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Klimakompensation in zwei Minuten erklärt

Die Kompensation von CO2-Emissionen wird auf dem COP26-Klimagipfel in Glasgow ein wichtiger Streitpunkt sein. Wie funktioniert Klimakompensation und wer macht von ihr Gebrauch?

Dieser Inhalt wurde am 28. Oktober 2021 - 11:00 publiziert

Vom 31. Oktober bis 12. November findet in Schottland eine Klimakonferenz der Vereinten Nationen statt. Es wird erwartet, dass die am Pariser Abkommen beteiligten Länder ihre Versprechen erneuern werden. Ziel des Abkommens ist es, die Treibhausgasemissionen erheblich zu reduzieren, um den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter 2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

Die Länder können kohlenstoffneutral werden, indem sie die Menge der von ihnen produzierten Treibhausgase begrenzen und die Emissionen, die nicht reduziert werden können, kompensieren. Der Markt für die Kompensation von CO2-Emissionen ist für Länder, Unternehmen und Einzelpersonen immer attraktiver geworden. Die Kompensationsgelder finanzieren Projekte, die entweder CO2 aus der Atmosphäre abziehen oder die CO2-Freisetzung verringern.

Obligatorische versus freiwillige Kompensation

In der Schweiz sind Kraftwerke und Unternehmen mit hohen Treibhausgasemissionen, wie Zement- oder Chemieproduzenten, dazu verpflichtet, am EU-Emissionshandelssystem teilzunehmen. Die Unternehmen erhalten oder kaufen Emissionszertifikate und können diese untereinander handeln. Mittelständische Unternehmen können sich dem System freiwillig anschliessen.

Auch auf individueller Ebene sind Kompensationsmassnahmen möglich. Viele Plattformen – wie die UNO-PlattformExterner Link oder myclimate.ch – ermöglichen es Privatpersonen, ihren CO2-Fussabdruck zu berechnen und zu entscheiden, ob sie zum Beispiel für Aufforstungsprojekte oder erneuerbare Energien spenden wollen.

Versprechen und Massnahmen der Schweiz

Die Schweiz hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Gesamtemissionen bis 2030 zu halbieren und bis 2050 klimaneutral zu werden. Der Fahrplan der Regierung umfasst Industriesektoren, Energieeffizienz in Gebäuden sowie Investitionen in Projekte, die den CO2-Ausstoss in die Atmosphäre reduzieren.

Die Schweiz hat ihr Zwischenziel, die Emissionen auf 20% unter das Niveau von 1990 zu senken, nicht erreicht: Sie schaffte nur eine Reduktion von 14% bis 2020. Um die Verpflichtungen aus dem Pariser Abkommen zu erfüllen, hat die Schweizer Regierung eine Reihe von Massnahmen vorgeschlagen. Das sogenannte "CO2-Gesetz" war eines davon. Es wurde jedoch in einer nationalen Volksabstimmung im Juni 2021 abgelehnt.

Die Schweiz hat bisher mit Peru, Ghana, Senegal, Georgien, Dominica und Vanuatu Abkommen zum Ausgleich ihrer Kohlenstoffemissionen unterzeichnet. Mit den Investitionen werden Biogasanlagen, Sonnenkollektoren und geothermische Energie sowie Programme zur Steigerung der Energieeffizienz in Gebäuden und zur Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs finanziert.

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