzenbau und auf die BSE-Problematik zurückgeführt.

Schwankende Einkommen

Das Gesamteinkommen fiel auf den Stand von 1999 zurück und war rund acht Prozent tiefer als im Durchschnitt 1998/2000. Auch die Einkommen der Betriebe lagen mit durchschnittlich 52'434 Franken rund acht Prozent unter dem Niveau der Jahre 1998 bis 2000. Damit verdienen die Bauern deutlich weniger als die übrige Bevölkerung.

BLW-Direktor Bötsch wehrte sich aber gegen die Interpretation, dass es nur abwärts gehe. "Es ist ein stetiges Auf-und-ab", sagte er. Die Prognosen lassen für 2002 eine Steigerung erwarten.

Kritik des Bauernverbandes

Der Schweizerische Bauernverband (SBV) wirft dem BLW vor, den Bericht zur Beschönigung der Landwirtschafts-Politik zu missbrauchen. So stehe etwa nirgends, dass die Bauernfamilien zwischen 1992 und 2001 unter Berücksichtigung der Teuerung eine Kaufkrafteinbusse von fast 15 Prozent hinnehmen mussten.

Auf die lapidare Feststellung, dass die Zukunft für rund 30 Prozent der Betriebe mangels Einkommen gefährdet sei, werde keine Antwort gegeben.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Die Bauern verdienen deutlich weniger als die übrige Bevölkerung
Das durchschnittliche Einkommen eines Betriebs beträgt 52'434 Franken
Zwischen 1990 und 2000 ging deren Zahl jährlich um durchschnittlich 2,4% zurück
In den letzten drei Jahren hat sich der Rückgang beschleunigt

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