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Küttel und Ammann heben wieder ab

Wollen in Turin hoch hinaus: Skispringer Andreas Küttel (links) und Simon Ammann. Keystone

Zwei Skispringer können an den Olympischen Spielen in Turin auf dem Podium landen. Für Andreas Küttel, in der Form seines Lebens, liegt sogar Gold drin.

Dieser Inhalt wurde am 06. Februar 2006 - 08:27 publiziert

Simon Ammann, der Doppel-Olympiasieger von Salt Lake City, will wieder an die Zeiten von 2002 anknüpfen.

Der 12. und 18. Februar 2006: An diesen Tagen will Simon Ammann auf der grossen und der kleinen Schanze von Pragelato seine zwei Goldmedaillen verteidigen, die er vor vier Jahren in Salt Lake City so sensationell gewonnen hatte.

Es gibt mehrere Athleten, die für die Nachfolge des bald 25-jährigen Toggenburgers in Frage kommen. Da sind einmal die Aussenseiter, wie Ammann selber einer war, bevor er 2002 zu seinen Goldflügen angesetzt hatte.

Janda und Ahonen Anwärter Nr. 1

In Frage für die Siege kommen aber in erster Linie die beiden Dominatoren der bisherigen Saison, der Tscheche Jakub Janda und der Finne Janne Ahonen. Beide haben um die Jahreswende punktgleich die Deutsch-Österreichische Vierschanzentournee gewonnen, neben den Olympischen Winterspielen der wichtigste Wettbewerb der Schanzen-Springer.

Gold ist aber auch für die Schweiz möglich, dank Ammann, aber vor allem dank dem 26-jährigen Schwyzer Andreas Küttel. Im Dezember gewann er seine ersten beiden Weltcup-Springen. Beeindruckend war vor allem seine Konstanz, flog Küttel doch gleich fünf Mal in Folge aufs Podest.

"Diese Resultate haben mich selbst überrascht", so der Einsiedler ETH-Sportlehrer zu swissinfo. Im aktuellen Weltcup-Klassement liegt er auf dem hervorragenden dritten Zwischenrang. Obwohl er eine Konkurrenz der Sommertournee gewonnen und sich im Herbst gut vorbereitet habe, habe er doch nicht mit dieser Konstanz gerechnet.

Ammann im Aufwind

Von Küttels Stabilität ist der amtierende Doppel-Olympiasieger Ammann noch einiges entfernt. Zwar bemüht er sich, das Fluggefühl aus den Tagen von Salt Lake City wieder zu erlangen. "Aber momentan springe ich im Training besser als im Wettkampf", weiss Ammann.

Dennoch ist er guter Dinge. "In unserem Sport zählt eine Summe von Details, damit es funktioniert." In den Jahren nach seinem Triumph in den USA habe er dies nie auf die Reihe gebracht. "Aber ich spüre, wie die Form zurückkehrt." Dennoch: Die Formkurve Ammanns ist in den letzten Springen leicht nach unten gegangen.

Routinier

Turin sind für Simon Ammann schon die dritten Olympischen Spiele. "Das ist ein aussergewöhnlicher Anlass, der für mich fast das ganze Leben bedeutet." Der St. Galler zeigt sich glücklich, vor acht Jahren mit diesem Virus abgesteckt worden zu sein.

Auch wenn er im Weltcup noch nicht ganz mit den Besten mitfliegen kann: Ammann reist nicht nach Turin, um einfach dabei gewesen zu sein. "Ich will in Pragelato ein Spitzenresultat", bekennt er. "Im Weltcup ist das ein Rang in den ersten zehn. An der Olympiade hingegen zählen nur die Medaillen."

Küttels Traum

Das weiss auch Küttel. Im Sog von Ammann hatte er in Salt Lake City den hervorragenden 6. Platz belegt. "Das war schön, hatte aber keine grosse Bedeutung", so der Schwyzer. Denn sein Exploit war im Trubel um "Gold-Simi" untergegangen. "Was Simon erreicht hatte, war unglaublich, es war ein grosser Moment für ihn, aber auch für uns."

Küttel, der aus dem Kloster- und neuerdings auch Schanzendorf Einsiedeln stammt, freut sich auf die Magie, welche die Wettkämpfe in Turin umgibt. "Ich bin stolz, dort die Farben der Schweiz zu tragen. Und ich gehe im Bewusstsein hin, etwas sehr Spezielles erreichen zu können."

Das Podium, oder gar der Olympiasieg? In einem ersten Anlauf bleibt er vorsichtig: Er wolle sich mit den Besten der Welt messen. Dann: "Ich träume davon, grosse Sprünge zu machen. Zu diesem Traum gehört natürlich auch eine Medaille."

swissinfo, Raphael Donzel
(Übertragung aus dem Französischen: Renat Künzi)

Fakten

Palmares Andreas Küttel: Weltcup-Sieger in Lillehammer und Harrachov (Dez. 2005).
Siebter des letztjährigen Weltcups.
Sechster der Olympischen Spiele in Salt Lake City (Grossschanze).
Palmares Simon Ammann: Doppel-Olympiasieger 2002 in Salt Lake City. Ein Weltcup-Sieg (2002).
Siebter des Weltcups 2001/2002.

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In Kürze

Andreas Küttel (26) stammt aus Einsiedeln (Schwyz).

Debut im Weltcup 1993/94.

Weitester Sprung: 204,5 Meter auf der Skiflug-Schanze von Planica 2004.

Simon Ammann (25) kommt aus dem Toggenburg im Kanton St. Gallen.
Erstes Weltcup-Springen 1997/98.

Weitester Satz bisher: 218 Meter (Planica 2002).

Ammann nahm schon an den Spielen 1998 in Nagano und 2002 in Salt Lake City teil.

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