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In den Schweizer Alpen an der Expo in Shanghai

Der Schweizer Pavillon in Shanghai. Jetzt fehlen nur noch die Besucher. swissinfo.ch

Für die Expo 2010 in Shanghai ist alles bereit: Die Pavillons der Schweiz und der Städte Zürich, Basel und Genf. Die grösste Weltausstellung aller Zeiten wird am 1. Mai eröffnet. Die Schweiz zeigt viele Klischees, aber nicht nur.

Dieser Inhalt wurde am 30. April 2010 - 13:28 publiziert

Drei Tage vor der Eröffnung macht der Schweizer Pavillon einen stolzen Eindruck. Es ist ein grosses Bauwerk aus rohem Beton, mit einem Netz überzogen, das mit Tausenden von Fotovoltaik- Zellen bestückt ist.

Es soll städtisch wirken. Von unten betrachtet verrät nichts die grüne Oase der Ruhe und der Ausgeglichenheit auf dem Dach. Es ist eine Blumenwiese, von der man eine beeindruckende Aussicht auf die Ausstellung, auf den Fluss und auf die Stadt hat.

"Das ist das Yin und Yang" erklärt Andreas Bründler, der Architekt aus Basel, der den Pavillon konstruiert hat. "Wir spielen mit den Kontrasten, die Wiese nimmt die Rolle der schützenswerten Umwelt ein. Das überwindet den städtischen Raum."

Im Pavillon treten die Besucher in eine Stadt ein. Aber sehr schnell wird das, was man ihnen zeigt, zur ländlichen Landschaft, zu Bergen, Seen und Flüssen. Klischees der schweizerischen Idyllle.

Der Auftritt der Schweiz an der Expo hat laut Angaben von Pavillon-Direktor Manuel Salchli 24 Millionen Franken gekostet. "Dieses Budget werden wir einhalten", betonte er wenige Tage vor der Eröffnung des Grossanlasses.

16 Millionen davon hat der Bund beigesteuert, den Rest haben private Sponsoren eingeschossen.

Heidiland und High Tech

"Ich glaube nicht, dass wir uns verstecken müssen", meint Blaise Godet, der Schweizer Botschafter in China.

"Diese Heidiland-Seite gefällt den Leuten. Die Schweiz hat alle Vorteile, die ein schönes Land ausmachen. Selbst wenn es sich dabei um Uhren- oder Schokoladen-Klischees handelt. Aber es wird sofort klar, dass unsere Hightech der Gegensatz zum Heidiland ist. Es geht darum, die Besucher mit den innovativen Fähigkeiten der Schweiz vertraut zu machen."

Der Direktor des Schweizer Pavillons anerkennt, dass die Klischees in den Köpfen vorhanden sind, aber er ist der Meinung, dass man sie überbieten sollte. "Unsere Umfragen in China haben ergeben, dass die Klischees bekannt und positiv sind. Wir nähern uns den Besuchenden mit dem, was sie bereits kennen, und führen sie in unbekannte Gebiete."

"Deshalb", sagt der Direktor, "sind wir viel origineller als die anderen Länder, die konventionelle oder gar traditionelle Pavillons gebaut haben."

Dreidimensionale Bilder

Diese Meinung teilt Simon Bosshard, der Direktor von Schweiz Tourismus in China: "Ich glaube, dass die Schweiz eine gute Strategie gewählt hat. Sie setzt nicht auf Grösse, sondern auf Originalität."

Die Erbauer des Pavillions haben sich grosse Mühe gegeben, um über die Klischees hinauszukommen: Dreidimensionale Bilder, die den Parcours der Gäste säumen, sind mit Ausführungen über eine nachhaltige Entwicklung, über den Umweltschutz und über den öffentlichen Verkehr versehen.

Der IMAX-Film "Die Alpen" wird auf einen grossen, runden Bildschirm projiziert und von einer avant-gardistischen Ton-Installation beschallt. Die Klänge sind auf dem Sessellift-Parcours zu hören.

Das Gleiche gilt für den Pavillon der Städte Basel, Zürich und Genf. Auf einer 360-Grad-Leinwand wird ein Film gezeigt. Im Abstand von sieben Minuten macht man einen 24-Stunden-Besuch am Genfersee, am Rhein und am Zürichsee.

Er ist dem Motto "Wasser und urbane Lebensqualität" gewidmet und hat 4,6 Millionen Franken gekostet. Die drei Städte möchten darin aufzeigen, wie es gelingt, der Stadtbevölkerung eine ausgezeichnete Wasserqualität zu bieten. Mittels eines Touchscreens wird die heutige Situation präsentiert, "um den Chinesen zu zeigen, dass wir – trotz den beeindruckenden Panoramen - in Bezug auf die Umwelt eine dunkle Vergangenheit haben", erklärt Howe Yin Zhao, die Direktorin des Pavillons.

Von der Pro Helvetia zur Präsenz Schweiz

Und die Pavillons sind auch während der ganzen Zeit der Expo Orte von Ausstellungen, Seminarien, Konferenzen, Konzerten - unter der Führung von Swissnex, Pro Helvetia, Montreux Jazz, Präsenz Schweiz und swissinfo.ch.

Man wird das Projekt Solar Impulse von Bertrand Piccard kennenlernen, den Schweizerischen Designpreis, den Forschungsaustausch zwischen den Universitäten und vieles mehr.

Wie Botschafter Godet erklärt, "können die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessert werden, in denen die Schweiz in China tätig ist. China ist der grösste Handelspartner der Schweiz in Asien."

Die Erwartungen, was den wirtschaftlichen Aspekt betrifft, sind hoch. "Unser VIP-Raum ist schon zu 95 Prozent ausgebucht", stellt Manuel Salchli fest. Die Reservationen für die drei Villen sind ebenfalls auf gutem Weg.

"Es ist ohne Zweifel das erste Mal in der Geschichte, dass sich die Welt in China trifft und dass die Chinesinnen und Chinesen die Möglichkeit haben, sich ein präzises Bild der Welt zu machen", bemerkt Simon Bosshart von Schweiz Tourismus.

Alain Arnaud, swissinfo.ch, Shanghai
(Übertragung aus dem Französischen, Eveline Kobler)

Prominenz im Pavillon

Laut Manuel Salchli wird Bundespräsidentin Doris Leuthard am 12. August, dem Schweizer Nationentag, mit einer "riesigen Delegation aus Wirtschaft und Politik" antreten.

Die Bundesräte Micheline Calmy-Rey (Aussenministerin) und Moritz Leuenberger (Verkehrs- und Kommunikationsminister) werden ebenfalls die Expo besuchen; die eine im Mai, der andere im September. Die Termine sind aber noch nicht bestätigt.

Weitere verschiedene Besuche von kantonalen und kommunalen Behörden sind geplant.

Man munkelt, dass der Schweizer Tennisprofi Roger Federer – in China ein Superstar – möglicherweise anlässlich des Turniers von Schanghai im Oktober dem Pavillon die Ehre erweisen wird.

Auch der Name von Abenteurer Bertrand Piccard wird herumgereicht.

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Schweizer Präsenz ausserhalb der Expo

Während der 6-monatigen Dauer der Weltausstellung werden 21 Autos der Marke Smart in den Nationalfarben in der Stadt Schanghai herumkurven.

Sie werden die Gewinnerinnen und Gewinner eines durch Schweiz Tourismus organisierten Wettbewerbs aufsuchen.

Diese erhalten je einen Eintritt und den Transport direkt vor die Tore der Expo.

Der Imax-Film "The Alps", eine Koproduktion von Schweiz Tourismus und dem Schweizer Zement-, Kies- und Beton-Konzern Holcim wird während 6 Monaten im Museum für Wissenschaft und Technologie von Schanghai aufgeführt.

Gleichzeitig finden Vorführungen in der Mehrheit der grössten chinesischen Städte statt.

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