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Kein Islam-Zentrum in Bern

Auf dem Bauplatz im Vordergrund stand einst der Schlachthof. Im Hintergrund das "Stade de Suisse". wankdorf.info

Die Stadt Bern sieht keine Möglichkeit für den Bau eines Islam-Zentrums. Die klaren Vorgaben für das Wankdorf-Areal liessen dafür keinen Raum, teilte der Gemeinderat am Freitag mit.

Dieser Inhalt wurde am 01. Juni 2007 - 18:17 publiziert

Weil die Baufelder für ein neues regionales Spitalzentrum reserviert sind, wird auf die ersten, unverbindlichen Anfragen des Dachverbands der Berner Muslimvereine nicht weiter eingetreten.

Auch anderswo in der Stadt Bern sehe sie keine Möglichkeit, sagte die zuständige Gemeinderätin, Barbara Hayoz zu einer Mitteilung der Stadt vom Freitag.

Der Gemeinderat unterstütze den interkulturellen Dialog, beispielsweise mit dem geplanten Bau eines Hauses der Religionen, betonte die Freisinnige. Dafür hatte die Stadt im April die Baubewilligung erteilt.

UMMA, der islamische Kantonalverband Bern, nahm den Entscheid mit Bedauern zur Kenntnis. Es liege selbstverständlich in der Kompetenz der Stadt, über eingereichte Projekte zu entscheiden, schreibt der Verband in einer Mitteilung vom Freitagabend.

Eine nähere Prüfung des Projektes und ein Gedankenaustausch vor dem Entscheid wären jedoch "sachlich angemessen" gewesen.

Das Projekt hätte für die Stadt Bern eine grosse Chance der kulturellen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den 56 islamischen Nationen der Welt eröffnet, schreibt der Verband weiter.

Nach Bekanntwerden hatte das Projekt in diesem Frühling umgehend zu Protesten von Seiten der Schweizerischen Volkspartei und ihr nahestehenden Kreisen geführt.

Neues Spitalzentrum

Statt für ein Islam-Zentrum reservierte die Stadtregierung die zwei Baufelder im Wankdorf für ein neues regionales Spitalzentrum der Spitalnetz AG, hiess es. Diese will zunächst eine Machbarkeitsstudie ausarbeiten lassen.

Der von der Stadt anvisierte Nutzungsmix sieht rund 45% der Fläche für Dienstleistungen der öffentlichen Hand vor. Themenschwerpunkte sind Bildung, Verwaltung und Gesundheit.

Rund 35% entfallen auf übrige, klassische Büronutzungen. 15% sind für ergänzende Angebote aus Detailhandel, Gastronomie und Unterhaltung vorgesehen. Optional ist ein Anteil von rund 5% Wohnnutzen denkbar.

Das Islam-Zentrum könne man beispielsweise auch nicht unter dem Schwerpunkt Bildung zusammenfassen, führte Hayoz aus. Vielmehr gehöre ein solches Projekt in den Bereich des interreligiösen Dialogs.

Und da habe die Stadt mit dem Bau des Hauses der Religionen bereits ein deutliches Zeichen gesetzt.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Muslimvereine planten, in Bern auf einer Fläche von 23'000 Quadratmetern ein Museum über den Islam, eine Moschee, ein Kongresszentrum, Büros und ein Viersternehotel zu bauen.

Gekostet hätte das Grossprojekt 60 bis 80 Millionen Franken.

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