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Kundgebung: Krankenkassen-Prämien runter!

Viele Demonstrierende erschienen in Arbeitskleidung auf dem Bundeshausplatz. Keystone

In Bern fand eine Kundgebung gegen hohe Krankenkassen-Prämien statt. Viele der Demonstrierenden waren aus Pflegeberufen, aber auch viele Versicherte fanden sich auf dem Bundeshausplatz ein. Gefordert wurde mehr Transparenz von den Krankenkassen.

Dieser Inhalt wurde am 25. November 2000 - 17:42 publiziert

"Ruth ça suffit" stand auf dem Transparent. Viele der Demonstrierenden hatten ihre weissen Kittel über die Winterjacken gezogen, sie waren klar als Angestellte des Gesundheitswesens erkennbar. Plakate "Physio en colère" wiesen einige Gruppen als Physiotherapierende aus. Wut war aber nicht nur auf Sozialministerin Ruth Dreifuss zu spüren, auch die Konterfeis der Krankenkassen-Chefs werden mit spitzen Bemerkungen bedacht. Die Leute hatten genug.

Romandie gegen hohe Prämien

Zur Kundgebung aufgerufen hatten mehrere Personalverbände und Interessengruppen unter dem Namen des Rassemblement des Assurés et des Soignants (R.A.S.). Dieses welsche Komitee prangert die hohen Krankenkassenprämien an. In Genf beispielsweise liegt eine Durchschnittsprämie bei rund 300 Franken, einem Drittel mehr als in der Deutschschweiz.

Weiter schrieb das Komitee, die Krankenversicherer würden die Freiheiten der Versicherten beschneiden, Gelder verschwenden und wollten die ganze Macht über das Gesundheitssystem erlangen und eine Zwei-Klassen-Medizin einführen - alles mit dem Segen der Politikerinnen und Politiker in Bern.

In einer Rede forderte die Genfer FDP-Ständerätin Françoise Saudan Transparenz in den Büchern der Krankenversicherer und die Prämienberechnung auf Grund der entstehenden Kosten. Stimmen in der Menschenmenge forderten gar eine Untersuchungskommission, da sie kriminelles Tun der Krankenkassen-Verantwortlichen vermuteten.

Nicht auf Kosten des Personals sparen

Grundtenor in der Menge war, dass die hohen Prämien nur zu einem kleinen Teil auf die Löhne der in Pflegeberufen angestellten Personen zurückzuführen seien. Die Krankenkassen müssten zuerst selber rationalisieren und Bürokratie abbauen.

Die Organisatoren zeigten sich froh darüber, dass nicht nur Leute aus Pflegeberufen, sondern auch Versicherte an der Kundgebung teilnahmen. Laut Angaben der Berner Stadtpolizei nahmen 600 Personen teil, andere Quellen sprachen von mehreren Tausend.

Philippe Kropf, swissinfo

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